COVID-Infizierte auf dem Weg in die Kneipe, Polizei ermittelt

beer bar

Die Polizei in Reykjavík untersucht einen Fall, wo COVID-19 infizierte Personen angekündigt hatten, an einem Karaokeabend in der Downtown-Kneipe Gaukur teilzunehmen.
Nachdem dem Kneipenbesitzer gestern zu Ohren gekommen war, dass Infizierte angeblich auf dem Weg ans Mikrophon waren, hatte er kurzerhand die Kneipe geschlossen.

Man habe aus verschiedenen Richtungen gehört, dass es da eine Partygesellschaft von 30 Austauschstudenten der Universitäten gebe, von denen einige COVID-infiziert seien, und dass die Partygäste auf dem Weg ins Gaukur seien, hatte Kneipier Magnús Bjarni Gröndal gestern angegeben. Die Polizei hatte sich vor der Kneipe postieren wollen, doch Magnús ging kein Risiko ein und schloss das Gaukur.
Damit kamen jedoch gar keine Gäste, und weil keine Namen genannt worden waren, weiss die Polizei immer noch nicht, um wen es sich bei den Austauschstudenten handeln könnte.

“Für uns ist das, als ob wir eine Bombendrohung erhalten haben,” sagt Magnús. “Das ist natürlich ein schwerer Schlag für den Betrieb, aber wir hoffen ja nun auf das Ende dieser Welle, und wir wollen als Bar mit der Gesellschaft zusammenstehen und weitere Ansteckungen verhindern, wenn wir von solchen Idioten erfahren.”

In der Sache wird nun offiziell ermittelt, auch wenn die Ankündigung als Ermittlungsgrundlage ziemlich mager ist. Björn Steinn Sveinsson von der Hauptstadtpolizei findet es jedoch wichtig, herauszufinden, um was für eine Gruppe es sich handelt, denn die könne natürlich in jede andere Kneipe gehen. Mit der prompten Schliessung des Gaukur zeigt er sich sehr zufrieden, so sei man einer Gruppeninfektion zuvorgekommen, zumal ja auch niemand wisse, wer die Betreffenden sind.

Ob es eine Strafe geben werde, sei schwer zu beantworten, immerhin gebe es ja bisher weder Vergehen noch namentlich bekannte Täter. Aber ganz klar gehörten diese Leute in Isolierung oder Quarantäne, wenn sie COVID-19 infiziert seien.

Gæsavatnaleið und Sprengisandur unbefahrbar

Die Hochlandpiste Gæsavatnaleið nördlich des Tungnafellsjökuls ist wegen steigender Flusspegel gesperrt worden, berichtet Vísir.
In einer Mitteilung der Polizeidirektion von Nordostisland heisst es ausserdem, dass die Hochlandpiste Sprengisandur unbefahrbar ist, weil im Fluss Hagakvísl nördlich von Nýjadalur der Wasserstand stark angestiegen ist. Gestern hatten in der Region bereits Fahrzeuge aus Flüssen gezogen werden müssen.

Am Morgen warnte die Polizei noch vor steigenden Flusspegeln und bat alle Reisenden, die auf dem Weg zur Askja seien darum, sich mit den Rangern in Drekagil in Verbindung zu setzen, weil die Wasserstände auch in kleineren Flüssen Anlass zur Besorgnis gäben. Gæsavatnaleið und Sprengisandur seien nur noch für schwere und besonders ausgestattete Geländewagen befahrbar.
Inzwischen heisst es in einer Facebookmitteilung der Polizeidirektion, beide Pisten seien vollkommen unbefahrbar.

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Heisses Kraftwerkswasser zieht Badegäste trotz Lebensgefahr an

In einigen Online-Reiseinformationen wird ein bestimmter Küstenabschnitt auf der Halbinsel Reykjanes immer noch als Badestelle erwähnt, obwohl das Baden im Heisswasserablauf des Kraftwerks Reykjanesvirkun lebensgefährlich sein kann. Der Kraftwerksbetreiber setzt alle Hebel in Bewegung, um das Baden dort zu verhindern und Besucher zu warnen.

In der vergangenen Woche hat sich an der Stelle ein tödlicher Unfall ereignet, als starke Strömungen den 30-jährigen Schwimmer auf das offene Meer hinaustrieben. Der Mann hatte nur noch tot geborgen werden können. Nicht nur die Strömung ist unberechenbar und lebensgefährlich, auch die Temperatur des Ablaufwassers kann plötzlich und drastisch steigen.

Als im Frühling 2020 pandemiebedingt die Schwimmbäder im Land geschlossen wurden, bemerkten Mitarbeiter der HS Orka immer mehr Verkehr an dem Strandabschnitt vor dem Reykjanesvirkjun, wo heisses Wasser aus dem Kraftwerk ins Meer abgelassen wird. Vertreter der HS Orka trafen sich mit den Notfalleinsatzkräften der Region, um das weitere Vorgehen zu besprechen und zu überlegen, wie man die Öffentlichkeit am besten warnt und das Gelände sichert.
Das Ablaufwasser kommt mit einer Temperatur von 35 Grad aus dem Kraftwerk, kann aber innerhalb kürzester Zeit und ohne Vorwarnung bis zu 100 Grad heiss werden.

Jóhann Snorri Sigurbergsson von der HS Orka sagte RÚV gegenüber, sein Unternehmen habe alles in seiner Macht Stehende getan, um den Leuten klarzumachen, dass das Baden an dem Strand streng verboten ist, und dass die Wassertemperatur plötzlich und drastisch steigen kann. Der Strandabschnitt ist auch bekannt für seine starke Strömung, die für Schwimmer lebensgefährlich werden kann. Am Strand sind Warnschilder in mehreren Sprachen aufgestellt worden, eine Kette blockiert den Zugang zum Wasser, und auf dem wilden Parkplatz wurden Kegel errichtet, damit potentielle Badegäste ihr Fahrzeug dort nicht mehr abstellen können.

Die Zahl der Badegäste ist zurückgegangen, doch immer noch gibt es Unbelehrbare, die ins Wasser gehen, und in der vergangenen Woche bezahlte einer von ihnen mit seinem Leben.
Jóhann glaubt, man könne die Leute nicht daran hindern, dort ins Wasser zu gehen, weil das Gebiet gross sei und man den Zugang zur Küste kaum blockieren könne. Bei rauhem Wetter und schwerem Wellengang hole sich das Meer ohnehin alle Gatter und Zäune. Die starken Strömungen seien auch der Grund, warum das Kraftwerk den Wasserablauf nicht weiter ins Meer habe verlegen können.

Trotz aller Warnhinweise ist der Strand auf Google Maps immer noch als Badeort markiert. “Das ist das Hauptproblem mit Google Maps und ähnlichen Webseiten, es ist schwieriger, etwas dort herauszunehmen als hinzuzufügen,” sagt Jóhann.”Aber wir arbeiten daran, diese Information zu entfernen, damit der Strand nicht mehr als Badeort gekennzeichnet ist.”

COVID-19 Patienten werden vor Einnahme Ivermectin-haltiger Creme gewarnt

Director of Health Alma

Ein Patient musste in die Universitätsklinik eingewiesen werden, nachdem er die Salbe Soolantra eingenommen hatte. Soolantra enthält den Wirkstoff Ivermectin und wird zur äusserlichen Behandlung der entzündlichen Gesichtshauterkrankung Rosacea eingesetzt, berichtet RÚV.

Das isländische Gesundheitsamt und die Arzneimittelbehörde haben eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der sie dringend darauf hinweisen, dass das Medikament keinesfalls oral eingenommen werden darf, da dies zu schwerwiegende Nachwirkungen führen kann.
Die Salbe darf nur im Gesicht angewendet werden. Sie sollte nicht mit anderen Körperpartien, vor allem Augen, Mund und Schleimhäute, in Berührung kommen, und niemals geschluckt werden. Bei Kontakt mit Augen oder Schleimhäuten sollten die betroffenen Bereiche sofort mit reichlich Wasser ausgewaschen werden. Je höher die Menge der geschluckten Salbe, desto schwerer können die Nebenwirkungen ausfallen.

Die Leiterin der Arzneimittelbehörde, Rúna Hauksdóttir Hvannberg, hatte zuvor angegeben, ihre Behörde prüfe derzeit, welche Ärzte die Salbe verschrieben hätten und ob es häufigere Verschreibungen gebe.

In der Erklärung heisst es weiter, dass es glaubhaften Quellen zufolge Patienten gebe, die an COVID-19 litten und die Salbe eingenommen hätten. Rúna hat dies RÚV gegenüber bestätigt. “Wir haben mindestens einen bestätigten Fall, wo die betreffende Person ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Wir glauben, dass es mehr Fälle gibt, aber dies ist eine allgemeine Warnung, das Medikament ist nicht nur oralen Einnahme gedacht.” sagte Rúna.

Die Soolantra Salbe wird zur Behandlung von entzündlichen Rosacea-Fällen eingesetzt. Auf Schleimhäute wirkt sie stark reizend, und eine falsche Anwendung kann zu Rötungen, Krämpfen, Übelkeit, Erbrechen und Bewusstseinsverlust führen. Personen, die die Salbe geschluckt haben und Nebenwirkungen verspüren, sollten ihren Arzt aufsuchen.

Soolantra ist verschreibungspflichtig. Da die Verschreibungsfälle jetzt vom Gesundheitsamt überprüft werden, dürfen zur Zeit nur noch Dermatologen ein Rezept über die Salbe ausstellen.