Mittwoch könnte heissester Tag des Jahres werden

Auch wenn sich der Sommer in Island seinem Ende nähert, gibt es in einigen Teilen des Landes noch einmal für die Saison ungewöhnlich hohe Temperaturen. Im Nordwesten des Landes kann die Quecksilbersäule morgen bis zu 28 Grad erreichen, berichtet RÚV. Der Süden bleibt wie schon in den vergangenen Tagen kühler, und leider auch ziemlich nass.

Grund dafür ist ein Hochdruckgebiet über Grossbritannien, sowie ein Tiefdruckgebiet über dem Südwesten Islands, erklärte Meteorologe Teitur Arason in einem Wetterbericht am Montagmittag. “Mein lieber Kollege nennt diese Konstellation ein Zwei-Motoren-Systen, weil es sehr warme Luftmassen aus dem Süden vom Meer aus zu uns bringt, aber weil die Luft sehr feucht ist, bleibt es im Süden und Westen bedeckt und regnerisch.”

Der Norden und Osten des Landes sind in diesem Sommer mit viel Sonne und relativ mildem Wetter verwöhnt worden. Die bisherige Höchsttemperatur hatte am 20. Juli in Akureyri bei 27,5 Grad gelegen.
Und während im Norden der Temperaturrekord morgen dann möglicherweise gebrochen wird, steht an der Norküste der Halbinsel Snæfellsnes ein Sturm bevor.
Die Behörden mahnen daher morgen alle Reisenden zur Vorsicht, die mit Wohnmobilen und Anhängern unterwegs sind. Vor allem an Berghängen können Windböen kraftvoll und unerwartet zuschlagen und Fahrzeuge von der Strasse fegen.

 

Fluglotsen streiken in der kommenden Woche

Die Gewerkschaft der isländischen Fluglotsen (FÍF) hat zum Streik aufgerufen, nachdem Gespräche über einen schon länger bestehenden Disput über Arbeitszeiten gescheitert sind. Die Arbeitsniederlegung wird in der kommenden Woche, am 31. August stattfinden, berichtet Vísir.
Die Verhandlung zwischen der Gewerkschaft und Flughafengesellschaft Isavia zu Arbeitszeiten war nach einem Marathontreffen in der Nacht zum Dienstag nach fast 11 Stunden ergebnislos abgebrochen worden.

Gewerkschaftsvorsitzender Arnar Hjálmarsson bestätigte, dass die Arbeitsniederlegung kurz und vorübergehend ausfallen werde. Sie betreffe alle Gewerkschaftsmitglieder, die für die Isavia tätig seien. Arnar drückte seine Enttäuschung darüber aus, zum Streikmittel greifen zu müssen, es gebe jedoch keine andere Möglichkeit. Die überwältigende Mehrheit der FÍF Mitglieder unterstütze den Streik, und die Gewerkschaft müsse deren Wünschen folgen.

Zu Beginn des Monats, am 9. August, hatten die FÍF Mitglieder sechs unabhängigen Arbeitsniederlegungen als Teil ihrer Vertragsverhandlung zugestimmt. Fünf dieser Termine waren verschoben worden, das Fenster zur Beendigung der Streikmassnahme schliesst sich am Dienstagmorgen um 5 Uhr.
Arnar sagt, ab jetzt liege die Angelegenheit in den Händen des staatlichen Vermittlers, er müsse sich um einen neuen Verhandlungstermin kümmern. Bislang ist kein neues Treffen vereinbart worden.

 

Stuðlagil füllt sich nach Talsperrenüberlauf mit Wasser

Die Behörden erwarten, dass die Talsperre Hálslón, die das Wasserkraftverk Kárahnjúkarvirkjun speist, sich heute vollständig füllt und Wasser abgelassen werden muss. Die Wassermassen werden sich dann in die Jökulsá á Dal ergiessen, welche durch die Schlucht Stuðagil fliesst. Damit kann der Besuch der beliebten Schlucht gefährlich werden, weil der Fluss starke Strömung mit sich bringt, und auch seine smaragdgrüne Farbe verliert.
Es ist lebensgefährlich in der Schlucht zu schwimmen, auch wenn die Temperaturen heute in der Region weit über 20 Grad erreichen werden, berichtet RÚV.

Wie Vísir schreibt, entsteht in der Zeit des Ablaufs der Wasserfall Hverfandi (der Verschwindende), der nur für etwa drei Wochen im Jahr zu sehen ist. Auf der Webseite von Landsvirkjun heisst es, dass Hverfandi mächtiger als der Dettifoss im Norden Islands ist.
Hier gibt es ein Video des Wasserfalls zu sehen.

Hverfandi. Screeenshot from youtube

Stuðlagil erfreut sich seit einigen Jahren grosser Beliebtheit bei Touristen. Die Basaltformation in der Schlucht war “aufgetaucht”, nachdem der Wasserspiegel der Jökulsá á Dal nach dem Bau des Kraftwerks im Hochland um sieben bis acht Meter gesunken war und den Blick auf die Schluchtwände freigab.