Nach 10 Jahren neuer Titelverteidiger im Stärksten Mann Islands

Am vergangenen Wochenende errang Stefán Karel Torfason den Titel des Stärksten Mannes in Island, nachdem Hafþór Júlíus Björnsson den Titel über 10 Jahre lang hatte verteidigen können, berichtet RÚV.
Das Turnier in Selfoss brachte spannende Momente. Gekämpft wurde in verschiedenen Disziplinen wie das Ziehen eines LKW, Bauernspaziergang, das Heben von Gewichten und Fahrzeugen und andere schwergewichtige Spässe. Doch erst im Finale zeigte sich, wer in diesem Jahr gewinnen würde.
Am Ende blieben Eyþór Melsteð Ingólfsson und Stefán Karel Torfason übrig, um mit dem 186 Kilogramm schweren Húsafellsstein vorwärtszulaufen, dabei zählt jeder Schritt. Stefán Karel schaffte eine längere Strecke mit dem Felsblock und sicherte sich Sieg und Titel des Jahres 2021.

Screenshot RÚV

Damit wurde zum ersten Mal seit zehn Jahren jemand anderes als Hafþór Júlíus Björnsson aus dem Berufjörður zum stärksten Mann Islands gekürt. Der Schafzüchter, der in der Rolle des Mountain in Game of Thrones bekannt geworden war, hatte zum ersten Mal im Jahr 2011 auf dem Siegerpodest gestanden, und seitdem ungeschlagen über 10 Jahre lang in Folge.
Stefán Karel, stärkster Mann des Jahres 2021, sicherte sich die Teilnahme am World’s Ultimate Strongman Wettbewerb, der im kommenden September in Jacksonville im Bundestaat Florida stattfindet.
Stefán Karel ist ehemaliger Basketball-Nationalspieler und Sohn von Torfi Ólafsson, der im Jahr 1997 stärkster Mann Islands geworden war. Die beiden sind das einzige Vater-Sohn Paar, die den Titel beide errungen haben.
“Das ist der Titel den man gewinnen muss. Das ist der Titel, den Jón Páll Sigmarsson, Magnús Ver und Papa über die Jahre errungen haben. Das ist einfach grossartig, in diese Gruppe gekommen zu sein,” freut sich Stefán Karel.

Screenshot RÚV

Der Húsafellstein ist ein Felsbrocken, der seit mehr als 200 Jahren im westisländischen Húsafell zuhause ist, wo er den Ziegenpferch des Pfarrers Snorri Björnsson verschloss. Schon immer war der Stein ein Wettkampfinstrument gewesen und Männer jeden Alters wetteiferten darum, wer ihn am weitesten um den Ziegenpferch herumschleppen konnte. Schaffte man die 186 Kilogramm bis zu den Knien, war man ein Schlappschwanz, bis zur Hüfte gilt man als Halbstarker, für einen echten Starken muss man es schon bis zur Brust und damit natürlich einmal um den Pferch herum schaffen.

 

Umweltbehörde: Laufen und Spielen auf der Lava ist verboten

Geldingadalir eruption lava

Die isländische Umweltbehörde hat in einem Facebookbeitrag Besucher dringend gebeten, sich im Ausbruchsgebiet in den Geldingadalir mit der gebotenen Vorsicht zu bewegen.
Das Klettern und Laufen auf der Lava, Steinewerfen und Hinterlassen von eingeritzten Kunstwerken in der Lava ist verboten, es kann ausserdem lebensgefährlich sein, heisst es in einem Text auf der Webseite der Behörde.
Die Lava ist extrem heiss, und es kann eine lange Zeit dauern bis sie abgekühlt ist. Auch wenn man im Krater keine Aktivität erkennen kann, so ist der Ausbruch doch weiter im Gange. Unter der erhärteten Oberfläche befindet sich heisse Lava, die unter Umständen noch fliesst. Die Oberfläche kann unter dem Gewicht einer Person einbrechen. Das Laufen auf der Lava kann auch das geologische Monument zerstören.

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Die Lava in den Geldingadalir ist ein einzigartiges Monument, welches respektiert und geschützt werden muss. Es ist daher verboten, Steine auf die Lava zu werfen (um zu gucken was passiert) oder Inschriften in den Stein zu ritzen. Lava steht nach Art. 61 des Naturschutzgesetzes unter besonderem Naturschutz und muss vor Schäden durch Zertrampeln, Steinwurf oder Ritzereien bewahrt werden.
Mitarbeiter der Umweltbehörde sind an den Wanderwegen im Ausbruchsgebiet zugegen, um Besucher zu informieren und darüber zu belehren wie sie in sicherer Weise die Schönheit der Natur im Einklang mit dem Naturschutz geniessen können.

Gestern hatte Vísir berichtet, dass eine grosse Gruppe von Lavatouristen einen weiten Weg auf der vermeintlich erkalteten Fläche zurückgelegt hatte, um dicht an die frische Lavazunge zu gelangen. Der Augenzeuge, der auch die Fotos im Nachrichtenlink aufnahm, sagt, erst nachdem eine Person sich auf den Weg gemacht habe, seien ihr immer mehr gefolgt, es habe sich offenbar um keine Reisegruppe gehandelt.
Schon mehrfach hatten die Behörden dringend davor gewarnt, die Lava zu betreten, weil ein Unfall in der Lava die Rettungskräfte in eine “hoffnungslose Lage” bringen würde – sie müssten ihr eigenes Leben riskieren, oder könnten möglicherweise einem Drama vor ihren Augen nur beiwohnen. Einsatzkräfte hatten in der Vergangenheit geäussert, sie würden sich nicht auf die Lava begeben, um Verunfallte zu bergen.

COVID-19: Landsleute verspüren trotz Impfrate immer mehr Angst und Sorge

Die Angst der Isländer vor der COVID-19 Erkrankung hat mit Zunahme der Fallzahlen stark zugenommen. Inzwischen fürchtet sich einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Gallup nach ein Viertel aller Landsleute vor der Pandemie, berichtet Vísir. Die Wartelisten beim Zentrum für Psychotherapie sind noch nie so lang gewesen wie zur Zeit.

Die Gallupumfrage von Ende Juli zeigte dass 30 Prozent der Landsleute sich sehr vor COVID-19 fürchten. Bei einer Umfrage zu Anfang Juli waren dies nur 12 Prozent gewesen.
Mehr als die Hälfte aller Befragten gab an, sich grosse Sorgen wegen der gesundheitlichen Auswirkungen der Pandemie in Island zu machen. Anfang Juni hatten 30 Prozent der Befragten solche Sorgen geäussert. Trotz der hohem Impfrate ist diese Zahl niemals höher gewesen.
Ein Viertel der Befragten oder 25 Prozent verspürt allgemeine Angstzustände in Bezug auf COVID-19, zuletzt waren es 11 Prozent gewesen.

Von dieser Entwicklung können Psychotherapeuten ein Lied singen, denn die Wartezeiten für einen Gesprächstermin beim Zentrum für Psychotherapie betragen zur Zeit vier bis fünf Wochen.
Der Psychotherapeut Tómas Pál Þor­valds­son sagt, das sich verschlechternde psychische Befinden der Bevölkerung sei deutlich zu spüren, es habe sich im vergangenen Monat in den steigenden Anfragen für Psychotherapie wegen Angstzuständen und anderen psychischen Störungen niedergeschlagen.
“Mit der steigenden Ungewissheit kommt auch mehr Angst.” erklärt Tómas Páll. “Und dann sehen wir in dieser neusten Welle, dass der Impfstoff nicht ganz das bewirkt, was wir wollten, und dann kommt diese grosse Ungewissheit. Und die Leute sehen nicht, wie sich das alles löst und besser wird. Mit mehr Ungewissheit wie in dieser neusten Welle kommen dann oft mehr Angst und mehr Gefühle hoch.”

Gestern meldete die Universitätsklinik, dass 26 Patienten stationär wegen COVID-19 behandelt werden. Vier befinden sich auf der Intensivstation, zwei von ihnen liegen am Beatmunsgerät. Vísir schreibt dass von den acht Patienten, die in dieser Welle auf der Intensivstation hatten betreut werden müssen, vier vollständig geimpft waren. In ambulanter Betreuung befanden sich gestern 1435 COVID-Patienten, davon 309 Kinder.
Insgesamt sind bei Beginn der vierten Welle 58 Patienten stationär behandelt worden, 40 Prozent von ihnen waren nicht geimpft.
Die Impfrate der Bevölkerung ab 16 Jahren beträgt in Island 86,3 Prozent, 6,6 Prozent haben eine Impfdosis erhalten.