Regenbogenflaggendieb darf gestohlene Flaggen mit Segen der Kirche behalten

“Wir hoffen, der Betreffende geht in sich und überlegt sich die Sache noch einmal,” lautet der Kommentar von Pastor Dagur Fannar Magnússon, nachdem eine ungenannte Person, die sich offenbar vom Kampf der Homosexuellen um öffentliche Anerkennung gestört fühlte, eine ganze Anzahl von gehissten Regenbogenflaggen in Ostisland gestohlen hatte, berichtet RÚV.

Am vergangenen Wochenende war in Island der Tag der Homosexuellen und LGBT begangen worden, und im ganzen Land hatte man dazu in Regenbogenfarben geflaggt. Damit waren offenbar nicht alle Bürger einverstanden, denn an vielen Orten im Osten des Landes waren die Fahnen entfernt worden, darunter an den Kirchen von Reyðarfjörður, Eskifjörður und Fáskrúðsfjörður, und vor den Grundschulen von Fáskrúðsfjörður und Reyðarfjörður.

“Das ist ziemlich ärgerlich, dass da jemand der Sache keine Unterstützung gewähren will, und eigentlich nicht nur die Unterstützung verweigert, sondern gegen die Sache agiert,” sagt Pfarrer Dagur Fannar Magnússon, der überregionale Geistliche im Ostland. Es scheine sogar so, als ob die Aktion am hellichten Tag stattgefunden habe, während niemand hinsah.

Der Übeltäter ist inzwischen gefunden, Dagur möchte sich zu der Person nicht äussern. “Wir haben entschieden, das so zu regeln, dass er die Fahnen behalten darf, und wir einfach neue Fahnen anschaffen.” meint Dagur. Im Lukasevangelium stehe immerhin zu lesen, dass jeder, der etwas von dir nimmt, es nicht noch einmal verlangen darf.

“In diesem Geiste hoffen wir, dass der Betreffende in sich geht und sich die ganze Sache noch einmal überlegt. Und vielleicht dann am Kampf der Homosexellen um Anerkennung teilnimmt.” In seinem Facebookbeitrag schreibt Pastor Dagur: “Wir beten für den Betreffenden, dass sich seine Augen für die Regenbogenfarben öffnen und dass seine Engstirnigkeit zur Weitsicht werde. Wir beten dafür, dass Herz und Geist des Betreffenden zu Verständnis, Toleranz und Liebe für die homosexuelle Gemeinschaft finden, zur kostbaren Schöpfung Gottes und der Menschheit in allen Regenbogenfarben. Wir wollen in dieser Angelegenheit nicht den Rechtsweg beschreiten, sondern werden dem Betreffenden die Regenbogenfahnen schenken.”

Diebesgut nach 50 Jahren an das Museum zurückgeschickt

Glaumbær museum turf house

Fünfzig Jahre nach ihrem Diebstahl aus dem Freilichtmuseum Glaumbær in Nordisland sind nun drei Gegenstände per Post an das Museum zurückgeschickt worden, berichtet RÚV. Das Museumspersonal staunte nicht schlecht über den Inhalt des Paketes, dem im Übrigen weder Brief noch Nachricht beigefügt war. Der Absender in Deutschland hatte bei Kontaktaufnahme dann eine reichlich merkwürdige Erklärung parat.
Das Museum erhält des öfteren Pakete geschickt, doch in der Regel liegen Briefe bei der Sendung.

“Drei Gegenstände befanden sich in dem Paket: ein Milchkännchen, eine Butterdose und ein kleiner Spielstein, wie ein Spielgeld für Backgammon,” erklärte Museumsleiterin Inga Katrín D. Magnúsdóttir von der Byggðasafn Skagfirðinga, die das Museum Glaumbær mitbetreut. “Wir haben nichts verstanden, aber je mehr wir darüber nachdachten, desto mehr Informationen fanden wir hier im Museum, und desto spannender wurde die ganze Sache.”

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Screenshot aus RÚV. Diese Gegenstände wurden 1970 gestohlen und im August 2021 an Glaumbær zurückgegeben.

Eine Suche in der Datenbank brachte ans Tageslicht, um was für Gegenstände es sich da handelte. “Das Milchkännchen, das kam uns so bekannt vor, dass auf einmal der Verdacht aufkeimte, es könnte möglicherweise von hier stammen, und so schauten wir in unserer Datenbank sarpur.is nach, und suchten nach ähnlichen Gegenständen. Und da stellte sich heraus, dass es für dieses Milchkännchen einen Eintrag gab, mit einem Kommentar darunter: ‘Aus dem Museum verschwunden am 23. Juli 1970.’

Das Museumspersonal beschloss, den Absender zu kontaktieren, der eine ausgesprochen interessante Erklärung für die Rückgabe lieferte: “Er erzählte uns, dass er diese Gegenstände auf einem Flohmarkt vor vielen Jahren gefunden habe, und mit der Beschreibung, dass sie aus Glaumbær im Skagafjörður stammten. Und jetzt sei er alt und seine Erben wollten die Sachen nicht haben, daher habe er sich entschieden, sie zurückzuschicken.”
Aber könnte es sein, dass der Mann die Gegenstände selber gestohlen und nun aus Schuldgefühlen zurückgegeben habe? Inga Katrín meint dazu nur trocken: “Das kann gut sein.”

COVID-19: Schutzmassnahmen im Inland gelten für weitere zwei Wochen

Minister of Agriculture, fisheries and food Svandís Svavarsdóttir

Die derzeitig gültigen Seuchenpräventionsmassnahmen im Inland bleiben für weitere zwei Wochen in Kraft. Zu den Massnahmen gehören unter anderem eine Beschränkung auf 200 Personen an einem Ort, sowie die Einmeter-Abstandsregel.

Bei der heutigen COVID-Pressekonferenz gaben Islands Premierministerin Katrín Jakobsdóttir und Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason an, dass strengere Massnahmen zum jetztigen Zeitpunkt als nicht notwendig erachtet würden. Auch wenn das Land derzeit eine Rekordzahl von Neuinfektionen erlebt, verhindere die hohe Impfrate doch weitgehend schwere Krankheitsverläufe und Klinikeinweisungen.

Die am 24. Juli beschlossenen Massnahmen, darunter die 200-Personen-Regel, die Abstandsregel, das Tragen von Mund-Nasenschutz überall dort, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, wie in Friseursalons oder in Bussen, wären am kommenden Freitag ausgelaufen. Der Chefepidemiologe hatte in einem Memorandum an Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir empfohlen, die Massnahmen für zwei weitere Wochen beizubehalten. Sie sind nun bis zum 27. August gültig.