COVID: Neuinfektionsrate schiesst in die Höhe

Fosshotel quarantine Reykjavík COVID-19

Die aktuellen COVID-Infektionszahlen schlagen alles bisher Dagewesene: gestern wurden 123 Personen im Land positiv getestet, und zwei Personen an der Grenze. Am Morgen hatte die Zahl noch 96 betragen, doch da hatten nicht alle Testergebnisse vorgelegen.

In Isolierung befinden sich derzeit 745 Personen, 2030 sitzen in Quarantäne. Zusätzlich sind 1011 Personen in Testquarantäne. Drei Personen befinden sich in stationärer Behandlung.
Von den 123 Personen waren 88 nicht in Quarantäne gewesen. Der grösste Teil der positiv Getesteten, oder 84 Personen, ist vollständig geimpft.

Auf der COVID-Pressekonferenz am Vormittag hatten die Behörden angekündigt, dass sich alle Schwangeren am Donnerstag impfen lassen können. Ihnen steht der Pfizer Impfstoff zur Verfügung. Ausserdem werden alle Inselbewohner, die aus dem Ausland zurückkehren, eindringlich gebeten, sich im Gesundheitsnetz heilsuvera.is für einen Test registrieren zu lassen, auch wenn dies nicht verpflichtend ist.
Gesundheitsamtsleiterin Alma Möller hatte angegeben, die am Samstag in Kraft getretenen Seuchenschutzmassnahmen seien vorsorglicher Natur, weil niemand sagen könne, wieviele schwere Krankheitsverläufe es in einer weitgehend durchgeimpften Bevölkerung gebe.

Zur Zeit sieht es ganz danach aus, dass Island auf der Karte der Europäischen Seuchenschutzkommission als orangefarben eingetragen wird, zitiert mbl.is Víðir Reynisson, den Leiter des isländischen Zivilschutzes. Die Karte wird kommenden Donnerstag aktualisiert.
Dabei sei es Víðir zufolge unmöglich, etwas über die Auswirkungen einer solchen Kategorisierung zu sagen, weil jedes Landes in Europa seine eigenen Regeln und Massstäbe verfolge.

 

Trawler verliert Fanglizenz wegen Wiegebetrugs

Fish unloaded Skagaströnd

Dem Trawler Valþór GK ist für vier Wochen die Fischfanglizenz entzogen worden, weil nachweislich mehrfach Fang an der Hafenwaage vorbei angelandet wurde, berichtet RÚV. Das Fangverbot gilt vom 24. August bis 20. September 2021. Entschieden und durchgesetzt wurde das Verbot vom Amt für Fischerei bereits am 20. Juli. In dem Dokument heisst es, dass am 28. April diesen Jahres ein Hafenmitarbeiter beim Ankern des Schiffes bemerkt habe, dass 572 Kilogramm Dorsch angelandet, aber nicht auf der Hafenwaage gewogen wurde.

Nach Angaben des Amtes für Fischerei ist dies ein Verstoss gegen das Gesetz zur Nutzung von Fisch und Meeresfrüchten, nach dem der gesamte Fang eines Schiffes im Hafen gewogen werden muss. Der Fang muss auf direktem Weg zur Hafenwaage gebracht werden.
Die Valþór GK ist ein alter Kunde, schon im vergangenen Sommer war ihr aus dem gleichen Grund die Fischfanglizenz für einen Monat entzogen worden.

Systematischer Betrug an der Hafenwaage und Rückwurf von zu kleinen oder zu hässlichen Fischen oder von Überfang sind zwei Probleme, die in der isländischen Fischereiwelt immer wiederkehren. Das Investigativmagazin Kveikur hatte vor fünf Jahren bereits ausgedehnt über die Problematik berichtet.