Reykjanesausbruch: Drohnenvideo zeigt blubbernde Lava

active crater of the Geldingadalir eruption July 12, 2021

Ein neues Drohnenvideo vom Vulkanausbruch zeigt ausgedehnte Aktivität im Krater, der Lava in die Meradalir fördert. Wenn der Ausbruch so weitergeht, könnte sich die Befürchtung der Behörden bestätigen und die Lava über den Suðurstrandavegur in Richtung Meer laufen.
Das Video stammt von Jóna Sigurlína Pálmadóttir.

/

Man sieht im Krater blubbernde Laba, die dann durch ein Loch in der Kraterwand in Richtung Meradalir läuft. Ende Juni war der vulkanische Tremor unregelmässiger geworden, und tagelang hatte sich Lava mit kurzen Unterbrechungen überhaupt nicht sehen lassen. Seit dem vergangenen Wochenende sieht die Lage jedoch wieder stabil aus. Eine Vorhersage dazu, wie lange der Vulkanausbruch andauern wird, ist Experten zufolge nicht möglich.

COVID: 29 Touristen seit 1. Juli positiv getestet

Zur Zeit befinden sich 17 Touristen mit aktiver COVID-19 Infektion in den offiziellen Quarantäneeinrichtungen des Landes, berichtet RÚV. Die meisten dieser Infektionen wurden entdeckt, als sich die Reisenden den für ihre Ausreise notwendigen PCR-Tests unterzogen. Seit Inkrafttreten der neuen Grenzbestimmungen am 1. Juli sind insgesamt 29 Touristen positiv auf COVID-19 getestet worden, mehr als die Hälfte von ihnen hatte ein Attest über eine vollständige Impfung vorgelegt.

Infektion könnte mitgebracht sein
Seit dem 1. Juli müssen sich geimpfte Reisende nicht mehr dem bislang obligatorischen Test bei der Einreise unterziehen. Viele dieser Reisenden sind jedoch verpflichtet, sich kurz vor Abflug testen zu lassen, weil ein negatives Testergebnis Voraussetzung für die Einreise am Zielort ist. “Sie haben sich hier für eine bestimmte Zeit aufgehalten, und weil sie geimpft sind, mussten sie bei der Einreise nicht zum Test, es ist daher unmöglich zu sagen, ob sie die Infektion aus dem Ausland mitgebracht haben oder ob sie sich hier im Land angesteckt haben,” kommentierte Gylfi Þór Þorsteinsson, der Leiter der staatlichen Quarantänehotels. Die Zahl der Gäste in den Einrichtungen ist in den vergangenen Tagen immer weiter gestiegen. “Man kann sagen, dass inzwischen jeden zweiten Tag ein Infizierter ankommt.”

Sechs Infektionen im Inland gehen nach Auskunft von Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason auf die 29 Grenzinfektionen zurück, die seit dem 1. Juli bei Tests für die Ausreise gefunden wurden. Die ambulante COVID-Station der Universitätsklinik behandelt derzeit 40 Patienten, die meisten von ihnen sind erkrankt.

Risiko wegen hohem Impfdurchsatz eingegangen
Die Entscheidung, den COVID-Test für Personen mit Impfattest bei ihrer Einreise nach Island fallenzulassen, war getroffen worden, weil inzwischen 92 Prozent aller Frauen und 88 Prozent aller Männer über 16 Jahren in Island eine oder beide Impfdosen erhalten haben. Damit sind 64 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, 71,6 Prozent haben eine oder zwei Spritzen erhalten.

“Wir wusste genau, welches Risiko wir eingingen,” gab Þórólfur an. “Es ist daher wichtig, dass die Impfung so weiträumig wie möglich in Island erfolgt ist. Und das ist es was wir abwarten müssen, ob die Impfung hält was sie verspricht, und ob sie die Leute schützt, die dem Virus ausgesetzt sind.”
Die derzeitige Grenzbestimmungen sind bis zum 15. August gültig.

Island will Waldfläche für Klimaneutralität verdoppeln

Wenn Island bei seinen Plänen bleibt, bis 2040 eine Klimaneutralität zu erreichen, wird es innerhalb der kommenden zwei Jahrzehnte seine Waldfläche verdoppeln, berichtet RÚV. Bislang sind gerade mal zwei Prozent des Landes von Wald bedeckt, das ist eine Fläche von der Grösse der Halbinsel Reykjanes. Die Gletscher bedecken immerhin 10 Prozent des Landes.

Hreinn Óskarsson von der isländischen Forstbehörde meint, Aufforstung könne ein emotionales Thema für die Isländer sein, die an ihrer Landschaft in der derzeitigen Form hängen.
Als die Insel im 9. Jh. dauerhaft besiedelt wurde, waren 25 bis 40 Prozent des Landes von Wäldern bedeckt. Die meisten Bäume mussten den Schafen und Rindern der Siedler weichen, und Beweidung verhinderte eine Rückkehr der Bäume.

Im Jahr 1908 wurde die Forstbehörde ins LEben gerufen, grössere Aufforstungsmassnahmen haben jedoch nicht vor 1950 stattgefunden.
Die vor mehr als einem halben Jahrhundert gepflanzten Wälder erwirtschaften inzwischen nutzbares Holz, dass sich durchaus im Vergleich mit ausländischem Holz messen kann.
Zu Beginn des Monats war eine neue 10 Meter lange Brücke für Fussgänger und Reiter über die Þjórsá eingeweiht worden, wobei die Brücke aus isländischem Holz besteht. Sie ist die erste Brücke ihrer Art, und Waldranger Trausti Jóhannsson zeigte sich stolz darüber, dass die Waldwirtschaft diesen Punkt in Island erreicht habe. Die Nachfrage nach isländischem Bauholz steigt Trausti zufolge ständig, und immer mehr Betriebe wenden sich der Produktion zu. “Wir entwickeln das isländische Holz immer weiter.”