Uniklinik verlangt Quarantäne von neueingereisten Patienten

landspitali national university hospital iceland

Die Universitätsklinik hat neue Bestimmungen für Personen veröffentlicht, die das Krankenhaus kurz nach ihrer Ankunft in Island aufsuchen müssen, berichtet mbl.is.

Demnach haben sich alle Personen, die innerhalb der ersten fünf Tage nach ihrer Ankunft das Krankenhaus zur Behandlung aufsuchen und ein Antikörperattest oder ein Impfattest vorlegen, in eine fünftägige Quarantäne zu begeben, wenn sie stationär aufgenommen werden müssen. Die Quarantäne ist beendet, sobald nach dem fünften Tag das negative Testergebnis vorliegt.

Für einen Besuch in den Ambulanzen oder Diagnostikabteilungen ist keine Quarantäne notwendig, aber Maskenbenutzung und Händedesinfektion verpflichtend.

Alle Personen, die gar nicht oder nicht vollständig geimpft sind und das Krankenhaus innerhalb der ersten sieben Tage nach Ankunft im Lande aufsuchen müssen, haben sich in allen Abteilungen der Klinik verpflichtend in eine siebentägige Quarantäne zu begeben, bis das negative Testergebnis vorliegt.

Diese Bestimmungen gelten für Erwachsene und Kinder.

Zehn Parlamentarier drängen USA, die Anklage gegen Assange fallen zu lassen

Alþingi Icelandic parliament

Zehn Parlamentsabgeordnete aus fünf Parteien haben dem US Botschafter in Island einen Brief übersandt, in dem sein Land aufgefordert wird, die Anklage gegen den WikiLEaks Gründer Julian Assange fallen zu lassen, berichtet RÚV. Erst kürzlich hatte ein Kronzeuge im Assange-Fall, der Isländer Sigurður Þórðarson (auch als Siggi der Hacker bekannt), zugegeben, seine Anschuldigungen gegen seinen früheren Mentor frei erfunden zu haben.

Assange befindet sich zur Zeit im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh, wo er seit seiner Verhaftung im April 2019 festgehalten wird. Die USA verlangen seine Auslieferung, um ihn der Spionage anzuklagen. Diese Anklage wird von den zehn Parlamentariern als Versuch bezeichnet, investigativen Journalismus zu kriminalisieren und einen üblen Präzendenzfall für die internationale Pressefreiheit zu schaffen. Im Fall einer Auslieferung und Verurteilung muss Assange mit 175 Jahren Gefängnis rechnen.

Der Brief zitiert auch einen Bericht von Nils Melzer, dem UN Sonderberichterstatter über Folter, in dem es heisst, dass Assange als Angeklagter Isolierung und Entwürdigung erlebt habe und seiner fundamentalen Menschenrechte beraubt worden sei.

Der Brief der Parlamentarier ist aufgesetzt worden, nachdem das isländische Nachrichtenmagazin Stundin einen investigativen Artikel (in englischer Sprache) über den Hacker Sigurður Þórðarson veröffentlichte, der von den USA angeheuert worden war, um einen Fall gegen Assange aufzubauen, nachdem er die US-Behörden zuvor hatte Glauben gemacht, er sei ein enger Vertrauter Assanges. Der Hacker hatte kürzlich unter anderem zugegeben, dass Assange ihn niemals gebeten habe, sich Zugang zu Telefonen von Abgeordneten zu verschaffen oder Gesprächsmitschnitte zu hacken.

Der Brief an den US Botschafter wurde unterzeichnet von den Abgeordneten Helga Vala Helgadóttir und Guðmundur Andri Thorsson (Sozialdemokratische Allianz), Ari Trausti Guðmundsson (Linksgrüne), Halldóra Mogensen, Þórhildur Sunna Ævarsdóttir, Björn Leví Gunnarsson, and Andrés Ingi Jónsson (Piraten Partei), Hanna Katrín Friðriksson and Jón Steindór Valdimarsson (Reform Partei), and Inga Sæland (Volkspartei).

Island unterzeichnet Freihandelsabkommen mit Grossbritannien

Island und Grossbritannien haben am Donnerstag ein Freihandelsabkommen unterzeichnet, berichtet RÚV. Aussenminister Guðlaugur Þór Þórðarson sagte, mit dem Vertragsabschluss habe Island seine Interessen beim zweitwichtigsten Handelspartner gesichert.

Der Deal, der die EFTA-Staaten Norwegen und Liechtenstein miteinbezieht, war im vergangenen Monat angekündigt worden und ersetzt das vorübergehende Abkommen, welches in Kraft getreten war, als Grossbritannien die EU verliess. “In Bezug auf das gesamte Handelsvolumen ist der Deal wichtiger für Norwegen und Island als für Grossbritannien,” schreibt die BBC. Der Deal signalisiere, dass die Nation zügig neue Handelsabkommen abschliesse. Die britische Regierung hat verringerte Importzölle auf Produkte wie Garnelen, Hummerkrabben und Schellfisch als Kostenersparnis für die britische Fischindustrie gelobt, wodurch Arbeitsplätze in Schottland, Yorkshire und Lincolnshire gehalten würden.

Guðlaugur Þór lobte den Deal als wichtig für isländische Unternehmen wie für Konsumenten. Vertreter aus der isländischen Fischereindustrie zeigten sich eher enttäucht, weil der Deal für ihre Branche eher wenig Wachstumsaussichten bereithält. Guðlaugur Þór betonte, es handle sich nicht um einen Endpunkt. Vielmehr sei es begrüssenswert, wenn die Leute erkennen, wie wichtig es sei, das Handelsnetzwerk auszuweiten und zu stärken, und Islands Zugang zu ausländischen Märkten zu erweitern.