Reykjanesausbruch: Krater sprudelt nach Atempause wieder

Beobachter der Webcams in den Geldingadalir hatten in der vergangenen Nacht einem beeindruckenden Spektakel beiwohnen können, als nach tagelanger vermeintlicher Ruhe die Lava mit ungewohnter Kraft aus dem Hauptkrater zu sprudeln und in alle Richtungen zu fliessen begann.
Eine Ursache dafür, dass keine Lava sichtbar gewesen ist, könnte nach Ansicht des Vulkanologen Þorvaldur Þórðarson darin liegen, dass ein Teil des Kraterrandes eingestürzt war und auf irgendeine Weise den Lavaaustritt verstopft oder verzögert habe. Dadurch sei auch auf den Seismographen verminderte Aktivität aufgezeichnet worden. Vorgestern Abend hatte der Vulkanausbruch eine Art Atempause genommen, bei der sogar der Tremor für einige Zeit ausgesetzt hatte.
Da die Sicht im Eruptionsgebiet durch Nebel stark behindert war, konnte man auch nicht erkennen, was sich im Krater tut.

Dann jedoch wurde das mögliche Abflusshindernis offenbar beseitigt, und gestern Abend gab es ein Naturschauspiel zu sehen, welches Vísir in zwei Videos zusammengeschnitten hat, eines im Zeitraffer und ein weiteres in Phasen, jeweils von 20 Uhr bis 2 Uhr.

Der Hauptfluss der Lava liegt Þorvaldur zufolge weiterhin unter der Oberfläche. Er ist nicht versiegt, denn die Gesamtfläche wächst stetig weiter an. Die Veränderungen im Krater hätten offenbar keine Auswirkungen auf den unterirdischen Lavafluss.
Folgende Videoaufnahmen des Fotografen Raymond Hoffmann stammen ebenfalls von letzter Nacht.

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Blutender Asphalt im Borgarfjörður Eystri

Reisende die sich im Osten des Landes aufhalten, müssen dieser Tage mit blutendem Asphalt im Borgarfjörður Eystri rechnen, berichtet RÚV. Bei Asphaltbluten löst sich die oberste Schicht der Asphaltdecke und bleibt am Reifen kleben.
Als Ursache gelten kurzfristige Temperaturunterschiede. In den vergangenen Tagen hatte das Thermometer im Osten des Landes 25 Grad erreicht, und in einigen Regionen könnte es in den kommenden Tagen durchaus auch noch wärmer werden.

Nach Aussage von Bürgermeister Jón Þórðarsson rührt der blutende Asphalt höchstwahrscheinlich von einem Wegstück, welches im vergangenen Jahr ausgebessert worden war.
Bislang sind keine Schäden bekannt geworden, doch Autofahrer verglichen das Fahren über blutenden Asphalt mit dem Gefühl, mit einem platten Reifen unterwegs zu sein.
Bedingt durch die häufigen und oft extremen Temperaturwechsel in Island kommt blutender Asphalt hierzulande öfter vor als im Ausland, heisst es in einer Mitteilung der Strassenverwaltung.

 

Schlammlawine beschädigt zwei Häuser

landslide varmahlíð aur

Gestern ist eine Schlammlawine auf zwei Häuser im nordisländischen Varmalíð gefallen und hat dort beträchtlichen Schaden angerichtet. Verletzt worden ist bei dem Vorfall niemand. Inzwischen sind neun Häuser in vier verschiedenen Strassen evakuiert worden. Die Evakuierung bleibt nach Aussage der Behörden solange bestehen, bis man weiss, woher die Wassermassen kamen, die das Erdreich unter der Strasse in Schlamm verwandelt hatten.

Nach Ausage von Gemeindedirektor Sigfús Ingi Sigfússon hatten die Behörden bemerkt, dass sich die Strasse gegen Ende des Winters abgesenkt hatte. Gestern sollten dort Reparaturarbeiten beginnen, und das schwere Gerät war bereits an Ort und Stelle, als der Untergrund ins Rutschen geriet. Zum Glück hatte sich zum Zeitpunkt des Unglücks niemand in den Häusern befunden.

Eine weitere Schlammlawine ist gestern Abend auf das Skigebiet Tindastóll abgegangen und hat die Hochspannungsleitung zerstört. Als Ursache gelten die hohen Temperaturen der vergangenen Tage, die den Schnee haben tauen lassen. Die Notfallhotline und das Kommunikationsnetz von Mila werden zur Zeit per Dieselaggregat betrieben, bis es trocken genug ist, die Stromleitung zu reparieren, berichtet RÚV.

Hitze und Tauwetter führen derzeit auch zu hohen Wasserständen im Norden. Die Fnjóská ist über die Ufer getreten, der Campingplatz am Vaglaskógur steht unter Wasser. Viele Flüsse wie etwa die Glerá in Akureyri haben eine braune Farbe angenommen. Reisende sollten sich der Gefahren von hohen Flusspegeln und nassem Untergrund bewusst sein, wenn sie an Ufern unterwegs sind.