Reykjanesausbruch: Suche nach vermisstem Touristen geht weiter

Mehr als 200 freiwillige Mitglieder der isländischen Rettungsorganisation Landsbjörg sind seit gestern auf der Suche nach einem vermissten Besucher in den Geldingadalir. Der amerikanische Tourist war während der Wanderung gestern Nachmittag gegen 15 Uhr von seiner Frau getrennt worden. Bei dem Grosseinsatz sind auch Suchhunde und Drohnen sowie Hubschrauber der Küstenwache beteiligt, doch bislang gibt es keine Spur von dem Vermissten.
Gestern war das Wetter im Vulkangebiet sehr schlecht gewesen, es hatte geregnet, und dichter Nebel hatte über der Region gehangen. Piloten der Küstenwache hatten es als schwierig bezeichnet, das Gebiet aus der Luft zu durchkämmen und nach einem möglicherweise liegenden Menschen abzusuchen, einen Stehenden könne man aus der Luft besser erkennen.

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Der Vermisste ist am Abend aufgefunden worden, berichtet RÚV.
Er befand sich etwa vier Kilometer nordwestlich des Ausbruchsgebietes, als Mitglieder der Rettungswacht ihn gegen 20 Uhr fanden.
In einer Miteilung der Rettungswacht heisst es, der Mann sei munter, aber etwas angeschlagen und erhalte Verpflegung. Für ein Fahrzeug der Rettungswacht sei das Gebiet nicht zugänglich, daher werde er mit dem Hubschrauber in die Stadt geflogen.

Die Polizei von Suðurnes schreibt in einem Beitrag auf Facebook sie habe den vorherigen Beitrag mit der Suchmeldung und den persönlichen Daten des Mannes aus Rücksicht auf ihn entfernt.

Erstes PLAY Flugzeug absolvierte Jungfernflug nach London

PLAY airline airplane Keflavík flight

Die neue isländische Fluglinie PLAY hat am Freitag ihrem Jungfernflug von Keflavík aus nach London Stanstead absolviert. Etwa 100 Passagiere hatten sich an Bord befunden, manche von ihnen waren das erste Mal seit Beginn der Pandemie wieder geflogen. Das Unternehmen hatte von Freitag auf Samstag Aktienpakete für die Öffentlichkeit angeboten. PLAYs Geschäftsführer Birgir Jónsson gab an das Unternehmen wolle im kommenden Jahr schwarze Zahlen schreiben.

“Ein grosser Tag,” hatte Birgir RÚV gegenüber geäussert. “Ich glaube nicht, dass Tage in der Geschichte einer Fluggesellschaft und in der Geschichte dieses Unternehmens grösser sein können, wir schweben total auf Wolke sieben.”

PLAY steht vor einem intensiven Wettbewerb mit der isländischen Fluglinie Icelandair, sowie mit 30 weiteren Airlines, die derzeit den Luftverkehr nach Island bedienen. “Das ist eine grosse Gruppe, aber wir wollen mit unserem Routensystem und der Flexibilität eine einzigartige Position einnehmen,” erklärte Birgir. Seine Airline fliegt derzeit nur ein paar Destinationen in Europa an, doch soll das Routennetz im kommenden Jahr weiter nach Westen über den Atlantik ausgebaut werden.

Die Fluglinie PLAY war im Jahr 2019 von ehemaligen Managern der WOW air gegründet worden, die im gleichen Jahr bankrott gegangen war. Kurz nach Gründung brach die COVID-19 Pandemie aus, und das Unternehmen musste seinen Start verschieben. Man nutzte die Zeit, um die Finanzierung sicherzustellen und Personal anzuwerben. In der Zwischenzeit beantragte das Unternehmen eine Flugbetriebslizenz, um die totgesagte Airline zu neuem Leben zu erwecken.

Ganz ohne Kontroverse ist die Inbetriebnahme der neuen Fluggesellschaft jedoch nicht verlaufen. Geschäftsführer Birgir hat derzeit wegen seiner Kapitaleinnahmen aus 2018 Besuch vom Finanzamt, und auch gegen Vorstandsmitglied María Rúnarsdóttir wird wegen möglicher Steuerhinterziehung ermittelt, nachdem sie für die Jahre 2011 und 2012 keine Einkommenssteuererklärung abgegeben hatte. Diese Ermittlungen hatten in den Dokumenten rund um die Aktienausschreibung Erwähnung gefunden.

Auch vom isländischen Gewerkschaftsdachverband ASÍ war Kritik an PLAY geübt worden, nachdem das Unternehmen Vertragsvereinbarungen für seine Angestellten aufgesetzt hatte, ohne die Gewerkschaft der Flugbegleiter (FFÍ) vorher zu konsultieren. In einem Schreiben an das Unternehmen verlangt die FFÍ Tarifverhandlungen für das bei PLAY angestellten Kabinenpersonal.