COVID-19: Impfangebot auf Bewohner ohne Personenkennziffer ausgeweitet

bólusetning mass vaccination Laugardalshöll

Personen, die sich in Island aufhalten, aber keine richtige Personenkennziffer (kennitala) haben, sondern eine vorübergehende Registrierung, sind zur Impfung gegen die COVID-19 Krankheit eingeladen worden. Arbeitgeber, die Kurzzeitarbeitnehmer beschäftigen, wurden aufgefordert, eine Liste aller möglichen Empfänger zusammenzustellen, um den Prozess zu beschleunigen.
Dem Willen der Behörden nach sollen bis zum 25. Juni alle Bewohner ab 16 Jahren ihre erste Impfdosis erhalten haben.

In Reykjavík lebende Ausländer ohne kennitala können sich für die Impfung unter der Emailadresse [email protected] registrieren. In anderen Regionen lebende Ausländer ohne kennitala werden gebeten sich mit dem örtlichen Gesundheitszentrum in Verbindung zu setzen.
Folgende Informationen werden benötigt:
– Name
– Geburtstag und Jahr
– Geschlecht
– Land der Herkunft
– Postleitzahl (um eine Einladung vom zuständigen Gesndheitszentrum zu erhalten)
– Emailaddresse

Das isländische Gesundheitsamt weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Einladung nicht für Touristen gilt.

Unternehmen, die Kurzzeitarbeiter mit einer kerfiskennitala beschäftigen, sind aufgefordert, eine Excel-Tabelle mit folgenden Informationen zu übermitteln:
– vorübergehende Personenkennziffer (kerfiskennitala)
– Name
– Isländische Telefonnumer (um die Impfeinladung zu erhalten)
– Postleitzahl (um eine Einladung vom zuständigen Gesundheitszentrum zu erhalten)

Die Liste soll an das für das Unternehmen zuständige Gesundheitszentrum geschickt werden. Wohnen die Angestellten an verschiedenen Orten, soll sich das Unternehmen mit dem Impfmanager des Chefepidemiologen oder mit dem Gesundheitsamt unter [email protected] in Verbindung setzen.

Das isländische COVID-Impfprogramm hatte am 29. Dezember 2020 begonnen. Nach einem eher zaghaften Start konnten mit besserer Verfügbarkeit der Impfstoffe von Monat zu Monat immer mehr Menschen geimpft werden. Inzwischen haben 62,59 Prozent der Bevölkerung die erste Impfdosis erhalten, 39,2 Prozent sind vollständig geimpft. Gegen Ende des Junimonats sollen alle Seuchenpräventionsmassnahmen im Inland aufgehoben werden. Die derzeitigen Inlandsregeln, darunter der Einmeterabstand und die Personenzahlbegrenzung auf 300 an einem Ort, sind bis zum 29. Juni gültig.

Aussergewöhnlicher Steinfund im Fagridalur

Ein archäologischer Fund im Fagridalur im Bezirk Skaftafellssýsla gehört nach Ansicht des ehemaligen Museumsleiters von Skógar, Þórður Tómasson, zu den bemerkenswertesten der Region. Bei dem Fund handelt es sich um einen behauenen Basaltstein, der die Form eines offenen Bootes hat, berichtet mbl.is.
Die Formgebung ist für den unbekannten Steinmetz vergangener Zeiten sicher nicht einfach gewesen, denn das Gewicht des Steins wird auf mehrere Tonnen geschätzt. Herkunft und Zweck des Steines sind ein völliges Rätsel.

Jónas Erlendsson, der Bauer im Fagridalur, hatte diesen Stein seit Jahrzehnten gesucht. Zum ersten Mal hatte er ihn als junger Bursche erblickt, als sein Grossvater mit ihm unterwegs war. Der Stein geriet in Vergessenheit und viele hatten seitdem gegrübelt, wohin er wohl verschwunden war. Bis Jónas im letzten Winter in jenem Grashügel ein Stück Basalt hervorblitzen sah.
Am vergangenen Freitag schliesslich machte er sich auf den Weg zu dem Ort, wo er den Grashügel gefunden hatte, grub Bewuchs und Erdreich ab, und fand darunter tatsächlich den Stein, den er seit Jahrzehnten gesucht hatte.

Auch Þórður interessierte sich seit langem für diesen Stein. Vor vielen Jahren habe er, so erzählt er, mit Sigrún Guðmundsdóttir, der Hausherrin im Fagridalur gesprochen, die ihm den Stein und das Gebiet drumherum beschrieben hatte. Unter anderem habe sie gesagt, dass er sich in einer Ruine mit Grassodenresten befände.
Þórður bezeichnet den Fund als sehr alt und einzigartig. Der Zweck des steinernen Bootes indes sei vollkommen unklar. Seines Wissens nach gebe es keinen anderen ähnlich geformten Stein, schon gar nicht im Bezirk Skaftafellssýsla, wo archäologische Funde ohnehin sehr selten seien.
In der Nähe des Fundortes liegt ein alter Reiseweg, doch glaubt Þórður nicht, dass es eine Verbindung zwischen dem Weg und dem Stein gebe.
Nun dürfen sich also die Wissenschaftler den Kopf über dem Bootsstein zerbrechen, der einstweilen an seinem Fundort liegenbleibt, weil er zum Wegtragen zu schwer ist.

Hier findet man weitere Fotos von dem Stein.

Liste verbotener Hunderassen um drei Rassen erweitert

Die isländische Liste verbotener Hunderassen soll um vier weitere Rassen erweitert werden, eine entsprechende Vorlage des Landwirtschaftsministeriums liegt seit gestern auf der Plattform samráðsgátt zur öffentlichen Meinungsabgabe vor.
Nicht importiert werden durften bislang Pit Bull Terrier, Staffordshire Bull Terrier, Fila Brasileiro, Toso Inu und Dogo Argentino. Hinzukommen sollen nun die Rassen Boerboel, Cane Corso und Presa Canario.

Bei der Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsbehörde MAST waren Importanträge zu solchen Hunden eingegangen, die, so heisst es in der Vorlage, gefährlich werden können, weswegen MAST die Importe bislang abgelehnt habe. Diese Hunderassen seien für Eigenschaften bekannt, die bei der Jagd auf Grosstiere, im Wacheinsatz und beim Hundekampf von Nutzen seien. Aufgrund ihres Charakters und Körperbaus müsse der Hundehalter über besondere Kenntnisse verfügen und im Umgang mit den Hunden äusserste Vorsicht walten lassen, weil sonst die Gefahr bestehe, dass eine aufkommende Aggressivität schwerwiegende Auswirkungen auf Menschen und andere Tiere haben könne.

Die Vorlage hat Kritik geweckt, vor allem beim Verband verantwortungsvoller Hundehalter. Verbandsvorsitzende und Veterinärin Freyka Kristinsdóttir sagte Vísir gegenüber, ein Verbot bestimmter Rassen schaffe falsche Sicherheit und sei eine falsche Herangehensweise. Es bedeute nicht, dass erlaubte Hunderassen gefahrlos seien. “Alle Hunde können beissen, deshalb muss man jeden Hund für sich beurteilen,” sagte Freyja. “In den meisten Fällen beissen Hunde, weil die Leute nicht mit ihnen umgehen können. Wenn sie sich unter bestimmten Umständen unbehaglich fühlen und nicht entkommen können, kann ihr einziger Weg darin liegen, die Zähne zu fletschen und zu beissen.”

Hrund Hólm, die für Import und Export zuständige Veterinärin bei MAST, gab dem Fréttablaðið gegenüber an, rassebezogene Regeln, wie sie in Island Anwendung fänden, seien nicht unumstritten. Da jedoch trotz wiederholter Anmahnung ein umfassendes Gesetz zur Hundehaltung in Island fehle, halte MAST diesen Weg zum jetztigen Zeitpunkt für am besten.

Im Frühjahr hatte der Fall eines Rottweiler die Medien beschäftigt, der in einem Reykjavíker Lokal ein junges Mädchen ins Gesicht gebissen hatte. Der Hund war danach einem Wesenstest unterzogen und nicht eingeschläfert worden, vielmehr hatte der prüfende Tierarzt die Schuld für den Vorfall beim Hundehalter gesehen, der seinen Hund drei Stunden in der lauten Kneipe hatte sitzen lassen.  Das “Röntgen” hatte nach dem Vorfall angekündigt, die Erlaubnis zur Mitführung von Hunden im Lokal zu überdenken.
Wachhunde wie Rottweiler, Dobermann und Schäferhund stehen in Island nicht auf der Liste verbotener Rassen.