Reykjanesausbruch: Abenteurer entkommt Lavaschwall mit knapper Not (Video)

Heute gegen Mittag ist ein Besucher um ein Haar Opfer der glühenden Lava in den Geldingadalir geworden. Die Person hatte sich über die frisch erstarrte Lava auf den langen Weg zum Krater gemacht. In den Aufnahmen der Webcam ist zu sehen, wie sie sich umdreht, rennt und stürzt, just als mit hohem Tempo ein Schwall rotglühender Lava aus dem Krater fliesst.

RÚV berichtet, eine weitere Gruppe von Abenteurern habe sich der Webcam präsentiert, wobei dem Standort zu entnehmen ist, dass sie sich auf der erstarrten Lava befanden.
Der Fotograf Kevin Pagés wurde Zeuge, wie an mehreren Stellen Leute die Lava betraten, offenbar mit dem Ziel, näher an den Krater heranzukommen.

Seit etwa zwei Tagen ist die Lavafontäne in dem Hauptkrater versiegt. Dort brodelt nun ein Magmasee, der von den üblichen Aussichtspunkten nicht mehr zu sehen ist. Ohne Vorwarnung kocht die Magma hoch und spült über die Kanten des Kraters in alle Richtungen hinab.

Bogi Adolfsson, der Leiter der Grindavíker Rettungstruppe Þorbjörn, sagte RÚV gegenüber, diese “Halbwahnsinnigen” hätten jeden Rekord geschlagen. Polizei und und Rettungsmänner sind jetzt auf dem Weg zur Ausbruchsstelle und werden das Gelände voraussichtlich sperren.
Bislang hatten die Behörden auf das Aufstellen von Warnschildern vertraut, doch Bogi sagt, ganz offensichtlich müsse man zu drastischeren Massnahmen greifen. “Ich hatte ja gedacht, dass das ausrecicht,” sagte er, “aber jetzt fragt man sich, was kommt als nächstes? Schwimmversuche und ein Sprung in den Krater?”

 

Zufahrtsgebühren für den Mýrdalssandur in Verhandlung

Das Unternehmen Viking Park Iceland steht in Verhandlungen mit Unternehmen der Tourismusindustrie zur Erhebung von Gebühren im Bereich Mýrdalssandur, vor allem an den Strassen nach Hafursey und zum Kötlujökull. Viking Park Iceland befindet sich im Besitz einer deutsch-isländischen Eigentümergemeinschaft, die im vergangenen Jahr das Land rund um Hjörleifshöfði erworben hatte, um in der Gemarkung Lavasand für den Export abzubauen und Tourismus zu betreiben.
Das Land um Hjörleifshöfði war zuvor insgesamt drei isländischen Regierungen erfolglos zum Kauf angeboten worden.

Viking Parks Geschäftsführer Jóhann Vignir Hróbjartsson sagte mbl.is gegenüber, die Gebührenpläne beträfen nur Reiseunternehmen.
Einzelpersonen sollen keine Zufahrtsgebühren zahlen müssen.
Mit der Gebührenerhebung wolle man den Verkehr im Gebiet begrenzen und dem Offroadfahren zuvorkommen. Die Offroadfahrer, die ihre Spuren im Sand hinterliessen, versuche man mit Schildern zu erziehen, doch falls das nicht funktioniere, könne es durchaus sein, dass das Unternehmen Massnahmen ergreifen müsse, um den Zugang zu dem Gebiet zu verhindern. Er hoffe, dass es dazu nicht komme.
Zur Höhe der ab 1. Juli für die Reiseunternehmen fälligen Gebühren wollte Jóhann sich nicht äussern.

In dem Gebiet, für das die Zufahrtsgebühren erhoben werden sollen, befinden sich Eishöhlen, die im Gegensatz zu anderen Gletscherregionen ganzjährig begehbar sind und von Tourunternehmen aus Vík und Reykjavík angefahren werden.

Teileigentümer Mýrdalssandur ehf. nutzt RÚV zufolge das vulkanische Material schon länger für den Export in die Baubranche. Der Lavasandabbau durch den neuen deutschen Miteigentümer der Mýrdalssandur-Länderei, die STEAG Power Mineral, steht jedoch nicht an erster Stelle im Businessplan. Wie Vísir im vergangenen Jahr schrieb, will das Unternehmen erst dann mit dem Sandabbau beginnen, wenn die Kohlebergwerke schliessen und es zu einer Verknappung der für die Zementproduktion wichtigen Flugasche kommt. Damit werde erst in zwei bis fünf Jahren gerechnet.

COVID-19: Ab Dienstag dürfen 300 Personen zusammenkommen

Minister of Agriculture, fisheries and food Svandís Svavarsdóttir

Am kommenden Dienstag, den 15. Juni, werden in Island die Seuchenpräventionsregeln weiter gelockert. Das kündigte Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir nach einer Kabinettsitzung heute morgen an, berichtet Vísir.

Nach der Lockerung erhöht sich die erlaubte Personenzahl an einem Ort auf 300 Personen, die Zweimeter-Abstandsregel wird auf einen Meter herabgesetzt. Gäste, die öffentliche Veranstaltungen mit 300 erlaubten Personen besuchen, dürfen nun nebeneinander sitzen. Bei bestuhlten Veranstaltungen gilt weiterhin die Maskenpflicht.
Nachtclubs dürfen bis Mitternacht geöffnet bleiben, die Gäste müssen das Lokal bis 1.00 Uhr verlassen haben. Auch Restaurants dürfen bis Mitternacht geöffnet bleiben.

Die Behörden hegen die Hoffnung, alle sozialen Seuchenschutzmassnahmen innerhalb des Landes zu Beginn des kommenden Monates lockern zu können. Mitte Juni soll ausserdem eine Impfung für chronisch kranke Kinder von 12 bis 15 Jahren im Angebot sein.
Ab dem 1. Juli soll die Einreise für geimpfte Personen erleichtert werden, sie müssen sich dann nicht mehr am Flughafen testen lassen. Für alle anderen Passagiere gilt weiterhin die Regel von zwei PCR-Tests mit fünf Tagen Quarantäne.

In einem Schreiben an die Regierung hatte Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason die COVID-Lage in Island als gut bezeichnet. Seit dem 25. Mai, als die letzten Lockerungsmassnahmen in Kraft traten, sind 42 Personen an der Grenze positiv auf die COVID-Krankheit getestet worden, 25 von ihnen befanden sich in Quarantäne. In den letzten Tagen waren die Fallzahlen weiter zurückgegangen.
“Es ist klar dass die breite Impfung in Island und viele hygienische Massnahmen uns den Erfolg gebracht haben, obwohl das Virus immer noch unter uns ist.” schreibt Þórólfur in seinem Memorandum. Mit dem Stand der erreichten Herdenimmunität zeigt er sich in einem Radiointerview am Morgen zufrieden. Die Herdenimmunität könne bei den Jüngsten etwas besser sein, daran werde man aber in den kommenden zwei Wochen arbeiten.
Die neuen Bestimmungen bleiben bis Dienstag den 29. Juni gültig.

Raben nisten in Reykjavíker Baukran

Ein Rabenpaar hat sein Nest auf einem Baukran an der Naustavör im Reykjavíker Stadtteil Kópavogur gebaut und zieht dort seine Jungen gross. Aus Rücksicht auf die Vögel wird der Kran vorerst nicht abgebaut, berichtet Vísir.

Anfang April hatten die beiden Raben damit begonnen, Nistmaterial zusammenzutragen. Die Bauarbeiter liessen sich davon nicht stören und benutzten ihren Kran weiter. Vor einem Monat schlüpften schliesslich die Jungen. Bauleiter Axel Björnsson hat die Geschehnisse mitverfolgt. Er sagt, eigentlich sei es rund um das Nest friedlich, die Elterntiere könnten allerdings durchaus ärgerlich werden. “Ja, die sind so ein bisschen verärgert, wenn wir hier oben in Nähe des Nestes stören. Das lassen sie uns ganz deutlich wissen.” Angegriffen hätten sie indes nicht, Axel bezeichnet die beiden Raben als ausgesprochen freundlich.

Die Bewohner des Viertels verfolgen die Geschicke der neuen Mitbewohner ebenfalls, allerdings ist nicht jedermann begeistert von ihnen. Einige Nachbarn hätten darüber geklagt, dass die Raben ihren Balkon verschmutzten.

Der Baukran hätte bereits vor zwei Monaten abgebaut werden können, doch aus Rücksicht auf die Jungvögel bleibt er nun stehen, bis die Jungvögel flügge sind. Im nächsten Jahr muss sich das Rabenpaar dann etwas anderes einfallen lassen, denn dies war das zweite Jahr in Folge, dass sie in dem Neubaugebiet genistet hatten.

Die vier Jungraben am Baumarkt in Selfoss sind ebenfalls inzwischen fast flügge geworden. Das Selfosser Rabennest geniesst inzwischen eine gewisse Berühmtheit, die dortigen Raben nisten seit etwa acht Jahren an der gleichen Stelle. Von Seiten des Baumarkts wurde bereits vor Jahren eine Webcam aufgestellt, über die man die Raben beobachten kann.