Sieben positive COVID-Fälle ausserhalb der Quarantäne

COVID-19 test

Sieben COVID-19 Fälle wurden gestern diagnostiziert, keiner der Getesteten hatte sich in Quarantäne befunden, berichtet RÚV. Nach Angaben des isländischen Zivilschutzes leben alle sieben Personen im Hauptstadtgebiet. Fünf Personen warten nach Einreise auf das Ergebnis der Antikörperuntersuchung.

Wie Vísir berichtet, handelt es sich um eine Gruppeninfektion bei Asylbewerbern in Reykjavík. Eine Rückverfolgung ist im Gange.

Seit dem 1. Juni ist der Aufenthalt im Quarantänehotel für Einreisende aus Hochrisikogebieten nicht mehr verpflichtend, und die Leute können ihre Quarantäneunterkunft selbst wählen. Eine neugegründete Einheit kontrolliert Einreisedokumente und überwacht die Einhaltung der Quarantäne. Attesthalter werden zunächst an der Grenze noch einmalig getestet, alle anderen Reisenden müssen auch weiterhin für fünf Tage in Quarantäne zwischen den beiden Tests.

Zur Zeit sind in Island 47 Personen an COVID-19 erkrankt und isoliert, 199 befinden sich in Quarantäne. Die Inzidenzrate ist von 8,7 auf 10,7 gestiegen, an der Grenze liegt sie weiterhin bei 2,7. Zwei Personen liegen im mit COVID-19 Krankenhaus, um die 102.000 Personen sind voll geimpft. Die Impfung der sogenannten Vorgangsgruppen ist abgeschlossen, ab jetzt werden alle zwischen den Geburtsjahren 1976 bis 2005 geimpft. Die Reihenfolge der Geburtsjahre ist gestern in Reykjavík per Losverfahren festgelegt worden.
Wie die Gesundheitsbehörden informieren, ist jeder im Impfsystem registriert, ab jetzt gilt es nur noch, auf den Aufruf zu warten, der per SMS eingeht und den Strichcode mitbringt.

 

Reykjanesausbruch: Aussichtshügel von Lava umflossen

Der Wanderweg zum beliebtesten Aussichtspunkt für den lavaspeienden Hauptkrater in den Geldingadalir ist seit heute morgen durch flüssige Lava versperrt. Schon vor einigen Tagen hatten Einsatzkräfte den Weg nach Gónhóll, wie das äuserste Ende des Fagradalsfjall genant wurde, gesperrt, weil Gefahr bestand, dass sich der Lavastrom über den niedriger gelegenen Grat ergiessen und den Aussichtshügel ganz umfliessen würde. Nur ein Hubschrauber hätte den Wanderer dort dann noch vom Sightseeing abholen können.
Mancher Lavatourist hatte die Sperrung ignoriert und war für Fotos über die Absperrung gestiegen.

Heute morgen um sieben Uhr war es dann soweit, die Lava floss über den Bergrücken, Gónhóll ist nun Geschichte. Um neun Uhr bestätigte die Polizei in Grindavík, dass die Lava den Berg überwunden habe.
Zur Zeit herrscht Nebel am Ausbruchsgebiet und nur wenige Besucher befinden sich vor Ort, doch nach Angaben der Polizei ist niemand auf dem Hügel eingeschlossen worden.
Ab jetzt kann man den Krater immerhin noch von dem Hügel hinter Gónhóll sehen, oder man bucht einen Flug mit dem Hubschrauber, doch mbl.is zufolge gibt es für diese Flüge lange Wartelisten.

Geysir im Garten entpuppt sich als altes Bohrloch

Ein kochendheisser Geysir, der scheinbar urplötzlich auf dem Hof Reykjavellir in Biskupstungur aus dem Boden schoss und alle 15 bis 20 Minuten bis zu zehn Meter in die Höhe steigt, ist nun offenbar doch kein Naturphänomen, wie zunächst angenommen. Nach Angaben eines Geologen handelt es sich um ein Bohrloch aus dem Jahr 1947, dessen heisses Wasser damals zur Beheizung von Gewächshäusern genutzt und später zugeschüttet worden war.

“Das war ein altes Bohrloch, welches 1947 gebohrt worden war, eins von sechsen,”erklärt der Geologe Heimir Ingimarsson, der das Phänomen untersucht hat. “Damit sind die Gewächshäuser dort beheizt worden. Dann hörte man auf, es zu benutzen, das Loch verstopfte und blieb die letzten 30 Jahre verstopft. Da waren Lehm und Schlamm zu finden.”
Der Bauer habe das Loch mit einer Luftdruckpresse gereinigt, um es für einen anderen Zweck zu nutzen, und nach sieben Metern war er auf einen Widerstand gestossen.
“Als er noch einmal nachstiess, entstand ein Loch in der Quelle. Das Wasser schiesst nun alle zehn bis zwanzig Minuten diese sieben Meter hoch.”
Dazwischen fällt die Wassersäule zurück in das über 100 Grad heisse Loch, bevor sie dann wieder emporsteigt. Heimir schätzt die Säule auf eine Höhe von bis zu 15 Metern.

Ganz klar sei die Quelle durch die Reinigungsarbeiten wieder erwacht. Normalerweise entstünden solche Geysire nicht einfach so. “Das ist nichts Natürliches, was sich da auf einmal gezeigt hat. Da ist am Bohrloch hantiert worden,” sagt Heimir.
Der Geloge war für Erdwärmeuntersuchungen vor Ort, die in Reykjavellir ohnehin gerade stattfinden. Reykjavellirs Landwirt hatte sich in einer ersten Begeisterung über den Geysir auf seinem Hof bereits im Touristenbusiness gesehen.
Die Region gehört zu den grossen Geothermiegebieten Islands, hier stehen die meisten mit Erdwärme betriebenen Gewächshäuser. Etwa 20 Kilometer Luftlinie von Reykjavellir entfernt wird am Ufer der Brúará zur Zeit die grösste Badelagune des Landes gebaut.