Reykjanesausbruch: Pele’s Haar in Grindavík gefunden, Lavabomben setzten Moos in Brand

Lava spewing from the crater in Geldingadalur on the Reykjanes Peninsula

Splitterbröckchen aus dem Vulkanausbruch in den Geldingadalir haben es mit dem Wind bis nach Grindavík geschafft, berichtet mbl.is. Diese aus vulkanischem Glas bestehenden Mineralpartikel sind federleicht und können daher weite Wege zurücklegen.
Teresa Bangsa in Grindavík hat gestern miterlebt, wie solche Bröckchen auf ihr Auto niedergingen. Die Splitterbröckchen präsentierten sich scharfkantig, daher war es nicht möglich, sie abzuwischen, weil sie sonst Kratzer im Lack hinterlassen hätten, und Teresa musste sie einzeln von ihrem Auto sammeln. Ein Foto des Splitters findet man im Nachrichtenlink.
Auch sogenanntes nornahár (Pele’s hair, Hexenhaar) ist in Grindavík gefunden worden.

Der Geologe Magnús Tumi Guðmunds­son bezeichnete es als bemerkenswert, dass die Bröckchen bis nach Grindavík getrieben seien, obwohl es keine chemischen Veränderungen am Vulkan gegeben habe. “Der Schlot fördert fliessende Lava, aber dann gibt es diese Fontäne, wo die Lava in tausend Stücke gerissen wird, und ein Teil davon nimmt diese Form an,” erklärte er. Offenbar werde inzwischen mehr von diesem Material gebildet.

Bröckchen wie die oben beschriebenen sind normale Bestandteile eines Vulkanausbruchs. Doch der Wind kann sie nur dann so weit tragen, wenn die Lavafontäne ausreichend hoch in die Luft emporschiesst. Die Fontäne am Fagradalsfjall hat es bislang an die 300 Meter in die Höhe geschafft, was 500 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Gestern war die Fontäne von Grindavík aus problemlos zu sehen.
Der Geologe sieht diese Partikel im Zusammenhang mit der schwarzen Aschewolke, die sich im Livestream präsentiert hatte.

Hier kann man nornahár in einem Video von 2018 betrachten. Dieses im zentralen Hochland gefundene nornahár hat die Form von zusammengefilzten Haaren, besteht aber ausschliesslich aus vulkanischem Glas. Die lange Form nehmen diese “Haare” erst an, wenn der Wind sie auseinanderzieht.

Die Forschungsgruppe zu Vulkanausbrüchen und Naturkatastrophen der Hochschule hatte gestern auch vor umherfliegenden Lavabomben gewarnt, welche Moos und Vegetation rund um die Ausbruchsstelle in Brand setzen. Auf Safetravel wird Besuchern geraten, die Kapuze hochzuziehen, dem Ausbruch den Rücken zuzukehren und stehenzubleiben, falls es heisse Aschepartikel regnet, da sie Verbrennungen verursachen können.