Reykjanesausbruch: Lavatornado auf Video aufgenommen

Search-and-rescue volunteer monitoring the Geldingadalur eruption

Die Forschungsgruppe für Vulkane und Naturkatastrophen der Universität Islands hat gestern Abend ein Video von Sigurður Þór Helgason auf Facebook geteilt, wo diesem gelang, eine Art Feuertornado aufs Bild zu bannen. Dabei stoben Feuerföntänen in tornadoähnlichen Kreiselbewegungen aus den Lavaseen empor, berichtet Vísir.
“Ich wusste nicht dass es Vulkantornados gibt … aber die gibts,” schrieb Sigurður Þór in seinem Beitrag.

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Die Explosivität des Ausbruchs in den Geldingadalir hatte sich in den vergangenen Tagen verstärkt, schreibt RÚV. Vorgestern war die Höhe der Lavafontänen auf bis zu 50 Meter geschätzt worden. Der Vulkanologe Þorvaldur Þorðarsson hält es für möglich, dass mehr Magma gebildet werde. Fraglich sei auch, ob sich die Zusammensetzung der Magma ändere. Inzwischen ist vor allem ein Schlot besonders aktiv, hier steige auch die Gasemmission. Je höher die Lavafontänen emporgeschleudert werden, desto höher steige auch das Gas, welches sich danach über die Region verteile.

Vierstufenplan zur Lockerung der COVID-Massnahmen im Inland

Minister of Agriculture, fisheries and food Svandís Svavarsdóttir

Das isländische Gesundheitsministerium hat in dieser Woche seinen “Meilensteinplan” und eine grobe Zeitleiste für die Lockerung der Seuchenpräventionsmassnahmen im Land angekündigt, die in Relation zu den angestrebten COVID-Massenimpfungen erfolgen sollen.
Dem Plan zufolge können Ende Juni alle Einschränkungen im Inland aufgehoben werden, wenn 75 Prozent der Bevölkerung zumindest eine Impfdosis erhalten hat.

Der Vierstufenplan ist vom Erfolg der Impfaktion abhängig. Er kann jederzeit geändert werden, wenn die Einschätzung des Chefepidemiologen zur internationalen Pandemielage dies für erforderlich hält. Bis zum 4. Mai können im Gesetzesportal der Regierung Einwände zu dem Plan eingesandt werden.

Meilensten 1 – Der erste Schritt ist bereits getan, als am 15. April Bestimmungen zu Versammlungsverboten und Verhaltensmassregeln an den Schulen gelockert wurden.
Meilenstein 2 – Bis Anfang Mai sollen etwa 35 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Dann ist geplant, die Zahl der erlaubten Personen an einem Ort von 20 auf 200 zu erhöhen. Auch die Abstandsregel soll gelockert werden, ausserdem sind Ausnahmen bei den Versammlungszahlen für bestimmte Veranstaltungen in Aussicht.
Meilenstein 3 – Ende Mai – Wenn 50 Prozent der Bevölkerung ihre erste Impfdosis erhalten hat, soll die Abstandsregel auf einen Meter gesenkt werden, die Zahl der erlaubten Prsonen an einem Ort wird auf bis zu 1000 Personen erhöht.
Meilensten 4 – Ende Juni – alle Beschränkungen werden aufgehoben. Die Regierung geht davon aus, dass Ende Juni alle Beschränkungen des sozialen Lebens im Inland aufgehoben werden können. Bis zu 75 Prozent der Bevölkerung haben dann wenigstens eine Impfdosis erhalten.

Der Plan ist jedoch auch abhängig davon, wie zuverlässig der Impfstoff ins Land geliefert wird, und wie erfolgreich sich die Impfaktionen des Gesundheitsamtes umsetzen lassen.

In dieser Woche sollen 23.000 Personen gegen COVID-19 geimpft werden, zum Ende der Woche wird die Zahl der Personen, die zumindest eine Impfdoses erhalten hat, bei 104.000 liegen, oder 28,2 Prozent der Bevölkerung.

Geimpft werden dieser Tage Personen ab 60 Jahren mit dem AstraZeneca Impfstoff. Auch Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason befand sich gestern unter den Impflingen, nachdem er sich vor drei Wochen hatte zurückstellen lassen, mit der Begründung, dass er keinen Patientenkontakt habe.
Vísir berichtet, dass Þórólfur wie einem Rockstar donnernder Applaus entgegenscholl, als er den Impfsaal in der Reykjavíker Sporthalle betrat. Zusammen mit Víðir Reynisson, dem Leiter des isländischen Zivilschutzes der Polizei und Gesundheitsamtleiterin Alma Möller hatte der Epidemiologe und Kinderarzt in einem festen Krisenstab von Pandemiebeginn an die Seuchenschutzgeschicke der isländischen Bevölkerung gelenkt.

Arbeitslosenrate im März bei 8,3 %

Die Arbeitslosenrate lag in Island im März bei 8,3 Prozent. Nach Angaben des Statistischen Institutes bedeutet dies einen Anstieg um 5,4 Prozent im Vergleich zur selben Zeit im Vorjahr.
Einer Umfrage des Arbeitsamtes zufolge waren im März damit 17.000 Personen ohne Anstellung, ein Anstieg seit Februar um 2,1 Prozent. In den vergangenen sechs Monaten ist die Arbeitslosigkeit um 0,4 Prozent angestiegen, und der Anteil der sich in Anstellung befindlichen Personen um 0,3 Prozent gesunken.

Die Zahl der 16 bis 74-Jährigen aktiven Personen auf dem Arbeitsmarkt lag im März bei 202,400 (±6,700). Dabei handelte es sich um 186,200 (±4,900) Personen in Anstellung und 16,700 (±3,400) Arbeitslose, die nach einem Job suchten. Die Quote der Personen in Arbeit lag bei 70,8 Prozent (±2.6), die Arbeitslosenquote bei 8,2 Prozent (±1.7). Im Vergleich zum März 2020 stieg die Zahl der Arbeitslosen zwischen den Jahren um 11,200 Personen oder 5,4 Prozent.

Im März hatte es ein deutliches Tief auf dem isländischen Arbeitsmarkt gegeben. Umfrageergebnissen zufolge suchten 37,600 Personen immer noch nach einer Arbeit, das sind 17,4 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung. Von diesen Personen waren 44,3 Prozent arbeitslos gemeldet, 17,9 Prozent waren bereit, arbeiten zu gehen, aber nicht auf der Suche nach einer Beschäftigung, 16,2 Prozent, suchten nach einer Arbeit, waren aber nicht bereit zu arbeiten, und 21,6 Prozent waren angestellt, wollten aber mehr arbeiten. Zwischen den Jahren hat sich das Tief auf dem Arbeitsmarkt um 7,2 Prozent verschlechtert.

Die Umfrage für den März bezog sich auf fünf Wochen, vom 1.März bis 4. April 2021. Befragt wurden 1,904 Personen im Alter zwischen 16 und 74 Jahren mit Wohnsitz in Island. Personen, die ihren Wohnsitz im Ausland hatten oder verstorben waren, wurden der Umfrage entnommen, sodass die Nettozahl der Befragten bei 1,861 Personen lag. Brauchbare Antworten gingen von 1202 Personen ein, damit liegt die Ergebnisrate der Umfrage bei 64,6 Prozent.