Reykjanesausbruch: Lava aus drei Öffnungen ist zusammengeflossen

Flowing lava

Bei einem Überflug des Eruptionsgebietes am Nachmittag stellte sich heraus, dass die Lavaflüsse aus den drei Ausbruchsöffnungen sich vereinigt haben. Die Lava der dritten Öffnung, die seit der vergangenen Nacht Lava fördert, ist nach Süden in die Geldingadalir und nach Nordosten in die Meradalir gelaufen. Die riesige Lavafläche besteht nach Angaben des Meteorologischen Institutes also aus demselben Material und stammt aus der gleichen Quelle, dem unterirdischen Magmagang zwischen Keilir und Fagradalsfjall.

https://www.facebook.com/Vedurstofan/posts/3988143964586470

Der Geophysiker Magnús Tumi Guðmundsson hatte empfohlen, sich das ganze als eine einzige Spalte vorzustellen, aus der an mehreren Stellen Lava emporquillt. Er verglich den Magmagang mit einem lecken Rohr, wo es erst an einer Stelle durchgesickert sei, dann an zwei weiteren, das Rohr im Untergrund sei jedoch das gleiche.

Währenddessen ist die erste Webkamera des Morgunblaðið, die Livebilder von der anderen Seite der beiden Krater gesendet hatte, unter der Lava gelandet. Ein Drohnenbild des Morgunblaðið bestätigte den Verlust, das Foto kann man im Link sehen.
Die Zeitschrift hat inzwischen eine neue Webcam aufgestellt.

Hier sind die beiden Webcams von RÚV, in beide Täler ausgerichtet.

 

COVID-19: Gruppeninfektion im Mýrdalshreppur geht auf Landesgrenze zurück

Covid 19 Þríeykið

Die fünf COVID-Ansteckungsfälle ausserhalb der Quarantäne, die gestern gefunden worden waren, gehen auf eine Gruppeninfektion im Bezirk Mýrdalshreppur in Südisland zurück, heisst es in einer Mitteilung der Polizei in Südisland. Sechs Personen befinden sich gegenwärtig in Isolierung, eine ist in Quarantäne. Die Personen hatten sich auf der Arbeit angesteckt, berichtet RÚV.

Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason hatte am Vormittag bekanntgegeben, dass die Gruppeninfektion sehr wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer über die Grenze gekommene Ansteckung stehe. Es bestehe der Verdacht, dass eine mbl zufolge in Island ansässige Person, die an der Grenze ein Antikörperattest vorgelegt hatte, sich nach der Einreise erneut angesteckt habe.

Insgesamt waren gestern elf Fälle gemeldet worden, sechs von ihnen ausserhalb der Quarantäne. Vierzehn Personen befinden sich im Südland wegen COVID-19 in Isolierung, sechs von ihnen im Mýrdalshreppur und acht in Selfoss.
Zahlen der südisländischen Gesundheitsbehörde zufolge sind im Südland fünf Personen in Quarantäne und 66 in der Fünftagesquarantäne nach Einreise.
Bislang ist nicht bekannt, wieviele Personen sich nach den gestrigen Ansteckungsfällen in Quarantäne befinden.

Allen in Island Ansässigen wird auch weiterhin davon abgeraten, nicht zwingend notwendige Reisen ins Ausland zu vermeiden, da inzwischen bis auf Grönland und eine Region in Norwegen alle Länder in Europa wieder als Gefahrengebiete gekennzeichnet sind. Eine entsprechende Reisewarnung ist auf der Webseite der Regierung und beim Gesundheitsamt zu finden.

 

Reykjanesausbruch: Dritte Spalte öffnet sich auf einer Linie zum Berg Keilir

Geldingadalir eruption Reykjanes new fissure

In der vergangenen Nacht hat sich eine dritte lavafördernde Spalte im Ausbruchsgebiet in den Geldingadalir geöffnet, und zwar dort, wo zwischen den bereits fördernden Spalten zuvor ein Absinken der Erdoberfläche und Risse beobachtet worden waren.
Messungen zufolge liegt die neue 150 Meter lange Stelle etwa 420 Meter nordöstlich des ursprünglichen Ausbruchsgebietes in den Geldingadalir. Sie war zuerst von Freiwilligen der wachhabenden Rettungseinheit entdeckt worden.
In einer Meldung des Meteorologischen Institutes heisst es, bislang bestehe zwischen der neuen Spalte und den beiden älteren noch keine an der Erdoberfläche offene Verbindung.
Die Spalte hatte sich in der letzten Nacht kurz nach Mitternacht geöffnet, dann seien die Feuer dort auf der Webcam sichtbar geworden. Die Lava aus dieser Spalte strömt in die Geldingadalir.
Einer der Freiwilligen, die in der vergangenen Nacht Dienst schoben, sagte, die neue Spalte befinde sich genau da, wo vor einer Woche noch Leute gestanden hätten.
Hier gibt es ein Video von der dritten Spalte aus  der vergangenen Nacht.

Spalten folgen einer Linie zum Berg Keilir
In einem Radiointerview auf Stöð2 sagte die Expertin für Naturkatastrophen, Kristín Jónsdóttir am Morgen, mit der neuen Spalte beginne ein neues Kapitel dieses Vulkanereignisses. Sie hält es für nicht unwahrscheinlich, dass sich die Spalte noch weiter nach Nordosten und in Richtung des Berges Keilir öffnet. Eine Karte dazu gibt es hier.
Im Gebiet dieser gezeichneten Linie, unter der sich der Magmagang befindet, sollte sich besser niemand aufhalten, warnte sie.
Der wissenschaftliche Beirat des Zivilschutzes hatte auf diese Möglichkeit von Anfang an hingewiesen.

Eher unwahrscheinlich sei es hingegen, dass sich Spalten auf den gekennzeichneten Wanderwegen öffneten. Das Gebiet sei in der Nacht unverzüglich geräumt worden, als die Nachricht von der neuen Spalte bekannt wurde. Südlich des Ausbruchsgebietes seien bislang keine Risse in der Oberfläche bekannt. Dort befinde sich der Magmagang in etwa einem Kilometer Tiefe.

Zur Zeit seien Wissenschaftler dabei, sich über die gesamte Lavamenge Klarheit zu verschaffen, und untersuchen, ob aus den neuen Spalten zusätzlich Material emporquelle, oder ob die Lava die älteren Öffnungen nur nicht mehr mit voller Kraft erreiche. Eine Antwort dazu gebe es erst, wenn man das Gebiet überflogen und entsprechende Modelle der Flächen angefertigt habe. Erste Ergebnisse wiesen jedoch darauf hin dass, obwohl der Ausbruch in den ältesten Kratern weniger Lava fördere, insgesamt doch mehr Lava und auch mehr Gas emporsteige.

Kristín zufolge sei damit zu rechnen dass es in den Ortschaften mehr Probleme mit Gasbelastung gebe als bisher.

Hier gibt es ein eindrucksvolles Video von letzter Nacht.