Geständnis im Mordfall von Rauðagerði liegt vor

Margeir Sveinsson - Chief Superintendent of the Police in Reykjavík

Der Polizei in Reykjavík liegt jetzt ein Geständnis im Fall des Mordes an Armando Beqirai vor, einen albanischem Staatsbürger mit isländischem Wohnsitz, der im vergangenen Monat vor seinem Haus in Reykjavík erschosen worden war. Er hinterlässt eine Ehefrau und ein kleines Kind, die sich beide zum Tatzeitpunkt im Haus befunden hatten. Das Geständnis deckt sich mit Beweisen und vorherigen Annahmen der Polizei.
Auf einer Pressekonferenz umriss Hauptkommissar Margeir Sveinsson den Fall: Demnach war die Polizei am 13. Februar zu einer männlichen Person um die 30 Jahre gerufen worden, die noch vor Ort für tot erklärt wurde. Eine Autopsie ergab, dass er von neun Kugeln getroffen worden war. Die Tatwaffe, eine 22 kalibrige Handfeuerwaffe mit Dämpfer, wurde später im Meer in Hauptstadtnähe gefunden.

Bei den ausgedehnten Ermittlungen keimte der Verdacht auf, dass der Mord Teil einer Abrechnung zwischen kriminellen Gruppen sein könnte, sowohl im Inland als auch international. Insgesamt 14 Personen wurden im Rahmen der Ermittlungen festgenommen, und zu einem Zeitpunkt befanden sich neun Personen gleichzeitig in Untersuchungshaft. Die Polizei durchsuchte 17 Wohnungen und konfiszierte Telefone, Computer, Autos, Waffen, Munition und vieles mehr, sie sprach mit Zeugen und wertete Filmmaterial aus Überwachungskameras aus.
Die Personen, gegen die ermittelt wurden, kamen aus Island, Albanien, Rumänien, Italien, Spanien, Portugal, Estland, Serbien, Litauen und Belorussland. Margeir bezeichnete die Zusammensetzung der Gruppe als eher ungewöhnlich.

Die geständige Person stammt wie das Opfer aus Albanien und lebt seit etwa acht Jahren in Island. Da der Fall im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität steht, hatte die Polizei Margeir zufolge die Befürchtung, ein falsches Geständnis zu bekommen, es lägen jedoch Beweise vor, die das Geständnis untermauern.
Alle die in Verbindung zu dem Fall stehen, sowie deren Familien, werden vom Personenschutzprogramm erfasst. Für die Öffentlichkeit habe nach Angaben der Polizei keine Gefahr bestanden.

 

Kathlische Kirche in Selfoss geplant

Die Gemeindeverwaltung von Árborg wartet derzeit auf Bürgereinwände gegen den Plan der Stadt Selfoss, der katholischen Kirche in Island den Bau einer Kirche, Versammlungshalle und ein Pfarrhaus zu genehmigen.

Die neuen Gebäude sollen im Südwesten der Stadt entstehen, in einem Baugebiet, welches im letzten Jahr nach langer Überlegung ausgewiesen worden war. Blaupausen für die Gebäude liegen bereits vor, bebaut werden sollen 1500 Quadratmeter, kein Gebäude soll höher als 12,6 Meter werden.

In dem Entwurf heisst es, dass der Bauherr geringfügig mehr Verkehr in das Gebiet erwartet, und dass mit Kirchengeläut an hohen Feiertagen gerechnet werden muss. Der vorherige Plan der Stadt, in dem Gebiet eine Schule und einen Kindergarten zu bauen, hätte, so der Entwurf, die Umgebung vor allem in Bezug auf Verkehr und Lärmbelästigung weitaus mehr belastet.

Daten des Statistischen Amtes zufolge behören 14,658 Personen in Island der kathlischen Kirche an. Die Gemeinde ist in den vergangenen Jahren stark angewachsen, in 1998 hatte es in Island nur 3200 Katholiken gegeben.

Ausbruchsstelle heute ab 13 Uhr gesperrt, Touristen werden auf Quarantäne kontrolliert

Der Suðurstrandarvegur wird heute um 13 Uhr zwischen Hraun und der Strasse nach Krýsuvík gesperrt. Für den späteren Nachmittag prognostiziert die Wettervorhersage ein heftiges Unwetter, und die Polizei rechnet damit, dass es nach der Strassensperrung Stunden dauern wird, das Gebiet rund um den Vulkanausbruch zu räumen. Schon jetzt weht ein starker Wind aus Nord und trägt Rauch und Gas auf den Wanderweg.

Nachtwanderungen zum aktiven Vulkan in Hauptstadtnähe sind auch weiterhin äusserst beliebt, zurückgelassene Flaschen und Müll zeugten von Lavapartys. Mehr als 1000 Personen hatten sich Zählungen zufolge in der vergangenen Nacht im Gebiet befunden, gestern dürften mehr als 5000 vor Ort gewesen sein. Glatteisbedingt hat es in der Nacht einige verstauchte Gliedmassen und Stürze gegeben, die Rettungskräfte waren im Einsatz. Eine vermisste Frau musste mehrere Stunden lang gesucht werden, die gegen Mitternacht ihre Wandergruppe verloren hatte. Sie wurde gegen fünf Uhr morgens ausgekühlt und in grosser psychischer Erregung aufgefunden. Noch am frühen Morgen standen um die 300 verlassenen Fahrzeuge am Strassenrand.

Bergwanderung im tiefsten Winter
Sigvaldi Arnar Lárusson, der wachthabende Polizeileiter von Suðurnes, empfiehlt allen Besuchern dringend, sich angepasst auszurüsten, bevor es in den kommenden Tagen zum Vulkan gehe. Bei der Tour handle es sich um eine Bergwanderung zur Winterzeit, und keinen Spaziergang, schreibt Vísir.
“Das ist Bergland da oben, und die Leute müssen sehr gut ausgerüstet sein. Man kann nicht denken, man macht einen Nachmittagsspaziergang nach dem Eisessen da hoch. Das ist tiefster Winter und gestern Abend musste man unbedingt Eiskrampen unter den Schuhen tragen.” erklärt Sigvaldi. Nicht nur ausreichend Kleidung, Proviant und Wasser gehöre in den Rucksack, sondern auch eine Taschenlampe und Ersatzstrom für das Mobiltelefon.

Suche nach Quarantänebrechern
Der Polizeichef von Suðurnes, Úlfar Ludvíksson, kündigte ausserdem an, dass ausländische Besucher auf der Zufahrtsstrasse kontrolliert werden sollen.
“Ich habe die Entscheidung getroffen, Kontrollen bei den ausländischen Touristen am Suðurstrandavegur durchzuführen. Personen, die ein Antikörperzertifikat oder ein Impfattest vorweisen können, werden durchgewunken. Alle zweifelhaften Fälle werden polizeilich untersucht, und ausländische Touristen müssen ihre Fahrt darlegen. Wir werden Fahrzeuge auf der Strasse anhalten.” sagte Úlfar RÚV gegenüber.
Es habe Vorfälle gegeben, wo Touristen ins Land gekommen seien und statt in die Quarantäne gleich zum Vulkanausbruch gefahren seien. “Wir wissen dass ausländische Besucher dieses Spielchen spielen.” gab der Polizeichef an.

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