Bannkreis um mögliches Ausbruchsgebiet könnte Flugverkehr stören

Kleifarvatn - Krísuvík -  Reykjanes

Ein möglicher Lavafluss auf der Halbinsel Reykjanes hätte Auswirkungen auf den Betrieb des internationalen Flughafens. Lavafluss ist eins der Szenarien, die gestern vom wissenschaftlichen Beirat des Zivilschutzes vorgestellt worden waren.

Bei Beginn eines Vulkanausbruchs wird ein Kreis von 120 Seemeilen (220 Kilometer) um die Ausbruchsstelle gezogen, innerhalb dessen jeglicher Flugverkehr untersagt ist. Wenn der Flughafen innerhalb dieses Gebietes liegt, kann es keine Starts und Landungen auf dem Flugplatz geben. Diese Information gab der Pressesprecher des Flughafenbetreibers Isavia gegenüber mbl.is auf die Nachfrage nach möglichen Auswirkungen eines Vulkanausbruchs auf den Flughafen an.
Der Flughafen Leifstöð liegt etwa 40 Kilometer vom Berg Keilir entfernt, wo die Bebentätigkeit zuletzt sehr hoch gewesen ist.
Flugesellschaften würden, sollte es zu einem Ausbruch kommen, aufgefordert werden, Entscheidungen für ihren Betrieb zu fällen, wie etwa das Verbringen von Flugzeugen auf andere Flugplätze und ähnliches.

“Gleichzeitig geben Wetterdienst und andere beteiligte Institutionen Voraussagen für ein Aschefallgebiet heraus. Sobald diese Vorausschau veröffentlicht ist, wird der Bannkreis aufgehoben und Fluggesellschaften können selber entscheiden, ob sie das Aschefallgebiet durchfliegen. Der Flughafen in Keflavík wird geöffnet bleiben, wenn die Bedingungen es zulassen. Der Flughafen selbst könnte durch Aschefall auf Start- und Landebahnen betroffen sein,” hiess es von der Isavia.
Der Flughafen verfüge über einen guten Standort in Bezug auf einen möglichen Lavafluss, denn er liegt höher, daher bestehe nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass Lava ihn vom umliegenden Gelände abschneiden würde. Es könnte jedoch dazu kommen, dass Zufahrtstrassen durch Lavafluss abgeschnitten würden. Der Flughafen selber ist mit Notstromaggregat gut ausgerüstet, alle wichtigen elektronischen Datenwege wurden verdoppelt.

Möglicher Ausbruch könnte Kraflafeuern ähneln
Der letzte Ausbruch auf der Halbinsel liegt 800 Jahr zurück, Experten können daher nur spekulieren, wie ein möglicher Ausbruch ablaufen könne. Der Vulkanologe Magnús Tumi Guðmundsson hält es Vísir zufolge für eher unwahrscheinlich, dass sich in dem Gebiet eine Eruption ereignen wird, und wenn doch, dann würde sie eher den Kraflafeuern ähneln und keine Explosionen mit sich bringen. Die Satellitenbilder zeigten jedoch ein Auseinanderdriften der Erdkrusten. Durch diesen Spalt könnte Lava an die Erdoberfläche dringen.

Zivilschutzleiter Víðir Reynisson sagte in einem Morgeninterview auf K100, zur Zeit werde die Infrastruktur der Halbinsel wie etwa die Stromleitung zum Flughafen hin, auf eine mögliche Gefährdung geprüft. Man müsse sich auf alles vorbereiten. Sollte sich den Modellen und Vorhersagen nach tatsächlich ein Ausbruch ereignen, gehe man jedoch davon aus, dass dieser eher klein ausfallen werde und weder Bebauung noch Sicherheit der Bevölkerung gefährde.
Ein Problem sehe er in der Windrichtung, die bei ungünstigen Verhältnissen der Lava entweichende Gase in Richtung Hauptstadt wehen könne. Für eine Gefahrenbeurteilung und für Warnungen seien die Umweltbehörde und der Chefepidemiologe zuständig.

In Grindavík hat das örtliche Rettungsteam gestern anlässlich einer Routineübung die Evakuierungszelte im Ortsinneren aufgebaut. Die 30 Mitglieder konnten die Zelte innerhalb von 30 Minuten errichten. Auch der Ort Grindavík verfügt über ein Notstromaggregat, für den Fall eines weiträumigen Stromausfalls.
Die Bebentätigkeit kann man auf der Karte des Wetterdienstes mitverfolgen.