Quarantänebrecher im Restaurant, Grenzregeln könnten verschärft werden

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Die isländische Polizei ist in den vergangenen Tagen auf der Suche nach einer Gruppe Personen gewesen, die nach der Einreise gegen die geltenden Quarantäneregeln verstossen hat. Die Personen haben das Land heute verlassen, allerdings haben sie vermutlich dafür gesorgt, dass nun die Regeln an der Grenze weiter verschärft werden könnten, um weitere solcher Fälle zu verhindern.
Wie RÚV berichtet, hatten sich eine Person aus den USA und drei Europäer in einem Restaurant in Reykjavík am Sonntagabend damit gebrüstet, die Quarantäne nicht einzuhalten. Das Gespräch wurde von einem Restaurantmitarbeiter mitangehört, der daraufhin die Polizei benachrichtigte. Als Beamte im Restaurant erschienen, waren die Gäste bereits gegangen, doch das Rückverfolgungsteam konnte die Polizei mit den notwendigen Informationen wie Namen und Aufenthaltsort versorgen.
Beim Aufsuchen der in den Einreisedokumeten angegebenen Unterkunft stellte sich heraus, dass die Personen sich nicht dort aufhielten. Sie waren für ein Unternehmen angereist, und das hatte, als es Wind von der Angelegenheit bekam, die Leute sofort wieder ausser Landes geschickt.

“Das war sehr ernst. Wir haben diese Regeln, und wir möchten, dass sich daran gehalten wird, und eigentlich vertrauen wir den Leuten, dass sie sich daran halten. Wenn die Leute wissentlich die Regeln brechen, dann muss sich die Polizei der Sache annehmen,” kommentierte Jóhann Karl Þórisson von der Reykjavíker Polizei.

Nun ist es also so weit, und die Behörden prüfen, welche Schritte sie an den Grenzen einleiten. In den kommenden Tagen wird ein entsprechendes Memo des Chefepidemiologen an die Gesundheitsministerin gehen.
“Vor allem geht es darum, einzelne Abläufe detaillierter zu gestalten, und die Informationen der Touristen nachprüfbar zu machen, also ob sie die korrekte Telefonnummer angeben, die korrekte Adresse und den Wohnort, wo sie in Island bleiben wollen und so weiter.” sagte Þórólfur Guðnason am Abend.
Es sei aber auch denkbar, einen negativen COVID-Test zur Doppeltestung zu verlangen, oder, wenn Zweifel an der Einhaltung der Quarantäne bestehen, die Leute zwangsweise im Quarantänehaus unterzubringen.

In Island sieht die COVID-Lage dezeit sehr gut aus, gestern gab es einen weiteres Mal keinen positiv getesteten Fall. Þórólfur sieht Spielraum für ein vorzeitige Lockerung der Seuchenpräventionsmassnahmen im Land selber.

 

Nebenwirkungen nach Impfung bei einem Drittel der gestern Geimpften

Rund ein Drittel der Feuerwehrmänner, die ihre zweite Impfdosis gestern erhalten haben, verspüren Influenzasymptome, berichtet V.
“Das sind normale Grippesymptome, Gliederschmerzen, Fieber. Das ist nichts Ernstes, aber wirkt sich bei jedem anders aus. Ich denke, das ist ein Drittel der Mannschaft bei uns, die unangenehme Symptome verspürt,” gab Sigurjón Hendriksson, der Wachtleiter der Hauptstadtfeuerwehr am Abend an.
Die Symptome sind seiner Auskunft nach unterschiedlich stark. Bei der Polizei sei es auch zu Krankheitsfällen gekommen. Insgesamt 377 Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter waren gestern mit der zweiten Impfdosis von Moderna versorgt worden.

“Wir mussten Reserveleute zum Dienst rufen, um die wichtigsten Stellen bei uns zu besetzen und Mannschaft für alle Krankenwagen zu haben. Wir mussten auch innerhalb der Schichten umdisponieren, was wir bislang umgangen haben, um COVID zu vermeiden, aber daran führt heute kein Weg vorbei.”

Vielleicht war es keine so gute Idee, alle wichtigen Mitarbeiter am selben Tag zu impfen? “Ja das ist die Frage,” meint Sigurjón. “Wir haben erwartet, dass es Symptome geben wird, das gab es ja auch letztens. Wir wussten, dass es nun etwas mehr sein würde, aber das hier ist mehr als erwartet. Das ist die Frage, ob wir das nicht besser eingeteilt hätten, aber es scheint rasch vorüberzugehen.”

Dennoch sind alle froh, die Impfung erhalten zu haben. Birgir Finnsson, der stellvertretene Feuerwehrwachleiter der Hauptstadtbrigade, sagte Vísir gegenüber: “Das wird ein ganz anderes Leben für unsere Arbeit und die Personen, die sie ausführen. Auch wenn Island sich in der Pandemie sehr gut steht, weiss man hat nie.”

 

Verlorenes Gartenhäuschen sucht Besitzer

Die Polizei in Südisland sucht nach dem Besitzer oder Transporteur einer kleinen Holzhütte, die sich am Montagabend gegen halb 10 mitten auf dem Suðurstrandavegur bei Hlíðarvatn, zwischen Þorlákshöfn und Krýsuvik fand. Wie die Polizei in ihrem Facebookeintrag schreibt, hat die Hütte mal bessere Tage gesehen, als sie sich nämlich auf einem Anhänger befand. Der oder die, welcher die Hütte auf der Fahrt verloren hat, möge sich doch bitte bei der Polizei, entweder auf Facebook oder telefonisch melden.

Doch auch einen Tag später scheint niemand das Gartenhäuschen zu vermissen. Wie mbl.is schreibt, seien zu dem hölzernen Bauwerk keinerlei Hinweise eingegangen.
Polizeileiter Sveinn Kristján Rún­ars­son gab an, es sei ja durchaus verständlich, dass sich niemand wegen einer Hütte melde, die ganz offensichtlich vollkommen zerstört sei, nachdem sie vermutlich bei der Fahrt vom Hänger gerutscht sei. “Wenn das kaputt ist, haben die Leute es nicht zu eilig,” meinte er mbl.is gegenüber.

Erste Massenimpfung in der Laugardalshöll

First mass vaccination in Laugardalshöll arena.

Die erste Massenimpfung in Island hat gestern in der Mehrzweckhalle Laugardalshöll stattgefunden, berichtet RÚV. Heute und in der kommenden Woche soll es dann mit der Impfaktion und allen drei in Island zugelassenen Impfstoffen weitergehen.
Innerhalb von 30 Minuten wurden die 377 essentielen Mitarbeiter von Feuerwehr, Sanitätstransport und Polizei durchgeimpft. Dies war ihre zweite Spritze mit dem Moderna Impfstoff. Die Leute warteten in einer Schlange, bis sie aufgerufen wurden, ihren Oberarm für die Injektion freizumachen.
Nach der Impfung mussten sie etwa 15 Minuten unter Aufsicht des medizinischen Personals bleiben, damit auf mögliche akute Nebenwirkungen sofort reagiert werden kann, doch solche sind bei keinem der Impflinge eingetreten. Nach Auskunft der Krankenschwestern war die Stimmung froh und die Leute glücklich.

Die Regierung hatte Verträge unterzeichnet, nach denen es genügend Impfstoff für alle Isländer geben sollte, doch der Verteilungsplan nach dem Monat März bleibt bislang unklar. Etwa 30400 Impfdosen von Pfizer sollten im Februar und März ins Land kommen. Ausserdem sollten im Februar 4800 Dosen des Moderna Impfstoffes kommen, und etwa 14200 Dosen von AstraZeneca. Nachdem das nationale Impfprogramm eher langsam angelaufen war, soll sich die Durchimpfung der Bevölkerung im zweiten Quartal beschleunigen, weil dann auch die Impfstoffproduktion international ausgeweitet wird und weitere Hersteller hinzukommen. Island folgt der EU in den Verhandlungen um Impfstoff. Zur Zeit laufen Gespräche mit zwei weiteren Herstellern, dem amerikanischen Unternehmen Novavax und dem französischen Hersteller Valneva.

Das angepeilte Wiederaufleben der Wirtschaft ist mit den Impfbemühungen gekoppelt, daher steht eine Menge auf dem Spiel. Die ökonomische Vorhersage der isländischen Zentralbank basiert auf den Zielen der Regierung, einen Grossteil der Bevölkerung bis Jahresmitte durchgeimpft zu haben. Heute sind etwa 3,6 Prozent aller Bewohner entweder mit einer oder der zweiten Impfdosis versorgt worden.

Die Ökonomin Ásdís Kristjánsdóttir vom isländischen Unternehmerverband gab an, die Behörden müssten bestätigen, ob ihre Ziele immer noch realistisch seien. Islands Wirtschaft war weegn seiner grossen Abhängigkeit vom Tourismus stärker getroffen worden als andere Länder. Doch Ásdís sagte RÚV, es sei wichtig, eine mögliche Änderung der Grenzpolitik, die zum 1.Mai zur Debatte steht, rechtzeitig anzukündigen.

Ab dem 1. Mai sollen Reisende, die bestimmte Kriterien erfüllen und aus grün- und orangemarkierten Ländern anreisen, wo die Infektionsraten niedrig sind, möglicherweise von der fünftägigen Quarantäne und dem zweiten Test ausgenommen werden. Zur Zeit würden zu dieser Gruppe nur Reisende aus Grönland, Finland, Norwegen und Griechenland gehören.
“Die kommenden Monate werden für den isländischen Tourismus enorm wichtig sein,” sagte Ásdís. “Auf der anderen Seite ist es für den isländischen Tourismus und die Wirtschaft als ganzes wichtig, dass die Pandemie im Ausland abebbt.”

Isländische Unternehmen, vor allem im Tourismus, hatten immer wieder Vorhersehbarkeit in der Seuchenschutzarbeit gefordert, etwas das Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason seinerseits immer wieder als so gut wie unmöglich bezeichnet hatte, weil die Pandemie selbst unvorhersehbar sei. Ásdís unterstreicht die Forderung: “Wenn wir irgendeine Vorhersehbarkeit haben können, zum Impfprozess und wann der Grossteil der Bevölkerung durchgeimpft sein wird, das wäre eine Verbesserung für Familien und Unternehmen in Island.”