‘Ski heil’ mit Abstand und Maske auf Islands Pisten

skiing ski lift Iceland

Den Betreibern der isländischen Skigebiete ist es gelungen, Pisten und Lifte seuchenschutzkonform in Betrieb zu nehmen, und RÚV meldet, dass heute morgen nach nur einer halben Stunde alle Pistenkarten im vor den Toren der Hauptstadt gelegenen Skigebiet Bláfjöll ausverkauft waren. Von Betreiberseite hiess es, alle Gäste hielten sich an die geltenden Präventionsregeln, am Berg pulsiere das Leben und aus den Gesichtern strahle einem die Freude entgegen. Die Gruppe der Langläufer habe sich in kürzester Zeit vervielfacht. Das einzige was zur Windstille und moderaten Kälte noch fehle, sei ein bisschen mehr Schnee, sagt Betriebsleiter Einar Bjarnason.

Die Leute hielten sich an die Abstandsregeln und die Maskenpflicht. Das Restaurant vor Ort ist geschlossen, es gibt aber Zugang zu den Toiletten. Die Wartezeit am Lift beträgt maximal vier Minuten. Erlaubt waren 500 Personen in dem Skigebiet, die Halbtageskarten sind im Internet erhältlich. Heute morgen war nach nur 30 Minuten alles ausverkauft.

Besonders zufrieden ist Einar mit dem Zuwachs bei den Langläufern. Schon in den vergangenen zwei Jahren hatte die Gruppe sich vergrössert, im letzten Herbst explodierte sie dann. “Ich hörte Verkaufszahlen aus den Geschäften, da hiess es, sie hätten mehr als 1000 Paar Langlaufskier verkauft. Das ist unglaublich, dass das passiert. Hier kommen an die 100 Leute jeden Tag auf Langlaufskiern.” begeistert er sich.

Auch im Skigebiet in Akureyri geniessen die Leute das ruhige Winterwetter. Um die 800 Skifahrer tummelten sich heute an den Hängen vom Hlíðarfjall, auch hier werden Halbtageskarten verkauft. Die Betreiber loben die Bereitschaft der Leute, Abstand zu halten und Masken zu tragen. Gut die Hälfte der Skifahrer kommt aus der Hauptstadt und aus anderen Regionen des Landes.

In Island waren die COVID-Infektionszahlen zuletzt bis auf Einzelfälle zurückgegangen, von denen sich fast alle bereits in Quarantäne befanden. An der Grenze finden sich weiterhin positive Fälle, doch da sich nun jeder Einreisende verpflichtend testen lassen muss, besteht Hoffnung, dass keine Infektionen mehr unerkannt eingeschleppt werden.

Die derzeit geltenden Präventionsmassnahmen gelten bis zum 17. Februar, doch will der medizinische Krisenstab an diesem Wochenende beraten, ob vorzeitige Lockerungen im Land möglich wären.

Eisstau an der Jökulsá á Fjöllum, Ringstrasse nachts gesperrt

Die Ungewissheitsstufe des Zivilschutzes gilt am Fluss Jökulsá á Fjöllum im Norden des Landes, nachdem ein Eisstau im Fluss Überschwemmungsgefahren mit sich brachte. Die Ringstrasse zwischen dem Mývatnssveit und Egilsstaðir ist zur Zeit nur zwischen 9.00 Uhr und 18.00 Uhr geöffnet.Der Ringstrassenverkehr wird dort durch die Polizei geregelt.

Zeitgleich zur starken Eisschollenbildung ist auch der Wasserstand in dem Gletscherfluss hoch, am Mittwoch hatte dies dazu geführt, dass die Jökulsá Eismassen auf die Ringstrasse schob und sie versperrte. Bislang hat die Brücke keine Schäden davongetragen. Noch am gleichen Abend schaufelten sich Bagger der Strassenverwaltung durch die Eismassen, die in dieser Menge noch niemand in der Region erlebt hatte. Der Eisstau reichte nach Aussage des Baggerführers drei Kilometer den Fluss hinauf.

ice jam Jökulsá á Fjöllum

Nach Angaben des Wetterdienstes liegen die Temperaturen im Norden des Landes auch in den kommenden Tagen weit unter dem Gefrierpunkt, daher bleibt die Gefahr von Eisschollen bestehen.
Seit gestern ist der Wasserpegel unter der Brücke gefallen, doch immer noch liegt er nur etwa einen Meter unter dem Brückenboden. Die Brücke wird ständig vor Ort überwacht, der Wasserstand täglich ermittelt. Die nächtliche Sperrung bleibt vorerst weiterhin bestehen, wer nach 18 Uhr dort reisen muss, kann die Strasse 85 durch den Nordosten benutzen.

Hier gibt es einen Nachrichtenfilm zur Lage vor Ort.