Krankentransport per Schiff im Lawinengebiet

Das Küstenwachschiff Týr hat in der vergangenen Nacht einen Patienten von Siglufjörður ins Krankenhaus nach Akureyri gebracht, berichtet Vísir.
Gegen 22 Uhr war das Schiff aus dem Hafen gefahren, heute am frühen Morgen konnte der Patient in Akureyri an den Krankenwagen übergeben werden.

Auch Siglufjörður ist derzeit schneebedingt von der Aussenwelt abgeschnitten, Land- und Luftwege standen wegen des schlechten Wetters nicht zur Verfügung. Die Týr hatte in Akureyri vor Anker gelegen, um in der lawinen- und schneegebeutelten Region Einsätze zu fahren.
Für heute Mittag wird das Küstenwachschiff Þór in Flateyri im Önundarfjörður erwartet, wo Schiff und Besatzung wegen der akuten Lawinengefahr für Einsätze zur Verfügung stehen. Einem Facebookeintrag der Küstenwache zufolge war es gestern Abend gegen 21 Uhr in Reykjavík aufgebrochen.

Dramatischer Krankentransport bei Schneesturm

Die Freiwilligen der Rettungsteams im äussersten Nordosten des Landes haben gestern einen dramatischen Krankentransport erfolgreich bewältigt. Bei Schneesturm und eigentlich unbefahrbaren Strassen hatte ein Patient im Krankenwagen von Þórshöfn ins Krankenhaus nach Akureyri gebracht werden müssen. Der Anruf war gegen Mittag bei der Notruf-Hotline eingegangen und in die höchste Dringlichkeitsstufe eingeordnet worden.

Wetterbedingt hatte das Krankenflugzeug weder in Þórshöfn noch in Vopnafjörður landen können, so blieb keine andere Möglichkeit, als den Patienten über den Landweg zu transportieren.
Bei schlechtestem Weter wurde die Aktion mit einem Höchstaufgebot durchgeführt, schreibt RÚV.
Neben der Mannschaft von Þórshöfn rückten auch Leute aus Raufarhöfn und Húsavík aus, dazu kamen zwei Krankenwagen und der Schneepflug auf der gesamten Strecke von Þórshöfn nach Akureyri.

“Nach heldenhaftem Kampf gegen unbefahrbare Strassen und das Wetter kamen wir über den Hófaskarð, wo die Rettungsleute von Garðar und der Krankenwagen aus Húsavik den Patienten übernahmen und ihn nach Akureyri brachten,” heisst es in einem Fotobeitrag der Regionalgruppe Hafliði. Die Gruppenleitung dankte allen Beteiligten. “Gute Organisation, Kommunikation, Zusammenarbeit und Teamgeist vermochten es, dass das Ziel erreicht wurde und wir können darauf stolz sein.”
Bei solchen Bedingungen gehe einem durch den Kopf, wie sehr die Gemeinschaft zusammenstehe, wenn Not am Mann sei.
Hier gibt es Fotos und Videos vom Einsatz.
In weiten Teilen des Nordens hatte es in den vergangenen Tagen stark geschneit, viele Strassen sind immer noch unbefahrbar. In den Westfjorden, im gesamten Norden und in der Region Siglufjörður besteht akute Lawinengefahr.