Kleiner Junge stirbt nach Unfall im Skötufjörður

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Der kleine Junge, der sich in dem am Samstag im Skötufjörður verunglückten Fahrzeug befunden hatte, ist verstorben, berichtet RÚV. Das hat die polnische Botschaft in Island am Nachmittag mitgeteilt.

Die dreiköpfige Familie war nach einer Auslandsreise auf dem Heimweg in die Westfjorde unterwegs gewesen. Bei Glatteis war das Auto von der Fahrbahn abgekommen und in den Fjord gestürzt. Vorbeifahrene hatten die Verunglückten aus dem Wasser gerettet und Erste Hilfe geleistet, bis Rettungskräfte den Ort erreichten. Die Rettungsarbeiten wurden dadurch erschwert, dass die Strassen stark vereist waren und an der Stelle des Unfalls keine Mobiltelefonverbindung aufgebaut werden konnte.
Der Junge war zwei Jahre alt gewesen. Seine Mutter war am Samstagabend auf der Intensivstation der Uniklinik in Reykjavík verstorben.

Landwirtschaftminister soll Hofverkauf an auswärtiges Unternehmen verhindern

Schafbauern im Bezirk Vestur Húnavatnssýsla haben den Landwirtschaftsminister aufgefordert, den Verkauf des Hofes Núpsdalstunga im Miðfjörður an das IT-Unternehmen Flaumur ehf. zu verhindern. Die Gemeindeleitung pocht darauf, dass Höfe zum Wohnen und Wirtschaften verkauft werden sollten.
Das Arbeits- und Innovationsministerium hatte die Gemeinde um ein Gutachten zum Verkauf von Núpsdalstunga an Flaumur ehf. gebeten. Informationen des Ministeriums zufolge besitzt das Unternehmen bereits fast 7000 Hektar Land vor dem Kauf. Dem neuen Landkaufrecht zufolge, welches im vergangenen Jahr revidiert worden war, muss die Haltung der betroffenen Gemeinde eingeholt werden, wenn der Hektarbesitz des Käufers über die zulässige Grösse hinausgeht.

Höfe sollten auch bewohnt werden
Die Gemeindeleitung des Húnaþing vestra hält es für nicht wünschenswert, dass sich viele Höfe in wenigen Händen ansammeln und betont ihre Überzeugung, dass sie zum Wohnen und Wirtschaften verkauft werden, berichtet RÚV.
“Es ist wichtig, die Nutzung von Bauernhöfen und Wohnsitzen zu sichern, denn eine solche Nutzung ist in der ganzen Gemeinde die Lebensader der sozialen Gemeinschaft. Die Gemeindeleitung legt Wert darauf, dass dem Besitz eines Hofes nicht nur das Recht folgt, die Erträge aus natürlichen Resourcen des jeweiligen Hofes für sich zu nutzen, sondern auch die Pflichten dem Hof und der Gesellschaft gegenüber. Es ist unbedingter Wille der Gemeindeleitung, dass alle Ländereien in der Gemeinde mit dem Ziel genutzt werden, ein vielschichtiges Arbeitsplatzangebot zu schaffen, die Wohngebiete zu entwickeln und die Besiedlung zu stärken. Daher ist es wichtig, dass auf sovielen Höfen wie nur möglich auch gewohnt wird.” heisst es unter anderem in einem Protokoll der Gemeindeleitung.

Minister soll intervenieren
Der regionale Schafzuchtverein wird deutlicher: er verlangt vom Minister, den Verkauf des Hofes an “Höfesammler” zu verhindern.
“Wir wollen natürlich, wie andere, die auf dem Land wohnen, dass soviele Höfe wie möglich bewohnt sind, denn es bedarf einer gewissen Einwohnerzahl, um eine Gemeinschaft am Leben zu erhalten,” sagt Vereinsvorsitzender Ólafur Benediktsson.
Die Besitzer von Núpsdalstunga sind vom Hof weggezogen, der landwirtschaftliche Betrieb liegt still. Im Facebook-Eintrag des Vereins steht zu lesen, dass eine junge Familie die Finanzierung zur Hofübernahme mit dem Ziel der Bewirtschaftung bereits vorgelegt habe, sie sei jedoch vom Immobilienmakler ignoriert worden.

Es sei wichtig, so Ólafur, dass der Hof Leute bekomme, die dort auch ihr Zuhause schaffen wollten. Man habe bereits schlechte Erfahrungen mit auswärtigen Hofaufkäufern in der Region gemacht.
“Aus Erfahrung befürchten wir vielleicht, dass dort dann nicht gewohnt wird. Wir machen uns da Sorgen, ja. Und man fragt sich in dem Zusammenhang, was eine Partei eigentlich mit fünf bis 10.000 Hektar anstellt, überall im Land. Ich verstehe das nicht.”

 

Widerstand der Bauern wegen umfangreichen Landaufkaufs

Jim Ratcliffe

Dem britischen Milliardär Jim Ratcliffe schlägt einem bei RÚV zitierten Bericht der Daily Mail zufolge heftiger Widerstand von Islands Bauern wegen seiner umfangreichen Landaufkäufe entgegen. Der Brite hatte in den vergangenen Jahren riesige Ländereien in Island aufgekauft, nach eigenen Aussagen, um den Wildlachsbestand im Nordatlantik zu schützen.
Nach Angaben der Daily Mal hat seine für Island zuständige Holding Halicilla seit dem Jahr 2016 insgesamt 36 Mio Pfund ausgegeben, um die heute 39 Höfe zu erwerben.

Im vergangenen Jahr hatte das isländische Parlament das Gesetz zum Landerwerb geändert, danach liegt die Obergrenze nun bei 10.000 Hektar für eine rechtliche Person, Käufe darüber hinaus benötigen Ausnahmegenehmigungen des zuständigen Ministers. Damit dürfte die Kauffahrt des Briten in Island vorerst beendet sein. Ratcliffe hatte seinerzeit angekündigt, beim Europäischen Gerichtshof gegen das Gesetz zu klagen. Im vergangenen Jahr war der Brexit-Befürworter von Grossbritannien nach Monaco umgezogen und ist damit auch nach dem Brexit weiterhin EU-Bürger.

Daily Mail zitiert die isländische Wirtschaftsjournalistin Sigrún Davíðsdóttir, dass Ratcliffe inzwischen Islands grösster Landbesitzer sei, und dass seine Aufkäufe von Höfen, die sich seit Generationen in der gleichen Familie befunden hätten, ziemlich undurchsichtig seien. Unter anderem soll er Land an den Flüssen Hofsá, Selá, Hafralónsá, Miðfjarðará und Vesturdalsá besitzen.
Auch die Zukunftsnutzung der Ländereien in seinem Besitz bereite Sorge. Ratcliffe pflege keinerlei Kontakte in der Gesellschaft, und seine Pläne zum Schutz der Lachse wirkten eher wie Grünfärberei, immerhin ist er Hauptanteilseigner von INEOS, einem der grössten Ölproduzenten der Welt, der unter anderem durch Fracking in die Negativschlagzeilen geraten ist.

Gleichzeitig verlören isländische Bauern ihr Land, Flüsse und Angelrechte in diesen Flüssen. Schafzüchter Jóhannes Sigfússon zufolge tue es niemandem gut, soviel Land zu besitzen wie Ratcliffe. Gísli Ásgeirsson, der Geschäftsführer des Angelvereins Strengur, beim dem Ratcliffe die Aktienmehrheit hält, gab der Daily Mail zufolge an, der Schutz des Wildlachsbestandes sei Ratcliffes einziges Ziel beim Landaufkauf, jegliche Verdachtsmomente um andere Ziele seien weithergeholt.

Gericht zieht Kapitänspatent ein nach COVID-Ausbruch an Bord

Júlíus Geirmundsson

Sveinn Geir Arnarsson, der Kapitän des Gefriertrawlers Júlíus Geirmundsson, hat sich für schuldig bekannt, als sein Fall in der vergangenen Woche vor dem Bezirksgericht in den Westfjorden verhandelt wurde, berichtet Vísir. Die Polizei der Westfjorde hatte Anklage gegen ihn erhoben. Sveinn muss eine Strafe von 750,000 ISK (€4,800) zahlen. Ausserdem wird sein Kapitänspatent für vier Monate eingezogen.

Im Oktober letzten Jahres waren 22 der 25 Besatzungsmitglieder an Bord an COVID-19 erkrankt, während sich das Schiff auf hoher See befand. Das Schiff kehrte trotz der Erkrankungen erst drei Wochen später in den Hafen zurück. Die Besatzung hatte danach die Absetzung des Kapitäns verlangt. Auch drei Monate nach dem Vorfall sind einige der betroffenen Besatzungsmitglieder noch nicht wieder arbeitsfähig, weil sie an Komplikationen bezw Langzeitfolgen leiden.

Sveinn war angeklagt worden wegen Verstosses gegen den zweiten Paragraphen in Art 34 des Seeleutegesetzes, in welchem es heisst: “ Wenn Grund zur Annahme besteht, dass das Besatzungsmitglied an einer Krankheit leidet, die andere Personen auf dem Schiff gefährden kann, dann muss der Kapitän den Patienten an Land bringen, wenn es an Bord nicht möglich ist, vor einer Infektion zu schützen.”
Nach dem Vorfall hatten auch fünf Gewerkschaften rechtliche Schritte gegen den Kapitän eingeleitet.