COVID-19: Testpflicht für alle Einreisenden

Minister of Agriculture, fisheries and food Svandís Svavarsdóttir

Ab dem heutigen Tag ist die Doppeltestung an der Grenze mit fünftägiger Quarantäne für alle Einreisenden verpflichtend, und es gibt keine Möglichkeit mehr, eine 14-tägige Quarantäne ohne Test zu wählen, berichtet RÚV.
Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir kündigte nach der Kabinettsbesprechung eine entsprechende ministerielle Verfügung an. Notwendig sei dies geworden, weil eine steigende Zahl von Reisenden offenbar die Quarantäne nicht respektiert habe.
Damit ging die Ministerin auf einen Vorschlag des Chefepidemiologen Þórólfur Guðnason ein. Die neue Regelung gilt ab heute. Auch ein Absitzen der testfreien Quarantäne im staatlichen Quarantänehaus wird nun nicht mehr möglich sein.

“Wir haben gesehen, dass es an der Grenze zu Quarantänebruch gekommen ist, Leute, die die 14 Tage Quarantäne wählten und sie gleich gebrochen haben. Leider hat es nicht geholfen, den Test kostenfrei anzubieten, und im Lichte dessen, wie ernst die Lage in den Ländern um uns herum ist, und dass ernsthaftere Mutationen immer häufiger vorkommen, sehe ich in Absprache mit meinem Ministerium und dem Epidemiologen Grund genug, diese Massnahme zu ergreifen.”

Nur in Ausnahmefällen, etwa aus medizinischen Gründen, kann der Einreisende noch zwischen Test und Quarantäne wählen.
Auch weiterhin ist es möglich, das bereits seit dem 10. Dezember gültige Attest über eine überstandene COVID-19 Erkrankung bzw den Nachweis über ausreichend Antikörper vorzulegen.
Zusätzlich wird nun auch ein innerhalb der EU ausgestelltes Impfattest akzeptiert.

Alle vorgeschlagenen Änderungen an der Grenzregelung waren zuvor daran gescheitert, dass sie möglicherweise keine Grundlage im derzeit gültigen Seuchenschutzgesetz haben. Daran hat sich auch weiterhin nichts geändert.
“Das was sich geändert hat ist, dass wir den Tatsachen ins Auge schauen müssen, wie ernst die Lage ist, und angesichts dessen sieht mein Ministerium eine rechtliche Grundlage. Natürlich liegt eine Änderung des Seuchenschutzgesetzes auch dem Parlament vor, und ich hoffe, dass das so schnell wie möglich abgeschlossen wird.” sagte Svandís.
Das isländische Parlament befindet sich bis zum 18. Januar in Weihnachtsferien, der erste Sitzungstag beginnt mit einer unvorbereiteten Fragestunde.
Die Testpflicht (zwei Tests plus fünf Tage Quarantäne) gilt bis Ende April. Ab dem ersten Mai könnte es je nach dann aktueller Lage neue Regeln geben.

Sozialdemokraten kritisieren fehlende rechtliche Grundlage
Kritik an der Massnahme kam von der Sozialdemokratischen Allianz. Die Vorsitzende des parlamentarischen Wohlfahrtsausschusses, Helga Vala Helgadóttir, sieht Vísir zufolge auch weiterhin keine rechtliche Grundlage für eine verpflichtende Testung an der Grenze. Daran hab sich seit letzter Woche nichts geändert, als die Gesundheitsministerin aus genau diesem Grund die Vorschläge des Chefepidemiologen nicht umsetzte.

Helgas Fraktion hat dem Parlament heute einen Gesetzesvorschlag zur provisorischen Änderung des Seuchenschutzgesetzes vorgelegt. Vor der Weihnachtspause hatte die Gesundheitsministerin einen Vorschlag zur Gesamtrevision des Seuchenschutzgesetzes eingereicht, nach der ersten Lesung im Parlament war das Papier an den Wohlfahrtsausschuss gegangen. In der Bearbeitung sei man dort, so Helga, nicht sehr weit gekommen, unter anderem, weil im Ausschuss keine Einhelligkeit zum Thema herrsche, daher wolle die sozialdemokratische Fraktion das Parlament vorzeitig zusammenrufen, um eine vorläufige Änderung am geltenden Gesetz vorzunehmen, welche der Gesundheitsministerin den notwendigen rechtlichen Rahmen erteile, die neue Regel nach Vorschlag des Epidemiologen in Kraft zu setzen.

 

Isländer erhält per Transplantation zwei neue Arme

Guðmundur Felix Grétarsson running in Heiðmörk in 2013.

Ein 48-jähriger Isländer hat in der vergangenen Woche am Edouard Harriot Krankenhaus im französischen Lyon eine beidseitige Armtransplantation erfolgreich überstanden. Die 14-stündige Operation war gut verlaufen, doch gilt die Transplantation erst dann als erfolgreich, wenn der Körper die Transplantate auch annimmt.

Guðmundur Felix Grétarsson hatte bei einem Arbeitsunfall auf dem Hochspannungsmast vor mehr als 20 Jahren beide Arme verloren. Im Jahr 2013 war er nach Lyon gezogen, um sich im Fall einer verfügbaren Körperteilspende in Nähe der auf Transplantation spezialisierten Klinik zu befinden. Auf der Warteliste hatte er seit fünf Jahren gestanden. Bei ihm wurden zum ersten Mal weltweit zwei Arme oberhalb der Schulter transplantiert.

Französischen Medien zufolge war für die Operation am Edouard Harriot Hospital eine neue Technik angewendet worden. Armtransplantationen sind sehr selten. Zum ersten Mal war eine solche im Jahr 1998 durchgeführt worden, und bis heute stets unterhalb der Schulter. Zwei Chirurgenteams trennten die Arme des Spenders ab, zwei weitere Chirurgenteams transplantierten sie dem Isländer. Insgesamt hatten mehr als 50 Ärzte und Schwestern an der 14-stündigen Operation teilgenommen.

Felix war nach der Operation in ein künstliches Koma versetzt worden. Nach Angaben seiner Frau Sylwia ist er jedoch inzwischen wach und fühlt sich gut. Die Ärzte bezeichneten seinen Zustand als stabil.

 

US-Forscher testen Mars-Drohne in Island

NASA Sand-E Rover Mars

Ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Christopher Hamilton von der University of Arizona will das Lavafeld Holuhraun im Norden des Landes für die Testung eines Mars-Erforschungsprojektes der kommenden Generation nutzen, berichtet SpaceRef. Die NASA unterstützt das Team mit einem RAVEN betitelten Zuschuss von 3,1 Mio US-Dollar.

Das Lavafeld Holuhraun war von August 2014 bis Februar 2025 durch eine monatelange vulkanische Eruption entstanden. “Dies ist eins der jüngsten Grundstücke der Welt,” beschreibt Hamilton die vulkanische Einöde nördlich des Vatnajökull. “Was es so besonders interessant für uns macht, ist die Tatsache, dass die Lava sich in ein sandiges Gebiet ergoss, was den Verhältnissen auf dem Mars recht nahe kommt.”

Island blickt auf eine lange Geschichte von Übungen und Forschungen in Zusammenhang mit dem Weltraum zurück. In den Jahren 1965 und 1967 trainierten Astronauten der NASA in Island für die Mondlandung, die 1969 dann glückte. In 2019 kehrte die NASA zurück auf die Insel, um den Sand-E space rover (oben abgebildet)  zu testen, ein Gefährt, welches altes mikrobielles Leben auf dem Mars suchen soll.

Hier gibt es einen Besuchsbericht von Icelandreview (auf englisch)

Neues Kapitel in der Weltraumforschung
Das RAVEN Projekt umfasst ein Team aus mehr als 20 Wissenschaftlern und Ingenieuren und will ein neues Kapitel der Weltraumerfoschung aufschlagen. Zuvor hatten robotergesteuerte Expeditionen im Vorbeiflug Daten gesammelt, dann hatte es einen Satelliten im Orbit gegeben, dann ein Landegerät, welches die Oberfläche an einer Stelle erforschte, und schliesslich ein Rover-Fahrzeug, das sich auf der Oberfläche fortbewegen kann.

“Mit RAVEN” fügen wir ‘fliegen’ zu der Liste hinzu,” erklärte Hamilton. “Und nicht nur das – das ganze Konzept zielt darauf ab, neue Technologien und Arbeitsabläufe für zwei an einem extraterrestrischen Körper kooperierende Roboter zu schaffen. Wir wollen uns anschauen, wie ein Rover und eine Drohne zusammenarbeiten können, um den grössten Nutzen aus solch einer Mission ziehen zu können.”

Viele der noch frischen vulkanischen Landschaften auf dem Mars sind zu rauh für die Überquerung mit einem Rover, und damit eine der grossen Herausforderungen in der Erfoschung des Planeten. RAVEN will genau dieses Hindernis mit Hilfe einer Drohne überwinden. Die Drohne soll vor dem Rover herfliegen und die Befahrbarkeit von Pfaden prüfen. Ausserdem soll sie Proben nehmen, an die der Rover nicht herankommt.
“Vulkanische Gelände bieten spannende Ziele zur Erforschung, weil sich dort möglicherweise hydrothermale Systeme befinden, die mikrobielles Leben unterstützen oder bewahren können,” sagt Hamilton. “RAVEN würde solche Orte zum ersten Mal erreichbar machen.”

Doch nicht nur Forscher werden von den extraterrestrischen Strukturen isländischer Vulkanlandschaften angezogen, auch Filmemacher haben sie in der Vergangenheit eindrucksvoll in Szene gesetzt, wie etwa in den Star Wars und Star Trek Serien oder dem Kinofilm Interstellar.