Sturm hinterlässt Kunstwerke aus Eis

Auch wenn der Sturm am Samstag den Rettungseinheiten im Osten des Landes um die 60 Einsätze bescherte, so hielt er doch auch Wundersames bereit.

Benedikt Jónsson aus Breiðdalsvík wartete, bis das Schlimmste vorbei war und machte sich dann mit seiner Kamera auf den Weg, die Kunstwerke des Unwetters zu fotografieren.

Benedikts Fotosammlung findet man hier.

Futterponton gesunken, Gefahr von auslaufendem Öl im Reyðarfjörður

Bíldudalur Arnarfjörður

In Reyðarfjörður ist in der Nacht zum Sonntag ein 25 Meter langer und 12 Meter breiter Futterponton des Lachszuchtunternehmens Laxá gesunken, nachdem Meeerwasser in den Maschinenraum eingedrungen war. Auf dem Ponton befand sich Fischfutter für die Lachszuchtbecken im Fjord. Zum Zeitpunkt des Unglücks war niemand an Bord gewesen.

Laxá-Geschäftsführer Jens Garðar Helgason vermutet, dass starke Vereisung zu einer Schieflage des Pontons geführt habe. Nun liegt das Gefährt in 40 Metern Tiefe des Fjords, nicht weit vom Land entfernt. Jens zufolge stelle das Wrack keine Gefahr für andere Schiffe dar.
Das Küstenwachschiff Þór war zum Bergungseinsatz angerückt, hatte aber wetterbedingt nicht viel ausrichten können.

Mbl.is berichtet, dass Öl aus dem Wrack ausgetreten sei, man habe einen Ölfilm und Ölgeruch auf dem Wasser entdeckt. An Bord hatten sich 10.000 Liter Öl befunden. Jens Garðar zeigte sich deswegen nicht besorgt. Falls Öl austrete, so Jens, verteile es sich schnell im Meer, weil es sich um leichtes Dieselöl handle und der Wind bei der Verteilung helfe.
Zur Stunde sind RÚV zufolge Taucher auf dem Weg nach Reyðarfjörður, um das Leck zu untersuchen und ein weiteres Auslaufen von Öl zu verhindern.

Auch im Fáskrúðsfjörður war gestern Morgen gegen sieben Uhr ein Futterponton in Schieflage geraten. Dort hatte die Feuerwehr jedoch das Wasser abpumpen und so ein Kentern verhindern können.

Einreise nach Island: 14-Tage- Quarantäne muss in staatlicher Einrichtung absolviert werden

COVID-19 Press conference Þórólfur Guðnason Alma Möller V'iðir Reynisson

Islands Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir hat entschieden, dass alle Einreisenden, die sich gegen die Zweifachtestung mit fünftägiger Quarantäne entscheiden, und stattdessen die 14-tägige Quarantäne wählen, ebendiese im Quarantänehaus des Staates absolvieren müssen. Bislang konnte der Einreisende frei entscheiden, wo er diese 14 Tage verbringt. Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason hatte in seinem Memo empfohlen, die Testung an der Grenze für alle Reisenden verpflichtend zu handhaben.
Ausserdem müssen nun auch Kinder mit ihren Eltern in Quarantäne gehen. Þórólfur hält diese Änderung für notwendig, um zu verhindern, dass Ansteckungen in die Kindergärten und Schulen eingeschleppt werden.
Die Kontrollen von Personen in Quarantäne werden verschärft.

Ab dem 13. Januar werden einige Beschränkungen im Land selber gelockert, unter anderem wird die zulässige Personenzahlbeschränkung auf 20 angehoben, ausserdem dürfen Theater, Kinos und Sportstätten unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Seit dem 3. Januar wurden mehr als 70 Infektionen an der Grenze gefunden, weitaus mehr als im Land innerhalb der Gesellschaft.
Víðir Reynisson hatte am Samstag geäussert, die Zunahme der Fälle sei besorgniseregend. Überall in Europa sehe man den COVID-Notstand, und müsse sich mit allen Mitteln dagegen wehren.

Es sei eine Herausforderung gewesen, so Víðir, den Leuten verständlich zu machen, wie die Präventionsmassnahmen in Island aussähen. Die Pressekonferenzen etwa werden immer auch in polnische Sprache übersetzt, auf der Webseite covid.is sind Informationen in 11 weiteren Sprachen verfügbar.
“Wir sehen, wieviel der Zusammenhalt in der isländischen Gemeinschaft im Kampf gebracht hat, aber gleichzeitig sehen wir andere Länder, wo das nicht erreicht worden ist. Wir sehen das bei Leuten, die aus diesen Ländern kommen, die glauben, sie könnten sich hier in Island so verhalten wie bei sich zuhause. Wir versuchen, den Leuten zu erklären, dass wir dazu eine andere Kultur hier pflegen,” sagte Víðir.
Am 6. Januar waren von 18 an der Grenze positiv Getesteten 17 Personen aus Polen eingereist, alle waren mit Wohnsitz in Island gemeldet. Gestern wurden 17 Personen an der Grenze positiv getestet, 15 von ihnen sind in Island gemeldet.

Auch Þórólfur bezeichnete diesen Trend heute als besorgniserregend, er spiegele die Lage im Ausland wieder. Das Einschleppen von Infektionen durch Reisende ins Land sei jetzt die grösste Gefahr. Er riet seinen Landsleuten von allen unnötigen Reisen ins Ausland ab.

Bei der heutigen Pressekonferenz kündigte der Leiter des Quarantänehauses in Reykjavík, Gylfi Þór Þorsteinnson an, dass ein weiteres Quarantänehaus geöffnet werde, um die steigende Zahl an positiv Getesteten unterbringen zu können. Er führte kurz aus, dass der Aufenthalt in der Einrichtung kein Vergnügen sei, weil alle Gäste in ihrem Zimmer bleiben müssten, ganz gleich ob sie sich in Quarantäne oder in Isolierung befänden. Mitarbeiter des Roten Kreuzes kümmern sich um die Grundbedürfnisse, und es besteht die Möglichkeit, psychologische Betreuung zu erhalten.

Zum Abschluss der Pressekonferenz warnte Rögnvaldur Ólafsson, der stellvertretende Leiter des Zivilschutzes davor, die bestehenden Präventionsmassnahmen zu interpretieren und individuell auszuweiten, oder nach Wegen zu suchen, wie man sie umgehen könne. Die Lockerungen, die am Mittwoch in Kraft träten, seien kein Signal, dass die Pandemie vorüber sei.