Hochland soll Europas grösster Nationalpark werden

Das zentrale Hochland in Island soll zum grössten Nationalpark Europas werden, dessen Grenzen dann etwa 30 Prozent des Landes umfassen werden. In der Grössenordnung wird diese geschützte Fläche dann auch der Nationalpark mit der grössten Gesamtfläche eines Landes, nämlich 40.000 Quadratkilometern Parkfläche auf insgesamt 103.000 Quadatkilometern. Ein entsprechender Gesetzentwurf war dem isländischen Parlament am 30. November von Umweltminister Guðmundur Ingi Guðbrandsson vorgelegt worden.

“Das Hochland ist einer der grössten Naturschätze, die wir Isländer gemeinsam besitzen, daher ist es eine logische Massnahme, hier einen Nationalpark zu etablieren,” sagte der Minister. “Es ist ziemlich klar, dass die Gründung des Hochland Nationalparks enorme Vorteile für den isländischen Tourismus mitbringt, und tatsächlich für die nationale Wirtschaft als Ganzes, vor allem während der Erholungsperiode nach der Coronaviruspandemie.”
Guðmundur nannte den vorgeschlagenen Park Islands grössten Beitrag zum Naturschutz. Es sei wichtig, das Hochland für kommende Generationen zu erhalten.

Zusammenlegung bereits geschützer Flächen und mehr
Das zentrale Hochland ist eine der grössten unbewohnten Gegenden in Europa und wichtiges Brutgebiet für Vögel wie etwa die Kurzschnabelgans.
Etwa die Hälfte der vorgeschlagenen Fläche steht bereits unter Schutz, darunter der Nationalpark Vatnajökul, der Gletscher Hofsjökull und die beliebte Wanderregion Landmannalaugar. Der vorgeschlagene Park würde die bereits bestehenden Schutzzonen ausweiten und zusammenlegen, um einen grossen Nationalpark zu bilden, der dann in sechs Verwaltungsbezirke aufgeteilt werden soll. Die Leitung der Bezirke soll Staat und Gemeinden gemeinsam unterliegen, während an der Spitze ein Gremium aus lokalen und staatlichen Vertretern, sowie weiteren interessierten Parteien das Management übernimmt.

Innerhalb der vorgeschlagenen Grenzen des Parks befinden sich derzeit einige Kraftwerksprojekte. Die Gesetzesvorlage möchte diese Flächen als “periphäre Gebiete” ausweisen und aus dem Schutzstatus herausnehmen.
Insgesamt soll der Hochland Nationalpark sich positiv auf die Entwicklung der Regionen auswirken, indem er nachhaltige Beschäftigungsmöglichkeiten in den benachbarten Gemeinden wie auch im ganzen Land schafft.
Guðmundur Ingi hatte in diesem Jahr auch schon die Schaffung eines Schutzstatus für das Gebiet des Geysir und für den Wasserfall Goðafoss in die Wege geleitet.

Islands Nationalfussballerinnen fahren zur EM

Icelandic football team

Das isländische Damenfussball-Nationalteam hat sich für die Europameisterschaft in 2022 in Grossbritannien qualifiziert, berichtet das Fussballmagazin fotbolti. Gestern ging die Mannschaft mit 1:0 Toren siegreich aus dem Spiel gegen Ungarn hervor, Torschützin war Berglind Björg Þorvaldsdóttir.
Zunächst sah es schlecht für die Mannschaft aus, nachdem sie in ihrer Gruppe auf dem zweiten Platz hinter Schweden landete, doch als eine der drei besten Mannschaften fährt sie nun direkt und ohne weiteres Vorrundenspiel zur EM.
Eigentlich hätte die EM der Damen im kommenden Sommer stattfinden sollen, war jedoch auf 2022 verschoben worden, nachdem die Europameisterschaft der Männer COVID-bedingt bereits auf 2021 geschoben worden war.

Island nimmt damit zum vierten Mal an einer Fussball-Europameisterschaft teil.

Kältewelle und Sturm, Reykjavíker sollen Heisswasserverbrauch reduzieren

A woman walking two young children through the snow

Der isländische Wetterdienst hat für das gesamte Land gelbe und orange Warnstufen ausgerufen, je nach Tageszeit und Landesteil zu unterschiedlichen Zeiten. Hier gibt es detaillierte Information dazu. Mit dem Wind kommt auch eine extreme Kälte über das Land, die mindestens bis zum Wochenende andauert. Das Reykjavíker Heisswasserwerk bittet die Landsleute, sparsam mit dem heissen Wasser umzugehen.

Schon gestern ist es vielerorts stürmisch gewesen und die Holtavörðuheiði, ein bergiger Abschnitt der Ringstrasse in Richtung Norden, hatte zum ersten Mal in diesem Winter wetterbedingt gesperrt werden müssen. Sturm aus Nord und in der Nordhälfte des Landes Schneefall und möglicherweise Schneesturm stehen für heute ebenfalls auf dem Wetterprogramm. Böen können Geschwindkeiten von bis zu 45 m/s erreichen, da fliegen dann auch Steine und Sand durch die Luft und können Autoscheiben zertrümmern.

Auch morgen bleibt es stürmisch, erst zum Freitag hin soll der Wind sich legen. Derweil sinken die Temperaturen auf zweistellige Minuszahlen, mancherorts auf bis zu -18 Grad. Der starke Frost zusammen mit dem Sturm könnte in Reykjavík die grösste Kältewelle seit 2013 auslösen, erklärt Wetterexperte Einar Sveinbjörnsson. An windstillen kalten Tagen ist die Bodentemperatur zwar niedrig, doch schon kurz über dem Boden wird die Luft bereits wärmer. Stürmt es hingegen bei solcher Kälte, wird der Wind richtig unangenehm. Einar empfiehlt dringend das Tragen von Handschuhen und Mützen. Vor allem Kindergartenkinder müssten jetzt gut vor der Kälte geschützt werden.

Der Heisswasserversorger Veitur bereitet sich ebenfalls auf die Kälte vor. Unter anderem werden die Hauptstadtbewohner aufgefordert, ihren Heisswassergebrauch zu reduzieren, damit genügend heisses Wasser vorhanden ist, um alle Häuser zu heizen. Einer auf Wettermodellen basierenden Vorschau zufolge erreicht der Heisswasserverbrauch am Freitag und zum Wochenende hin seine Toleranzschwelle. Etwa 90 Prozent des heissen Wassers in Reykjavík dient der Beheizung von Gebäuden.

Empfohlen wird, alle Fenster geschlossen zu halten, Haustüren nicht länger als nötig zu öffnen, den heissen Pott nicht zu benutzen, Heizöfen im oberen Bereich warm zu halten, nicht im Fussbodenbereich, darauf zu achten, dass zusätzliche Heizgeräte nicht von Decken oder Vorhängen bedeckt werden, Schneeschmelzanlagen herunterzufahren.
Ausserdem soll jeder Einzelnen seinen Heisswasserverbrauch vermindern. Das Unternehmen erhöht auch die Temperatur des Brauchwasserzuflusses in Stadtteile mit eher niedriger Wassertemperatur und überholt im Herbst zugekaufte neue Pumpen, um die Versorgung zu verbessern.

COVID-19: Vorerst keine Lockerungen, “Weihnachtskugel” wird empfohlen

face mask

Die isländische Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir hat gestern entschieden, die COVID-19 Präventionsmassnahmen um eine Woche, bis zum 9. Dezember zu verlängern. Eigentlich hätten am heutigen 2. Dezember Lockerungen auf dem Plan gestanden, doch die steigenden Fallzahlen der vergangenen Tage haben dazu geführt, dass Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason sein bereits übersandtes Empfehlungsmemo zurückgezogen und ein neues geschrieben hat. Diese Option wird ihm offiziell eingeräumt. Svandís geht in ihrer Entscheidung mit den Empfehlungen des Seuchenschutzexperten konform.

Þórólfur zufolge waren die Fallzahlen gestiegen, weil Leute sich getroffen hatten. “Was wir jetzt sehen, ist die Auswirkung von Ereignissen, die sich vor einer Woche zugetragen haben, weil es etwa eine Woche dauert, bis Fallzahlen die Veränderung wiederspiegeln. Dies ist das Ergebnis von Treffen, nicht unbedingt von grossen Parties. Jegliche Treffen, innerhalb der Familie oder ausserhalb, sind klare Risikofaktoren. Dies ist die Zeit, wo die Leute sich zusammensetzen, vor allem Familien. Wir möchten die Leute auffordern, sehr vorsichtig zu sein und solchen Treffen fernzubleiben, damit wir in den kommenden Wochen nicht hart getroffen werden.”

Leitlinien für die Weihnachtszeit
Die Behörden hatten zuvor Leitlinien für die Weihnachtszeit herausgegeben, sowohl für die Feierlichkeiten als auch für den Einkauf. Demnach sollen Isländer sich “Weihnachtsfreunde” suchen und sogenannte “Weihnachtskugeln” bilden, indem sie ihr soziales Umfeld während der Feiertage auf eine bestimmte Personenzahl begrenzen und sich ansonsten online treffen. Einkäufe sollten unbedingt mit Einkaufsliste getätigt werden, damit man nicht vor den Regalen herumbummelt, oder im Internet erfolgen.

Für Treffen wird geraten, die Einladungen rechtzeitig auszusprechen, damit Geladene ihre sozialen Kontakte in den Tagen vor dem Treffen einschränken können. Die beliebten Buffets (jólahlaðborð) sollten gemieden werden, bei der Essenszubereitung für Gäste sollte die Gesichtsmaske getragen und der Zutritt zur Küche begrenzt werden. Das Abholen von Besuch aus dem Ausland am Flughafen ist nicht gestattet.
Weitere Hinweise und aktuelle Statistiken gibt es auf der Webseite covid.is.