COVID-19: Grenztestung vorläufig kostenfrei

COVID-19 samples

Der COVID-19 Test an den isländischen Grenzen wird Einreisende im Dezember und Januar nichts kosten. Islands Regierung kündigte diese Entscheidung an, die sie nach einer Empfehlung des Chefepidemiologen Þórólfur Guðnason getroffen hatte. Þórólfur hatte vorgeschlagen, den Test entweder verpflichtend zu machen, oder kostenfrei anzubieten.
Zur Zeit müssen Einreisende sich entscheiden, ob sie die Doppeltestung mit fünftägiger Quarantäne zum Preis von 11.000 ISK (68 EUR) vor Ort oder 9000 ISK (55 EUR) mit Vorbuchung wählen oder in eine 14-tägige Quarantäne gehen.

In Þórólfurs Empfehlungsschreiben an die Gesundheitsministerin drückte er seine Besorgnis darüber aus, dass das Anwachsen der Pandemie im Ausland zu einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen in Island führen würden, wenn Einreisende die 14-tägige Quarantäne wählen, sich aber nicht an die Quarantäneregeln hielten. Er wies darauf hin, dass in mehreren Fällen der Verdacht aufgekommen war, dass Reisende sich nicht in Quarantäne aufgehalten hatten, vor allem solche, die ohnehin nur wenige Tage im Land geblieben waren. Er schlug daher vor, entweder den Test verpflichtend für alle zu gestalten, ausser ein medizinischer Grund spricht dagegen, oder den Test kostenfrei anzubieten.

Bei der gestrigen Pressekonferenz hatte Þórólfur offengelegt, dass zusätzlich zu den am meisten vorkommenden Virusstämmen während dieser dritten Welle der Pandemie auch zwei Gruppeninfektionen aufgetreten waren, bei denen neue, bislang im Land unbekannte Virusstämme identifiziert wurden, was darauf hinweist, dass Infektionen offenbar am Grenztestprogramm vorbei ins Land gekommen sind.
Justizministerin Áslaug Arna Sigurbjörnsdóttir hatte zuvor angegeben, sie halte einen verpflichtenden Test für rechtlich schwierig.
Die Enscheidung von Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir zum kostenfreien Test an der Grenze tritt am 1. Dezember in Kraft und gilt bis 31. Januar.

 

Icelandic Tweed kehrt nach 50 Jahren in die Mode zurück

Die verarbeitete Wolle von isländischen Schafen erlebt dieser Tage auch COVID-bedingt ein Revival, das Stricken ist so populär wie lange nicht mehr, und auch Meterware aus isländischer Wolle ist wieder aktuell.
Der Reykjavíker Herrenausstatter Kormákur&Skjöldur hatte im vergangenen Frühjahr eine neue Kollektion aus isländischem Webstoff vorgestellt. Jackett, Weste und Schirmmütze aus “Icelandic Tweed” sind inzwischen feste Bestandteile der Tuchschneiderei, zum ersten Mal seit etwa 50 Jahren wieder, berichtet das Bændablaðið.

Gunnar Hilmarsson, Chefdesigner in der Schneiderei, der sich auch um die Produktion der Tuchware kümmert, freut sich darüber, dass die Maschinen nun so richtig surren. “Wir stellen Kleidungsstücke und Accessoires her, aber wir verkaufen auch Meterware, vor allem für Polstermöbel.” erklärt er.

Die Wolle kommt von Schafzüchtern aus dem ganzen Land, gesponnen wird sie in der Grossspinnerei Ístex, dann wird sie zum Weben nach Österreich geschickt. Gunnar zufolge fehlt es in Island leider an Gerät und Erfahrung im Weben von Meterware, sonst wäre es möglich, das Tuch von Anfang bis Ende im Land herzustellen. Die Schneiderei ist mit Exponaten auch in der Ausstellung 100% ull vertreten, welche im isländischen Designmuseum zu sehen ist (zu Zeit nur im Video).

Isländischer Tweed ist in den vier Naturgrundfarben erhältlich, braunrot, weiss, grau und schwarz. Aus diesen vier Farben wird eine Auswahl an Mustern geschaffen, von denen jedes seine eigene Liniengebung hat.

 

 

Arbeitslosenquote unter Ausländern steigt weiter an

Die Arbeitslosenquote in Island hatte im Oktober 9,9 Prozent betragen, für die Monate November und Dezember sieht das Arbeitsamt durch die COVID-bedingt schwierigen Zustände auf dem Arbeitsmarkt weiter steigende Zahlen voraus, berichtet Kjarninn. Zum Ende diesen Monats könnte die Arbeitslosigkeit auf 11,9 Prozent steigen, für das Jahresende sieht die Behörde in ihrem Monatsbericht 11,3 Prozent voraus.
Das bedeutet, dass die allgemeine Arbeitslosigkeit, bei der Personen, die die staatlich geförderten Teilzeitangebote nutzen, nicht erfasst sind, gegen Ende diesen Monats höher liegt als zu Hochzeiten nach der Bankenkrise vor 11 Jahren. Damals hatte die allgemeine Arbeitslosigkeit im Februar und März 2009 ihren Höchsständ mit 9,3 Prozent erreicht.

Der isländische Arbeitnehmerverband ASÍ hat vor einigen Tagen eine neue Wirtschaftsprognose für den Zeitraum 2020 bis 2022 veröffentlicht. Danach soll die Arbeitslosigkeit sich auch nach diesem Zeitraum bei über 6,9 Prozent einpendeln, trotz einer moderaten Wachstumsrate von 1,8 Prozent. Für das kommende Jahr rechnet der Verband mit einer Arbeitslosenquote von 8,6 Prozent.

Mehr als 40 Prozent der Arbeitslosen kommen aus dem Ausland
Insgesamt sind zum vergangenen Monatswechsel 20.252 Personen im allgemeinen Arbeitslosenregister erfasst gewesen, hinzu kamen 4.759 Personen in der staatlich geförderten Teilzeitarbeitsmassnahme. Insgesamt betrug die Arbeitslosenquote 11,1 Prozent, zum Ende des Jahres soll sie Vorhersagen des Arbeitsamtes zufolge bei 12,2 Prozent liegen. Diese Zahl kommt auch zustande, weil Teilzeitmassnahmen wegfallen und die Personen dann der Gesamtquote zugerechnet werden.
Am stärksten ist die Region Suðurnes betroffen, hier lag die Arbeitslosenquote im Oktober bei 21,2 Prozent, wobei 1,1 Prozent sich in Teilzeitmassnahmen befanden.

Die Arbeitslosigkeit unter den ausländischen Mitbürgern steigt weiter an.
Das Arbeitsamt rechnet damit, dass die Gesamtarbeitslosigkeit unter ihnen im Oktober bei 25 Prozent gelegen hat, und die allgemeine Arbeitslosigkeit bei 22 Prozent. Das bedeutet, dass die normalen Arbeitsuchenden in der Gruppe ausländischer Mitbürger, also jene, die im allgemeinen System für Arbeitslosengeld registriert waren und sich nicht in Teilzeitmassnahmen befanden, gegen Ende letzten Monats 8.204 zählten. Damit sind 41 Prozent aller Arbeitslosen in Island ausländische Mitbürger.

Ende September hatte 51.120 ausländische Mitbürger in Island gelebt, das sind 14 Prozent der Gesamtbevölkerung.