Islands Staatspräsident und Premierministerin gratulieren dem neuen US-Präsidenten zum Wahlsieg

Katrín Jakobsdóttir

Islands Staatspräsident, die isländische Premierministerin und der Aussenminister haben Joe Biden anlässlich seines Sieges bei der US Präsidentschaftswahl ihre Glückwünsche und besten Wünsche übermittelt.
“Gratulation @JoeBiden zu Ihrem Sieg bei der Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika,” schrieb Premierministerin Katrín Jakobsdóttir am Samstag Abend auf Twitter. “Ich wünsche Ihnen alles Gute im Amt und freue mich, die Beziehungen unserer Länder im Bezug auf immanent wichtige Themen wie Klimawandel und Menschenrechte weiter zu stärken.”
In einem separaten Tweet schrieb Katrín, sie sei “erfreut”, der neugewählten Vizepräsidentin Kamala Harris zu gratulieren: “Ich wünsche Ihnen alles Gute und freue mich auf Ihre Führung im Amt.”

Gemeinsame Werte
Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson sandte gestern ebenfalls seine besten Wünsche an Biden und Harris. In der Pressemitteilung des Präsidentenamtes ist zu lesen, dass seine Grussbotschaft die “tiefverwurzelte Zusammenarbeit und Freundschaft, und lange gemeinsame Geschichte” hervorhebt.
Auch wenn die Vereinigten Staaten eine der grössten Demokratien der Welt seien und Island eine der kleinsten, so teilten sie doch viele gemeinsame Werte wie die Gedankenfreiheit und Meinungsfreiheit, sowie die gleichen Rechte für alle Bürger, schrieb Guðni. Er gratulierte den beiden auch in einem Beitrag auf Facebook.

Aussenminister Guðlaugur Þór Þórðarsson übermittelte beiden Neugewählten seine Glückwünsche auf Twitter und betonte die lange Freundschaft zwischen den USA und Island. Guðlaugur hatte sich erst in der vergangenen Woche mit dem US Staatssekretär Mike Pompeo getroffen.

Harris’ Wahl ist ein Meilenstein
Katrín nannte die Wahl von Kamala Harris einen riesigen Meilenstein für die Gleichheit der Geschlechter und drückte ihre Hoffnung aus, dass die Vereinigten Staaten unter Bidens Führung wieder Mitglied beim Pariser Abkommen werden.
“Biden hat viel über Klimathemen gesprochen,” sagte Katrín. “Ich hoffe, dass die Vereinigten Staaten an den Tisch in der internationalen Gemeinschaft zurückkehren und zu einer Partei beim Pariser Abkommen werden, sodass wir da Veränderungen sehen können.”

Grönland stoppt COVID-bedingt Passagierverkehr nach Island

Die grönländischen Behörden haben den Passagierflugverkehr von und nach Grönland für alle Länder ausser für Dänemark gesperrt, berichtet RÚV. Die isländische Fluglinie Air Iceland Connect hatte am vergangenen Freitag noch einen Flug nach Nuuk bedient, doch nun gibt es erst mal von Island aus keine Grönlandflüge mehr, bis der Luftverkehr in das arktische Land wieder gestattet ist.
Frachtflüge und Notflüge könnten möglicherweise auch weiterhin erlaubt sein.
Zuletzt hatten die Fluggesellschaften Air Greenland und Air Iceland Connect den Passagierverkehr nach Grönland bedient. Air Greenland hatte die Verbindung nach Dänemark aufrecht erhalten, Air Iceland Connect war zwischen Island und Grönlands Hauptstadt Nuuk verkehrt.

Hoffen auf Ausnahmegenehmigung für Frachtverkehr
Wie Ásdís Ýr Pétursdóttir, die Pressesprecherin von Icelandair, sagte, seien die Flugangebote von und nach Nuuk sehr unterschiedlich stark genutzt worden. Manche Flüge seien fast leer gewesen, andere relativ gut ausgelastet.

Air Iceland Connect hatte auch eine grosse Anzahl von Frachtflügen zwischen den beiden Ländern übernommen, und Ásdís Ýr gab an, man prüfe derzeit die Möglichkeit von Ausnahmegenehmigungen für den Frachtverkehr. Ansonsten stehe das Unternehmen in den Startlöchern, sobald die Sperrung des Flugverkehrs wieder aufgehoben wird.

“Es geht darum, dass wir uns absichern wollen, so wie es gegen die weltweit wachsende Coronapandemie und die Ansteckungsgefahr von Island aus gemacht wird. Das ist nicht speziell gegen Island gerichtet,” erklärte Nels Ulrik Winther, der grönländische Seuchenschutzbeauftragte im Interview mit Grönlands Radiosender KNR. Seine Behörden wollten dass alle, die in das Land reisen, über einen einzigen Flughafen kommen, damit sichergestellt wird, dass die Angelegenheit auf ein und dieselbe Weise behandelt wird. Dieser Flughafen sei Kastrup in Kopenhagen.
Nach Angaben des grönländischen Radios haben sich seit Ausbruch der Pandemie 17 Personen mit COVID-19 angesteckt. Zur Zeit ist niemand in Grönland positiv.

COVID-19: Fallzahlen sinken, Todesfälle steigen

Iceland National Hospital COVID-19

Island ist eines der wenigen Länder in Europa, wo die Fallzahlen für die COVID-19 Erkrankung nicht weiter steigen. Im Inland sind die positiv getesteten Fälle in den vergangenen Tagen gesunken.
Bei der heutigen Pressekonferenz sagte Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason, er erwarte dass die Präventionsmassnahmen zum 18. November gelockert werden könnten, auch wenn die Lockerungen nur graduell ausfallen würden, um die Wahrscheinlichkeit weiterer Infektionsausbrüche gering zu halten. Während die Inlandsinfektionszahlen sinken, bleibt die Belastung der Kliniken weiter hoch.

Weiterhin hohe Belastung der Kliniken
Seit Anfang Novemver hatte Island zwischen 10 und 30 neue Fälle pro Tag gemeldet, bedeutend weniger als noch im Oktober, als die Zahlen bei 40 bis 90 Fällen pro Tag lagen. Als Reaktion auf diese hohe Ansteckungzahl hatten die Behörden mit einer Verschärfung der Seuchenpräventionsmassnahmen reagiert, darunter die Reduzierung der erlaubten Personenzahl an einem Ort auf 10, die vorübergehende Schliessung bestimmter Geschäfte, sowie Serviceeinrichtungen, Schwimmbäder und Bars, und die Einführung der Maskenpflicht vor allem in Geschäften.

Trotz der sinkenden Infektionszahlen ist die Belastung durch stationäre Patienten für die Uniklinik in Reykjavík und das Krankenhaus in Akureyri weiterhin hoch. Mit Stand heute befinden sich 75 Patienten in stationärer COVID-19 Behandlung, drei Personen liegen auf der Intensivstation. Diese dritte Welle der Pandemie hat bislang 13 Todesopfer gefordert, bei der ersten Welle im Frühjahr waren 10 Menschen an COVID-19 gestorben. Bei der Pressekonferenz drückten die Mitglieder des Krisenstabs ihre Hoffnung aus, dass die Belastung für die Kliniken bald zurückgehe und man den Bereitschaftsgrad der Häuser von Krisenstand in Gefahrenstand zurücksetzen könne.

Es hat den Anschein, dass der Clusterausbruch im Pflegeheim Landakot nun unter Kontrolle ist. Auch dort stellt die Personalverfügbarkeit das grösste Problem dar, denn zur Zeit befinden sich 52 Mitarbeiter des Heimes in Isolation und 93 in Quarantäne, wobei aus der letztgenannten Gruppe einige in den kommenden Tagen wieder zum Dienst erscheinen werden.
Die Uniklinik wartet nun auf die Ergebnisse eines Reports zu dem Clusterausbruch am Heim Landakot und hofft, aus den Erkenntnissen lernen zu können. Klinikchef Páll Matthíasson sagte, man habe bereits betriebliche Änderungen durchgesetzt, um das Risiko weiterer Virusausbrüche gering zu halten.

Nerze werden erst mal nur getestet
Auch das in Nerzen mutierte Sars-CoV-2 Virus, welches nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO in Dänemark auf Menschen übergesprungen war, ist Gegenstand der Fragestunde gewesen. In Folge der Virusmutation sind in Dänemark alle Nerze getötet worden. Þórólfur gab an, die isländischen Behörden warteten immer noch auf weitere Informationen von den dänischen Behörden, doch erst mal werde es keine zusätzlichen Reisebeschränkungen für Reisende aus Dänemark geben.
Die Nerze in Islands viel kleinerer Pelzindustrie werden auf das neuartige Coronavirus getestet, weitere Massnahmen soll es vorerst nicht geben.
Der Geschäftsführer von deCODE, Kári Stafánsson hatte gesagt, er halte es für unwahrscheinlich, dass die Virusmutation, die vom Nerz auf den Menschen übergegangen war, Menschen reinfizieren könne, die Antikörper auf das SARS-CoV-2 Virus entwickelt hätten.