Skyrbar wird international, trotz und wegen Corona

Kaum ein Tourist verlässt die Insel und schwärmt nicht vom isländischen Skyr. Und auch wenn die Rezepturen im Ausland meist nicht viel mit dem isländischen Original zu tun haben, so hat der Skyr schon als Urlaubserinnerung trotzdem viele Liebhaber.
Nun meint die Geschäftsführerin der Ísey Skyrbar, dass sich auch auf dem Fastfood und to-go Markt Möglichkeiten für den Skyr in der Hauptrolle bieten. Allein in Finnland steht die Kette in Verhandlungen zur Eröffnung von 25 Filialen, berichtet RÚV.

Im Raum Reykjavík gibt es sieben Skyrbars, wo Schalen des fettarmen Frischkäses mit allerlei Obst, Saucen und Smoothies angeboten werden. Ísey Skyr wird in einigen Ländern in der Dose verkauft, und in diesen Ländern sind auch Filialen rund um die neue Trendspeise geplant.
Sigríður Steinunn Jónsdóttir, die Geschäftsführerin von Ísey Skyrbars, berichtet, die erste Skyrbar sei vor etwa einem Monat an Finnlands grösstem Bahnhof eröffnet worden und laufe hervorragend. Darauf sollen nun in den kommenden fünf Jahren 25 weitere Filialen folgen.

Die COVID-19 Pandemie bremste den Siegeszug der Skyrbars etwas ab, für Grossbritannien und Dänemark etwa musste die Filialeröffnung verschoben werden. Japanische Skyrmischer waren schon in Island zum Traininig gewesen, als die Pandemie zuschlug und aus der Eröffnung erst mal nichts wurde. Nun warte man nur noch darauf, dass sich die Lage bessere.

Denn der Verkauf von Snacks und schnellen Mahlzeiten laufe trotz Pandemie ziemlich gut. Viele arbeiteten nun zuhause und müssten sich selber um ihr Mittagessen kümmern. So mancher Fastfoodverkäufer, der eher ungesunde Speisen im Angebot hat, könnte durchaus, so meint Sigríður, auf den Skyrzug aufspringen und etwas für die Volksgesundheit tun.

Island will Nerze auf Corona testen

Die isländische Lebensmittel- und Veterinäraufsichtsbehörde MAST wird die Nerze in den Nerzzuchtanlagen des Landes auf das neuartige Coronavirus testen, nachdem bekannt geworden war, dass in Dänemark eine Mutation vom Nerz auf den Menschen übergesprungen war und Infektionen ausgelöst hatte, berichtet Vísir. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es jedoch keinen Infektionsverdacht in Island.

Die Behörde hat die Nerzfarmer darüber informiert, dass noch strengere Seuchenpräventinsmassnahmen nötig sind und sie aufgefordert, diese so genau wie möglich zu befolgen. Der kleinste Verdacht auf eine Infektion muss gemeldet werden, vor allem wenn eine infizierte Person Kontakt zu Nerzen hatte. Bislang sind keine Meldungen eingegangen. Erst wenn ein solcher Fall auftritt, will die Behörde in Zusamenarbeit mit den Gesundheitsbehörden entscheiden, wie sie weiter vorgehen will.

Dänemarks Premierministerin hatte gestern eröffnet, dass sämtliche Nerze im Lande, 17 Millionen Tiere, getötet und verbrannt würden, weil eine Virusmutation vom Nerz auf den Menschen übergesprungen war. Mette Fredriksen hatte die Lage als sehr ernst bezeichnet und erklärt, die Mutation könne die Wirksamkeit eines Impfstoffes verhindern, weil das mutierte Virus auf die derzeit in der Entwicklung befindlichen Impfstoffe nicht reagiert.

Die Möglichkeit einer Infektion der verwilderten Nerze in Island ist gering, weil es kaum Kontakt zwischen Mensch und Tier gibt. Der Nerz ist keine ursprünglich heimische Tierart auf der Insel, die freilebenden Exemplare stammen alle von entkommenden Zuchttieren ab.
Zur Zeit gibt es neun Nerzfarmen mit insgesamt 15.000 Zuchtweibchen im Land, die meisten davon im Nordwesten, sowie einige Höfe an der Südküste.