COVID-19: Neue Regeln, Versammlungsverbot ab 10 Personen

Minister of Health Svandís Svavarsdóttir

Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir hat die Vorschläge von Chefepidemiologen Þórólfur Guðnason zu strengeren Seuchenschutzmassnahmen angenommen und auf der Pressekonferenz der Regierung heute Mittag verkündet. Die Massnahmen treten schon ab heute um Mitternacht in Kraft.
Grösste Veränderung wird die Reduzierung von 20 auf 10 erlaubte Personen an einem Ort sein. Alle offiziellen sportlichen Aktivitäten und Vorstellungen/Aufführungen müssen unterbleiben.
Die Einschränkungen bleiben bis einschliesslich 17. November gültig, können aber währenddessen, wie auch bisher, falls notwendig, angepasst werden.
Die aktuelle Infektionsstatistik findet man auf covid.is.

Kritische Lage in der Uniklinik
Þórólfur hatte schon im Vorfeld angekündigt, dass er aller Voraussicht nach die Massnahmen noch weiter verschärfen werde, weil die Lage in der Universitätsklinik bedingt durch eine Clusterinfektion im eigenen Haus so kritisch sei. In seinem Memo heisst es, dass die Zahl der Infektionen innerhalb der Gesellschaft immer noch hoch seien, obwohl die Massnahmen am 20. Oktober verschäft worden seien. Daher gibt es eine Risiko von Gruppeninfektionen, welche eine noch grössere Belastung für das Gesundheitssystem darstellen.
Die Universitätsklinik befindet sich belastungsbedingt seit vergangenem Wochenende im Krisenzustand, hunderte von nicht unbedingt notwendigen Eingriffen hatten abgesagt werden müssen. Die fünf Quarantänestationen sind voll ausgelastet, die Zahl der stationären COVID-Patienten höher als im Frühjahr, und Ärzte bestätigten, dass die Patienten diesmal kränker seien als während der erste Welle im Frühjahr.

Restriktionen sind notwendiger Schritt
Die Gesundheitsministerin äusserte Verständnis dafür, dass die Restriktionen eine Belastung für die Gesellschaft darstellten, doch seien sie unglücklicherweise der notwendige Schritt, um die Ausbreitung des Virus in den Griff zu bekommen. Die Regeln seien einfach, auch wenn sie schwierig seien. “Je besser wir sie befolgen, desto kürzer müssen wir mit ihnen leben.”
Die nachfolgenden neuen Regeln gelten für das gesamte Land.

– Maximal 10 Personen sind an einem Ort erlaubt.
– Für Beerdigungen sind 30 Personen erlaubt, beim nachfolgenden Empfang jedoch nur 10 Personen.
– In Supermärkten und Apotheken sind 50 Personen erlaubt.
– Die 10 Personenregel gilt nicht für Regierung, Parlament und Gerichte.
– Wenn in einem Haushalt mehr als 10 Personen leben, gilt die Regel nicht daheim.
– Sportaktivitäten sind drinnen wie draussen nicht gestattet. Fitnesscenter werden geschlossen. Individuelle Ertüchtigung ist erlaubt.
– Kunst- und Theatervorstellungen sind nicht gestattet.
– Schwimmbäder müssen schliessen.
– Bars und Clubs müssen schliessen.
– Restaurants mit Schanklizenz dürfen bis 21 Uhr geöffnet haben.
– Überall dort, wo die Zweimeterregel nicht eingehalten werden kann, muss ein Mundschutz getragen werden.
– Für Kinder, die nach dem Jahr 2015 geboren sind, gelten Zweimeterregel, Versammlungsverbot und Mundschutzpflicht nicht. Zuvor hatte die Grenze bei 2005 als Geburtsjahr gelegen.

update:
– in den grössten Supermärkten gilt die Höchstgrenze von 100 Personen.
– in allen Geschäften gilt Maskenpflicht für alle, auch für Kinder ab 5 Jahren.
– Friseursalons, Beautysalons und Massageeinrichtungen werden geschlossen.
– Fahrstunden, Flugstunden und jeglicher Unterricht, wo die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann, finden nicht statt.

Ausnahmen
– Die Ministerin kann Ausnahmegenehmigungen für sozial wichtige Infrastrukturen gewähren, die nicht unterbrochen werden können. Das gilt für das Gesundheitssystem und für den Sozialdienst.
– Die Ministerin kann Ausnahmegenehmigungen für das Verbot von Sportveranstaltungen aussprechen, wie etwa internationale Turniere.
Neue Regeln für den Schulbetrieb sollen in der kommenden Woche verkündet werden.

 

Homeoffice für Bürger aus Nicht-EU Ländern in Island ermöglicht

Ms. Áslaug Arna Sigurbjörnsdóttir, Minister of Justice, Ms. Þórdís Kolbrún Reykfjörð Gylfadóttir, Minister of Tourism, Industry and Innovation, Mr. Bjarni Benediktsson, Minister of Finance and Economic affairs.

Am vergangenen Dienstag hat die Regierung eine Gesetzesänderung unterzeichnet, mit der es Nicht-EU-Bürgern ermöglicht wird, für bis zu sechs Monate in Island zu leben, während die per Homeoffice für ausländische Unternehmen tätig sind.
Ein kleiner Haken ist jedoch dabei: der Interessent muss nachweisen, dass er über ein Monatseinkommen von 1 Mio. ISK (6052 EUR) als Alleinstehender verfügt, ist der Partner dabei, müssen es 1,3 Mio ISK sein.

Damit wird einer Pressemitteilung der Ministerien für Tourismus, Innovation und Industrie, der Justiz und des Finanzministeriums zufolge für ausländische Bürger von ausserhalb der EU eine Ausnahmegenehmigung von den gültigen Visaregeln geschaffen. Sie können, das genannte Monatseinkommen vorausgesetzt, um ein Langzeitvisa in Island ersuchen, ohne ihren Wohnsitz nach Island zu verlegen oder eine Personenkennziffer zu beantragen.
Bislang konnten Personen aus Staaten ausserhalb der EU nur für 90 Tage in Island bleiben.
Zusätzlich zum Einkommensnachweis muss ein Arbeitsverhältnis und eine Krankenversicherung nachgewiesen werden.

Justizministerin Áslaug Arna Sigurbjörnsdóttir sagte “Schneller technologischer Fortschritt ist ein Appell an uns, offen und flexibel für wachsende Möglichkeiten zu sein, die entstehen, wenn mehr Unternehmer das Homeoffice fördern. Der gesetzliche Rahmen muss dies mit berücksichtigen.”
Dies sei nur der erste Schritt, schrieb die Ministerin auf Twitter. Die Höhe des Gehaltes habe damit zu tun, dass die Personen keine Steuern in Island zahlten und keine öffentlichen Leistungen erhielten. Man habe das Gehalt eines Experten in einr Grossstadt zugrunde gelegt, welches in Island in 2019 bei 745.000 ISK gelegen hatte.

Finanzminister Bjarni Benediktsson gab ab, man wolle sichergehen, dass in Bezug auf die Besteuerung kein Hindernis vorliege, welches Personen, die für ausländische Unternehmen tätig sind, verwehre, ihrer Arbeit vorübergehend in Island nachzugehen.
“Wir glauben, dass diese Personen wertvolle Erfahrung und Verbindungen mitbringen, welche Island auf seinem Weg in die wirtschaftliche Erholung von den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie zugutekommen.” sagte der Minister.

Die Regierung hat angedeutet, dass dies ein erster Schritt sei, um Island zu einem einladenderen Ziel für Homeoffice-Angestellte zu machen. “Wir werden die Sache weiter prüfen, um Wege zu finden, diesen Zeitraum auszudehnen. Zunächst jedoch sind die Gesetze für den sechsmonatigen Zeitraum angepasst worden.”

 

Besucherzähler an 24 touristischen Hotspots

Im kommenden Frühjahr werden an 24 touristischen Attraktionen im ganzen Land Besucherzähler angebracht sein, berichtet mbl.is.
Die neuen Zähler geben gleich am nächsten Tag wichtige Informationen über die Besuchsbelastung des jeweiligen Ortes. Damit sind sie auch wertvolle Datenquelle für Tourismusunternehmen in dem Gebiet in Bezug auf die Anzahl Individualreisender.

Die Besucherzähler sind ein Gemeinschaftsprojekt von Tourismusbehörde und Umweltbehörde. Jeder einzelne Zähler kostet 600.000 ISK (3632 EUR).
Das Projekt war in Dimmuborgir und beidseitig des Goðafoss, sowie am Gullfoss und in Þingvellir begonnen worden. Im gerade vergangenen Sommer war ein Zähler am Geysir hinzugekommen. Mitte Oktober wurden Zähler am Hvítserkur, Dynj­andi, Súg­andis­ey, Saxhóll, Hraun­fossar und in Sel­tún aufgestellt. Von den ersten dieser Orte gehen bereits Daten ein, mit Zahlen vom Dynjandi und von Súgandisey wird in den kommenden Tagen gerechnet.

Anfang November geht es dann weiter mit Besucherzählern am Detti­foss, im Canyon Stuðlagil, in der Gletscherlagune Jök­uls­ár­lón, Skafta­fell, Fjaðrár­gljúf­ur, Reyn­is­fjara und im Reykja­dalur.
Der dritte und letzte Teil des Projektes umfasst die Wanderrouten Fimm­vörðuháls und Lauga­veg­ur, sowie Látra­bjarg und die Thermaloase Hvera­vellir im zentralen Hochland und soll im kommenden Frühjahr in Angriff genommen werden.