Tödlicher Autounfall auf Übermüdung des Familienvaters zurückzuführen

Ein tödlicher Verkehrsunfall, der sich im vergangenen Jahr nahe des Hofes Gröf auf der Halbinsel Snæfellsnes ereignet hatte, ist wohl auf Übermüdung des Fahrers nach einem langem Flug aus den USA zurückzuführen, berichtet RÚV.
Das Ehepaar aus New York hatte mit seinen drei Söhnen in dem Auto gesessen. Der 17-jährige Sohn starb bei dem Unfall, als er und seine Schwester aus dem Fahrzeug geschleudert wurden, welches sich auf einer Strecke von 40 Metern überschlug. Der Junge starb etwa 17 Meter vom Fahrzeug entfernt. Das Mädchen hatte unter dem Fahrzeug festgesteckt, als andere Autofahrer zu Hilfe kamen, das Auto von dem Mädchen wälzten und die Verletzte erfolgreich wiederbelebten.

Im Bericht des Unfallermittlungsausschusses heisst es, die Familie sei auf dem Weg nach Snæfellsnes gewesen, wo sie in einer Kurve vom Weg abkam. An der Unfallstelle wurden Spuren dafür gefunden, dass der Autofahrer versucht hatte, wieder auf die Strasse zu gelangen. Bei der Aktion hatte sich das Fahrzeug im Kreis gedreht und danach mehrfach überschlagen.
Die beiden tödlich verunfallten Jugendlichen hatten nach Einschätzung des Ausschusses keinen Sicherheitsgurt getragen. Der Fahrer und die anderen Insassen wurden mittelschwer verletzt.

Der Unfall hat sich laut Bericht an jenem Tag um 13 Uhr zugetragen. Die Familie war früh am Morgen nach einem langen Flug in Keflavík gelandet. Sie hätten sich etwas ausgeruht, aber seien nach Flug und Zeitumstellung müde gewesen. Als wahrscheinlichste Erklärung für den Unfall gilt laut Bericht, dass der Autofahrer eingeschlafen und von der Strasse abgekommen sei.

Der Untersuchungsausschuss kommentiert, Zeitunterschied und Nachtflüge seien der Grund dafür, dass viele Reisende müde im Land ankommen. Es sei wichtig, die Fluggäste aus internationalen Flügen über die Gefahr aufzuklären, die ein müder Autofahrer für sich selber und andere im Gefahr darstelle.

Der Ausschuss drängt Autofahrer und Fahrgäste, stets den Sicherheitsgurt anzulegen. “Die Nichtnutzung des Sicherheitsgurtes ist eine der Hauptursachen für tödliche Verkehrsunfälle.”

COVD-19: Zweifacher Test für Einreisende könnte zur Pflicht werden

Covid 19 Þríeykið

Islands Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason rechnet damit, dass die Seuchenschutzmassnahmen gegen eine weitere Ausbreitung der COVID-19 Infektion im Land erhalten bleiben, bis ein Impfstoff vorhanden sei, mindestens aber ein paar weitere Monate, berichtet Vísir. Die kommenden Tage würden zeigen, was für Massnahmen er der Gesundheitsministerin als nächstes vorschlagen werde. Unter anderem werde geprüft, ob Einreisende verpflichtet werden, sich zweimal testen zu lassen, mit Absolvierung einer fünftägigen Quarantäne zwischen den Tests. Bislang hatten Einreisende auch wählen können, ob sie sich statt Test in eine 14-tägige Quarantäne begeben.
Die momentanen Massnahmen haben bis 3. November Gültigkeit.

Clusterinfektionen und Krisenzustand in der Uniklinik
In der vergangenen Woche war eine neue Clusterinfektion im Reykjavíker Altenheim Landakot in Gang gekommen, ausgehend von der inzwischen 79 Personen in dem Heim infiziert sind (52 Bewohner, 27 Mitarbeiter). Auch in der Rehaklinik Reykjalundir in Mosfellsbær und in dem Altenheim Solvellir in Eyrarbakki sind bei Patienten und Bewohnern COVID-19 Ansteckungen festgestellt worden.
Im Universitätskrankenhaus werden mit Stand von heute 51 Personen stationär behandelt, auf der Intensivstation liegen drei Personen, eine davon am Beatmungsgerät. Bei der ersten Welle hatten 105 Personen wegen COVID-19 stationär aufgenommen werden müssen, diesmal sind es nach Angaben von Klinikdirektor Páll Matthíason 115 Personen.

Seit dem Wochenende arbeitet die Universitätsklinik im Krisenzustand. Alle nicht notwendigen Operationen sind abgesagt worden, und man arbeitet daran, Patienten auf andere Häuser zu verteilen. Gesundheitsamtsleiterin Alma Möller hatte gestern Krankenpflegepersonal im ganzen Land aufgefordert, sich in die Bereitschaftsliste einzutragen.

Grösste Sorge bereite ihm, so Þórólfur heute morgen beim Pressebriefing, die Ausbreitung des Virus im Pflegeheim Landskot, und die Frage, wie er von dort in die Öffentlichkeit gebracht worden sei. “Und ob wir in den kommenden Tagen einen Infektionsanstieg in der Gesellschaft sehen werden.”

Testpflicht steht zur Debatte
Die Infektionszahlen der nächsten Tage bestimmen das weitere Vorgehen an den Landesgrenzen. Gestern wurden 14 Personen positiv an der Grenze getestet, die vierte grosse Personengruppe innerhalb weniger Wochen. Bei einigen wird auf das Ergebnis der Antikörperbestimmung gewartet. Bislang waren alle mit COVID-19 infizierten Gruppen aus Polen eingereist.

Es sei schwierig, eingereiste Personen zu kontrollieren, die sich für die 14-tägige Quarantäne (ohne Test) entschieden, ob sie auch wirklich zuhause blieben. Daher stehe nun die Entscheidung an, ob man die Wahlmöglichkeit streiche und festlege, dass alle Einreisenden sich verpflichtend zweimal testen lassen müssen.
Er halte diese Handhabe für wichtig, vor allem, wenn Leute aus Ländern einreisten, wo viele positiv auf das Virus getestet worden seien. Mit einer Entscheidung ist vor dem 3. November zu rechnen.

 

Polizei nimmt Ermittlungen im Fall des COVID-Trawlers auf

Die Polizei in den Westfjorden hat im Fall der 22 an COVID-19 erkrankten Seeleute an Bord des Trawlers Júlíus Geirmundsson die Ermittlungen aufgenommen. Polizeileiter Karl Ingi Vilbergsson sagte RÚV gegenüber, die Angelegenheit werde als Straftat behandelt. Die Arbeiten befänden sich noch in den Anfängen.
Der erste Schritt bestehe darin, mit allen Seeleuten zu sprechen. Bislang gebe es keinen Beschuldigten, und man könne nicht sagen, wie lange die Untersuchung andauern würden.

Von den 25 Seeleuten an Bord des Gefriertrawlers Júlíus Geirmundsson waren auf See 22 an COVID-19 erkrankt, dennoch war das Schiff erst nach drei Wochen in den Hafen von Ísafjörður eingelaufen, in erster Linie, um Kraftstoff aufzunehmen, doch dann wurden die Seeleute auch zum Test geschickt. Das Schiff verliess den Hafen, bevor die Testergebnisse vorlagen.
Der erste Seemann waren zwei Tage nach Beginn der dreiwöchigen Fangtour erkrankt. Er wurde für drei Tage isoliert, danach erkrankte ein Seemann nach dem anderen, und jeder Erkrankte wurde in eine dreitägige Isolierung an Bord geschickt.

Junger Matrose bricht das Schweigen
Der Matrose Arnar Hilmarsson hatte am Samstagabend als Erster das Schweigen gebrochen und in den Abendnachrichten in einem detaillierten Bericht ausgesagt, dass die Männer auch nach Bekanntmachung der Ansteckung hätten weiter arbeiten müssen und dass es schwerwiegend gewesen sei, kranke Männer zur Arbeit zu zwingen. Nach Angaben der Seemannsgewerkschaft der Westfjorde stimmten die Beschreibungen des jungen Matrosen mit Aussagen anderer betroffener Seeleute überein, dass Männer krank zum Dienst geschickt worden seien und dass es eine Kontaktsperre zum Krankheitsthema gegeben habe. Der Chefmaschinist hatte Arnars Aussage öffentlich in Zweifel gezogen und als “bullshit” bezeichnet, schreibt kjarninn.

Ein Sprecher der Küstenwache hatte angegeben, bei der Küstenwache sei keine Meldung über die erkrankten 22 Seeleute eingegangen. Den Pandemieregeln zufolge muss ein Kapitän solche Krankheitsfälle unverzüglich melden und sich dann an die Anweisungen der Küstenwache halten.

Der Geschäftsführer des Gefrierhauses Gunnvör, Einar Valur Kristjánsson hatte zunächst angegeben, nicht gewusst zu haben, was COVID-19 sei. Gestern Abend veröffentlichte er eine Erklärung, in der es hiess, es wäre korrekt gewesen, den Verdacht um die COVID-19 Erkrankung an Bord des Trawlers Júlíus Geirmundssin ÍS 270 an die Küstenwache zu melden und die Behörden beurteilen zu lassen, ob das Schiff hätte in den Hafen gebracht werden müssen.

“Leider ging das daneben und die Verantwortung für den Fehler wird das Unternehmen selbstverständlich auf sich nehmen. Das Unternehmen bitte die Aktionäre eindringlich um Entschudligung für diesen Fehler,” heisst es in der Erklärung des Geschäftsführers.