Strengere Seuchenschutzmassnahmen für zwei Wochen

Covid 19 Þríeykið

Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason wird der isländischen Gesundheitsministerin eine Liste von zusätzlichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Reykjavík übersenden, die darauf abzielen, eine Ausbreitung der dritten COVID-19 Welle zu verlangsamen.
In der Hauptstadtregion soll die Zwei-Meter-Abstandsregel wieder eingeführt werden, ausserdem will man die meisten Ausnahmegenehmigungen für die 20-Personen Regel wieder zurücknehmen. Þórólfur sagt, die derzeit lokal grassierende Seuche scheine exponentiell zu wachsen.

Gestern wurden 99 positive COVID-19 Fälle im Inland diagnostiziert. Das ist die höchste Fallzahl, seit die dritte Welle am 15. September losbrach. Bereits am gestrigen Montag waren strengere Regeln in Kraft getreten, beim heutige Pressebriefing schlug der Krisenstab nun vor, in der Hauptstadt noch weiter zu gehen.

In einem Empfehlungsschreiben der Polizei werden folgende Schritte vorgeschlagen:
– Soviel wie möglich zuhause bleiben.
– Die Hauptstadt nur verlassen, wenn es nötig ist.
– Besucherzahlen in Geschäften beschränken, wenn möglich, erledigt nur ein Familienmitglied den Einkauf.
– Besuche von Personen in Risikogruppen beschränken.
– Veranstaltungen in den kommenden zwei Wochen verschieben.
– Indoor und Gruppenaktivitäten wie Yoga, Chorproben, Wandern und Fahrradfahren für zwei Wochen aussetzen.
– Nur wer aus gesundheitlichen Gründen schwimmen muss, sollte das Schwimmbad besuchen.
– Geschäfte im Hauptstadtgebiet sollten sich an die Personenzahlbeschränkungen halten und Handdesinfektionsmittel für alle bereithalten.

Zwei-Meter-Abstandsregel erneut in Kraft
Þórólfur will für die Hauptstadtregion wieder die Zweimeter-Abstandsregel einführen. (seit dem 7. Sepetmber galt die Einmeterregel). Ausserdem schlägt er vor, dass Restaurants um 21 Uhr schliessen und nicht erst wie derzeit um 22 Uhr.
Nur für zwei Fälle soll es eine Ausnahme von der 20-Personen Regel geben: für Beerdigungen, hier sollen 50 Personen teilnehmen dürfen, und für Schulen, wo sich 30 Personen in einem Raum aufhalten dürfen.
Die Maskenpflicht soll ausgeweitet werden.
Des weiteren möchte er alle sportlichen Wettkämpfe für zwei Wochen aussetzen.

Einen Erfolg der Beschränkungen wird man erst nach ein bis zwei Wochen sehen, versicherte der Seuchenexperte. Bis dahin gehe man davon aus, dass die tägliche Fallzahl hoch bleibt.
Die endgültige Entscheidung darüber, wie und wann die Beschränkungen greifen, obliegt der Gesundheitsministerin.

Erfolgreiche Brutsaison für Seeadler

eagle örn náttúrustofa vesturlands

Das Jahr 2020 ist zumindest für die Seeadler in Island positiv verlaufen. Insgesamt 51 Junge sind in diesem Jahr in 60 Nestern geschlüpft. Den Rekord seit Beginn der Zählungen im Jahr 1959 hält das vergangene Jahr mit 56 Adlerjungen, berichtet das Morgunblaðið.

Der Seeadler (Haliaeetus albicilla) ist Islands grösster Raubvogel und die einzige Adlerart auf der Insel. Er hat eine Spannbreite von 1,78 bis 2,45 Metern, möglicherweise die grösste Spannbreite in aktuell vorkommenden Adlerarten.
Es gibt derzeit 85 Seeadlerpaare in Island, und die meisten leben im Breiðarfjörður. Seit in den 1960gern nur noch 20 Paare gezählt worden waren, hat der Bestand sich wieder gut erholt.

Der Jahresbericht des isländischen Institutes für Naturgeschichte beschreibt, wie Forscher im vergangenen Jahr den Adlern zum ersten Mal GPS-Sender angelegt hatten. Die mit Solarbatterien betriebenen Geräte zeichnen seit letztem Sommer die Bewegungen von acht jungen Adlern auf. Mehrmals am Tag senden sie Daten zum Aufenthaltsort des Adlers und erlauben so, die Flugrouten der Vögel nachzuzeichnen. Die Geräte sollen vier bis sechs Jahre halten.

Daten aus dem Frühjahr 2020 zeigten, dass sieben der acht besenderten Vögel am Leben und gesund sind. Sie zeigten auch eine grosse Varianz beim Zeitpunkt der Nestflucht: zwei Jungadler verliessen das Nest Ende Oktober und Anfang November, einige blieben bis Februar bei den Eltern. Wenn sie das Nest einmal verlassen hatten, hielten sie sich die erste Zeit in einem eher kleinen Gebiet auf, manchmal in kleinen Gruppen, und sogar in Revieren von erwachsenen Adlern.
Auch ihr Verhalten zeigte unterschiedliche Züge. “Einer von ihnen spielte die inoffizielle Rolle eines Hygienekontrolleurs und besuchte regelmässig Orte, an denen Tierkadaver gesammelt wurden,” heisst es in dem Bericht.