Frauengeführte Kampagne für neue Verfassung fragt #wo?

Eine neue Kampagne auf den social media Kanälen fordert die Regierung auf, ihren Worten Taten folgen zu lassen und sich endlich um eine neue Verfassung zu kümmern. Die Vorarbeiten dazu waren vor fast acht Jahren in Gang gesetzt worden. Fréttablaðið berichtet, dass die Kampagne von der Frauenvereinigung für die neue Verfassung losgetreten worden war. Bei der Initiative wurden die hashtags #hvar (#wo) and #HvarErNýjaStjórnarskráin (#WoIstDieNeueVerfassung) genutzt.
Junge Frauen auf den Kanälen TikTok und Instagram waren besonders aktiv gewesen, einige Videos waren an die 10.000 mal angeschaut worden.

Samtök kvenna um Nýja stjórnarskrá, Facebook

Island hatte nach dem wirtschaftlichen Kollaps im Jahr 2008 versucht, eine Verfassung durch Crowdsourcing zu schaffen. Dabei sollten Bürger – und nicht etwa Politiker – die Verfassung überprüfen, um Werte und Rechte der Nation zu betrachten. Dies wurde als grosser Schritt vorwärts gewertet. Der Prozess sollte demokratisch und modern sein (die Änderungsvorschläge wurden in den Sozialen Medien eingereicht, und das Recht auf Internet sollte in die Grundrechte aufgenommen werden), er hätte aber auch einen beispiellosen Grad an Transparenz bedeutet.

Samtök kvenna um Nýja stjórnarskrá, Facebook

Die Vorschläge für die neue Verfassung waren bei einem Referendum im Oktober 2012 von zwei Dritteln aller Wähler angenommen worden. In einer entmutigenden Folge von Ereignissen gelang es jedoch nicht, die notwendige Genehmigung im Parlament zu erhalten, die es ermöglicht hätte, im folgenden Frühjahr mit der Arbeit fortzufahren.

Acht Jahre später nun veröffentlichen Teilnehmer der #hvar-Kampagne neckische Fotos von sich selber auf der Suche nach der neuen Verfassung. Befindet sie sich vielleicht auf dem Boden des Schmutzwäschekorbs? Oder unter einem Haufen frischen Gemüses, oder hinter einem Kinderbuch, oder gar auf dem Grund des Reykjavíker Statdtsees Tjörnin?

Bei Niederschrift des Artikels zählte die Petition der Frauenvereinigung für eine neue Verfassung an das Parlament 19485 Unterschriften.

Altes Schlachthaus in Black Box Theater verwandelt

Ein ehemaliges Schlachthaus in Ostisland ist in ein Kulturzentrum verwandelt worden und soll in diesem Winter noch weitere Veränderungen erfahren, damit es für darstellende Künste genutzt werden kann, berichtet RÚV. Das Kulturzentrum Fljótsdalshéráð in Egilsstaðir, auch bekannt als “Sláturhúsið” (Schlachthaus) wird in Kürze die vormaligen Gefrierräume in ein Black Box Theater mit Platz für 150 Zuschauer herrichten. Finanziert werden die Bauarbeiten zum Teil von der isländischen Regierung.

Das alte Genossenschaftsschlachthaus hat zwei grosse Gefriereinheiten, eine davon verfügt über eine sehr hohe Decke und eignet sich daher hervorragend für ein Black Box Theater.
“Natürlicherweise ist ein Black Box Theater eine sehr einfache Räumlichkeit,” erklärt die Direktorin des Kulturzentrums, Ragnhildur Ástvaldsdóttir. “Oft sprechen wir über einen quadratischen Raum mit schwarzen Wänden und einer flachen Bühne. Sodass es möglich ist, die Bestuhlung in alle Richtungen zu drehen. [Der Gefrierraum] ist hervorragend geeignet für Vorstellungen wie das Nationaltheater in Kassinn [seinem eigenen Black Box Theater] veranstaltet, oder das Reykjavíker Statdtheater auf seiner kleineren Bühne.”

Die Gesamtfläche des Theaters beträgt etwas weniger als 250 Quadratmeter. Andere Verbesserungen werden ebenfalls in dem Gebäude vorgenommen. Die Initiatoren erwarten, dass bei Abschluss der Arbeiten bis zu 150 Theatergäste Platz finden werden und hoffen, mit anderen Bühnen in Island zusammenarbeiten zu können. Auch Einladungen an kleinere Theatergruppen sind geplant.
“Wir werden in der Lage sein, die hierher einzuladen, für Vorstellungen, aber auch zum Proben.” sagt Ragnhildur.