Island könnte auf roter COVID-Liste bei anderen Ländern landen

COVID-19 samples

Nur eine der neun Personen, die vorgestern positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden waren, hatte sich in Quarantäne befunden, berichtet Vísir. Islands Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason sagte, es sei ziemlich wahrscheinlich, dass Island bei anderen Ländern auf der roten Liste landen würde. Für heute wird erwartet, dass er der Gesundheitsministerin seine Empfehlung zur Grenztestung übermittelt. In den vergangenen Tagen war die Belastung der Virologischen Abteilung durch die Grenztestung extrem gestiegen.

Die neun neuen Ansteckungsfälle haben sich alle in Island innerhalb der Bevölkerung ereignet. Eine der Personen befand sich in Ostisland, und so gibt es nun Infektionsfälle in allen Landesteilen der Insel.

Heute morgen befinden sich 97 Personen in Isolierung und 746 in Quarantäne. Die meisten der infizierten Personen sind zwischen 18 und 29 Jahre alt.

Die Tatsache, dass nur eine der neun Personen in Quarantäne war, weist darauf hin, dass die Infektion weitaus verbreiteter ist als angenommen. Þórólfur sagt, der Zusammenhalt rund um den Seuchenschutz sei gerade jetzt unglaublich wichtig, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Infektionen nähmen auf ähnliche Art zu wie im Frühjahr, auch wenn es diesmal nicht soviele ernsthaft Erkrankte gebe. Ob dies daran liege, dass diesmal viel mehr junge Leute betroffen seien, könne man jedoch noch nicht sagen.
Die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen 14 Tage beträgt daher nun 21 pro 100.000 Einwohner.

Es muss daher damit gerechnet werden, dass Reisende aus Island in den nächsten Tagen oder Wochen strengeren Regeln unterworfen werden. In Norwegen etwa müssen Einreisende in Quarantäne, wenn die Neuinfektion in ihrem Herkunftsland über 20 liegt. Þórólfur hält es daher für hochwahrscheinlich, dass Island auf der Liste der roten Länder landen wird.

Nach Angaben der Virologischen Abteilung hat das Labor seine Kapazitätsgrenze überschritten. Vorgestern wurden 2400 Proben an der Grenze genommen, und 460 bei Erkrankten, insgesamt 2860 Tests. Die Kapazität liegt eigentlich bei 2000 pro Tag, daher hat sich die Wartezeit auf Ergebnisse verlängert.

Ermittlungen im Brandfall von Reykjavík gehen voran

fire Vesturgata Bræðraborgarstígur

Die Ermittlungen im Fall des Hausbrandes in Reykjavík, wo drei Personen starben und zwei lebensgefährlich verletzt wurden, gehen gut voran, berichtet RÚV. Eine Person um die siebzig war noch am selben Tag verhaftet worden, er sitzt immer noch unter dem Verdacht der Brandstiftung in Untersuchungshaft. Der Fall wird als Totschlag behandelt.

Das Feuer war an einem Freitagnachmittag in einem Haus an der Ecke von Bræðraborgarstígur und Vesturgata im Westteil von Reykjavík ausgebrochen. Das Haus hatte sich auf einer Liste illegaler Wohnungen befunden, die die Feuerwehr im Jahr 2017 veröffentlicht hatte. Im selben Jahr hatte das Investigativmagazin Kveikur einen TV-Beitrag über illegales Wohnen in Island gebracht.

In den vergangenen Jahren hatte die Nachbarn ihre Besorgnis über mangelnden Feuerschutz und den schlechten Zustand des Hauses mehrfach zum Ausdruck gebracht.

Die allermeisten Bewohner in dem Haus waren ausländischer Herkunft. Der Vorfall und der Tod der drei Menschen hatten eine öffentliche Debatte über Arbeitsbedingungen von ausländischen Arbeitskräften in Island ausgelöst.