Mund-Nasenschutz ab morgen Pflicht im Nahverkehr

straeto covid-19

Die isländischen Behörden haben strengere Seuchenschutzmassnahmen angekündigt, die ab morgen in Kraft treten. Dazu gehören die Zwei-Meter-Abstandsregel, sowie ein Versammlungsverbot für mehr als 100 Personen.

An Orten, wo ein Abstandhalten nicht gewährleistet werden kann, muss ab morgen ein Mund-Nasenschutz getragen werden. Dazu gehören auch Inlandsflüge, in Geschäften wie Friseursalons und im öffentlichen Personennahverkehr.

Damit ist dies das erste Mal dass in Island die Verwendung des Mund-Nasenschutzes verbindlich angewiesen wird, seit die COVID-19 Pandemie im Frühjahr begann. Zuvor hatte Chef-Epidemiologe Þórólfur Guðnason gesagt, die Masken seien in Island unnötig und könnte dem Träger zudem ein Gefühl der falschen Sicherheit vermitteln. Er hatte auf häufiges Händewaschen und Händedesinfektion gepocht, sowie das Abstandhalten hervorgehoben.

Busfahrer dürfen Maskenlose stehen lassen
Die Reykjavíker Busgesellschaft Strætó transportiert pro Tag zwischen 20 und 30.000 Fahrgäste. Geschäftsführer Jóhannes Rúnarsson sagte RÚV gegenüber, seine Fahrer hätten ab morgen das Recht, Personen abzuweisen, die sich weigern, einen Mund-Nasenschutz zu tragen.

Die Fahrer selbst werden Masken tragen, ausserdem sollen Plexiglasscheiben sie vor dem Nahkontakt zu den Fahrgästen schützen. Die Fahrgäste müssen ihre Masekn selber mitbringen, Strætó hat bislang keine Absicht, diese zur Verfügung zu stellen.

Im Frühjahr hatte Strætó bereits Präventivmassnahmen ergriffen und die Fahrgastzahl reduziert, sowie den Einstieg nur noch durch die Hintertür gestattet, damit der Bereich um den Fahrer herum frei bleibt. Diese Massnahmen waren am 7. Juni gelockert worden.

update 21.15

Nach Aussage von Víðir Reynisson in den Abendnachrichten werde es bei Strætó keine Maskenpflicht geben, da es sich hier nur um kürzere Fahrten handle, die Maskenpflicht sei bindend für Passagiere in Flugzeugen und auf den Fähren des Landes. Offenbar sind sich beim Thema Maske im Nahverkehr nicht alle einig, und so soll es nun morgen früh genauere Informationen geben, wer wo einen Mund-Nasenschutz tragen muss, schreibt Vísir am Abend.

update 31.07.2020, um 10.00 Uhr

Die Maskenpflicht in Bussen des öffentlichen Nahverkehrs in Reykjavík ist nun Pflicht für alle Fahrgäste. Wie RÚV schreibt, sieht Strætó keine Möglichkeit, wie man den gebotenen Abstand der Fahrgäste gewährleisten kann, daher müssen ab heute Mittag 12 Uhr alle einen Mund-Nasenschutz tragen.

COVID-19 in Island: Wieder mehr Einschränkungen

Katrín Jakobsdóttir COVID-19

Ein sprunghafter Anstieg von Ansteckungen innerhalb der Gesellschaft hat dazu geführt, dass die isländischen Behörden die Seuchenschutzmassnahmen gegen COVID-19 wieder verschärfen. Die neuen Massnahmen greifen ab morgen, dem 31. Juli ab dem Mittag. Die zur Zeit noch gültige Obergrenze von 500 an einem Ort versammelte Personen wird auf 100 verringert, und die Zwei-Meter-Abstandsregel wird erneut an öffentlichen Orten zur Pflicht. Die strikten Massnahmen sind heute Morgen auf einer Pressekonferenz in Reykjavík angekündigt worden.

Anstieg der Infektionszahlen
Die Zahl der aktiven Infektionen in Island liegt heute bei 39, von gestern 28 Fällen. Von den 39 Fällen sind 28 innerhalb der Gesellschaft aufgetaucht, davon 24 aus einem einzigen Gruppeninfektionsfall, die anderen vier stammen aus einem kleineren Cluster. Eine einzelne Infektion, die die Person sich im Ausland zugezogen hatte, hat möglicherweise eine weitere Gruppeninfektion verursacht, wie die Epidemiologin Kamilla Sigríður Jósefsdóttir, die Urlaubsvertretung für den Chefepidemiologen Þórólfur Guðnason, erklärte. Eine Person musste ins Krankenhaus eingewiesen werden, das ist der erste Fall seit dem Frühjahr.

Doppeltestung nun auch für Touristen
“Wir ziehen die Handbremse entschlossen an,” sagte Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir, als sie die Änderungen heute morgen ankündigte. Zusätzlich zu der strikteren Personenzahlbegrenzung und der Zwei-Meter-Regel stellte sie weitere Massnahmen vor, die ab morgen im Land selber und an den Grenzen gültig werden.

Alle Einreisenden, die länger als 10 Tage in Island bleiben wollen und die aus den aufgelisteten Risikogebieten anreisen, müssen sich nach dem ersten Test an der Grenze einem zweiten COVID-Test nach fünf Tagen unterziehen. Diese Regel hatte bislang nur für isländische Staatsbürger und Personen mit Wohnsitz in Island gegolten, sowie für Personen, die Verbindungen in die Gesellschaft haben, also Freunde besuchen oder geschäftlich unterwegs sind etc.

Sollten weitere Infektionen auftauchen, die im Zusammenhang mit ausländischen Touristen stehen, sind weitere einschränkende Massnahmen nicht ausgeschlossen, we etwa die Streichung von Ländern aus der Liste der sicheren Staaten.

Zwei-Meter-Regel hat Auswirkungen auf Bars und Sportzentren
Die Öffnungszeiten von Bars und Clubs bleiben erst mal unverändert, sie müssen um 23 Uhr schliessen. Svandís unterstrich, dass Bars, Spielhöllen und Fitnesszentren, sowie andere Örtlichkeiten wo Kunden in engem Kontakt zueinander sind oder Oberflächen und Räumlichkeiten gemeinsam nutzen, schliessen müssen, wenn nicht sichergestellt werden kann, dass der gebotene Abstand eingehalten werden kann.
Am Abend wurde bekannt, dass die Reykjavíker Schwimmbäder die Besucherzahl auf 100 Personen beschränken, wenn die Abstandsregel eingehalten wird. Der Reykjavíker Zoo bleibt geöffnet, mit beschränkter Besucherzahl, und ein Teil der Tierhäuser sowie Restaurant und Grillplatz werden geschlossen.

Svandís gab ebenfalls bekannt, dass überall dort, wo der Zwei-Meter-Abstand nicht eingehalten werden kann, ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. Dies ist damit die erste Empfehlung der isländischen Behörden seit Ausbruch der COVID-19 Pandemie in Island.

Isländer sollten dieses Wochenende zuhause bleiben
An diesem verlängerten Wochenende feiern die Isländer das Kaufmannswochenende, und das halbe Land geht traditionell auf Reisen, um Freunde und Bekannte zu besuchen. Der Leiter des isländischen Zivilschutzes der Polizei, Víðir Reynisson, ermahnte die Bürger, ihre Reisepläne zu streichen und zuhause zu bleiben.
Auch die Organisatoren von Sportveranstaltungen für Erwachsene sollten ihre Turnierpläne bis nach dem 10. August verschieben.
Der Zivilschutz muss noch entscheiden, ob der Krisenzustand wieder ausgerufen wird.