Pressekonferenz zu Gruppeninfektion, Test wird billiger

Covid 19 Þríeykið

Etwa 300 Personen befinden sich zur Zeit in Quarantäne, nachdem bei einer aus den USA heimgekehrten Fussballspielerin gestern eine COVID19 Ansteckung festgestellt worden war. Damit lief eine der grössten Rückverfolgungsaktionen seit Beginn der Pandemie an, berichtet Vísir. Heute Morgen wurde bekannt, dass eine zweite Person sich angesteckt hatte, die Experten gehen davon aus, dass beide Fälle zusammenhängen. Die Person ist im Arbeitsministerium beschäftigt, dort mussten zahlreiche Mitarbeiter auf dem Flur in Quarantäne gehen.

Mahnt Heimkehrer zur Vorsicht, Test nicht sicher
Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason gab bei der heutigen Pressekonferenz bekannt, dass in den vergangenen Tagen fünf aktive COVID-Fälle gefunden worden sind.
Insgesamt sind seit Wiederaufnahme des Reiseverkehrs 12.000 Personen nach Island gereist. In der Mehrzahl waren dies deutsche Touristen und Isländer auf dem Weg nach Hause.

Heute wurden an den Grenzen 800 Proben genommen, bislang gibt es keine positiven Fälle.
Þórólfur betonte dass die grösste Ansteckungsgefahr von Isländern ausgehe, die aus dem Ausland nach Hause reisten, weil sie ein enges soziales Netzwerk pflegten. Er forderte die Heimkehrer auf, die Seuchenschutzbestimmungen einzuhalten, auch wenn der Test an der Grenze negativ gewesen sei. Vor allem sollten sie Menschenansammlungen meiden. Das gelte besonders für die, die aus den Gefahrengebieten anreisten. Man prüfe derzeit, ob man Isländer, die aus Gefahrengebieten einreisten, trotz negativen Testergebnisses nicht prophylaktisch in Quarantäne schicke.

“Wir arbeiten auf der Linie, dass es sich hier um eine Gruppeninfektionsgeschehen handelt und wir halten uns da an den entsprechenden Plan”, bestätigte auch Víðir Reynisson vom isländischen Zivilschutz. Es gehe hier um den ersten Inlandsinfektionsfall seit Mai. In der Hauptstadt wird zur Rückverfolgung wieder intensiv getestet, die ersten Ergebnisse sind für heute Abend oder morgen früh zu erwarten.

“Wir haben die Botschaft an Isländer, die aus den USA, Indien, Brasilien, Russland und Schweden, und solchen Ländern heimkehren, in denen es viele Ansteckungen gibt, dass sie in den ersten zwei Wochen nach der Heimkehr so wenig Kontakt wie möglich zu anderen Personen suchen. Obwohl sie ein negatives Ergebnis an der Grenze erhalten haben. Wir haben immer gesagt, dass ein negatives Ergebnis an der Grenze nicht 100 Prozent sicher ist, und dieser Fall hat das bestätigt.” sagte Víðir.

Testkosten gesenkt
Premierministerin Katrín Jakobsdóttir kündigte auf der Pressekonferenz an, dass die Kosten für den COVID-Test bei der Einreise gesenkt würden.
Ab dem 1. Juli müssen alle Einreisenden den COVID-Test selber bezahlen. Er sollte 15.000 ISK kosten, doch da viele befürchteten, dass dieser Preis Touristen davon abhalten würde, auf die Insel zu reisen, wurde er auf 11.000 ISK am Flughafen und auf 9000 bei Vorbestellung gesenkt. Die Gebühren waren für notwenig erachtet worden, um die hohen Kosten decken zu können. Zuletzt war auch bekannt geworden, dass sich die grossanlegte Antikörperstudie verzögert, die  vor einigen Wochen für Isländer gestartet worden war, weil die Laborkapazitäten nicht ausreichten.

Feuer in Altstadthaus kostet drei Menschenleben

Drei Personen sind in der vergangenen Nacht bei einem Hausbrand in Reykjavík ums Leben gekommen, zwei weitere liegen auf der Intensivstation, berichtet Vísir. Eine Person konnte aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die Polizei hat noch in der Nacht die Ermittlungen aufgenommen, berichtet Vísir.
Zwei Personen waren festgenommen worden, weil sie sich nicht an die Anweisungen der Polizei gehalten hatten, sind aber inzwischen wieder auf freiem Fuss, eine dritte Person wird im Rahmen der Ermittlungen noch festgehalten.

Wenig Wohnfläche, viele gemeldet
Das Haus am Bræðraborgarstígur stammte aus dem Jahr 1906 und hat eine Gesamtfläche von etwa 450 Quadratmetern. Im Einwohnermeldeamt ist die Fläche in vier Teile unterteilt: zwei Wohneinheiten von 111 qm und 80 qm, ein Büro auf 69 qm und ein Kindergarten, der früher auf 191 qm untergebracht war.
Für die 192 qm waren 73 Personen mit erstem Wohnsitz gemeldet, darunter 28 Polen, 28 Letten, 12 Lithauer, drei Rumänen, ein Spanier und ein Isländer. Die Personen waren alle in Island gemeldet.
Die Löscharbeiten hatten bis 3.30 Uhr heute morgen angedauert. Nach Informationen der Polizei hatten sich sechs Personen in dem Haus befunden, einige hatten sich nach Angaben von Augenzeugen durch einen Sprung aus dem Fenster gerettet. Der Rauch verteilte sich über das gesamte Stadtzentrum und bis in die Vororte. Das Feuer hatte die Nachbarhäuser verschont, doch dürfte es dort Rauchschäden geben.

Zeitarbeitsfirma als Vermieter
Inzwischen ist bekannt geworden, dass das Zeitarbeitsunternehmen HD Verk ehf. Eigentümer des Hauses am Bræðraborgarstígur ist. Erst kürzlich hatte die Feuerwehr der Hauptstadt mit dem Unternehmen zu tun gehabt und gesetzeswidrige Unterbringung moniert, sowie Ausländer gefunden, die ohne Arbeitsgenehmigung beschäftigt waren. Am 9. Juni hatte die Feuerwehr zusammen mit Mitarbeitern des Arbeitsschutzes, der Steuerfahndung und dem Baudezernenten ein weiteres Gebäude des Unternehmens in Kópavogur besucht und dort illegal vermietete Wohnräume mit schlechtem Brandschutz vorgefunden.

Vísir zitiert das Morgunblað vom Dezember 2014, wonach HD Verk beantragt hatte, das Haus am Bræðraborgarstígur in ein Gästehaus für 14 Gäste umzubauen, der Antrag war jedoch abgelehnt worden.

Die Brandursache ist noch ungeklärt. Wie Jón Víðar Matthíasson, der Leiter der Reykjavíker Feuerwehr Vísir gegenüber sagte, gebe es gutes Bildmaterial, welches bei der Analyse helfen werde.
“Für uns waren dies sehr schwere Löscharbeiten. Zuerst wollten wir mit Rauchtauchern ins Haus, um Menschenleben zu retten. Dann wurde jedoch die Entscheidung getroffen, dass das nichts bringt, das war zu gefährlich, zuviel Hitze.” Man habe sich darauf konzentriert, die in den Flammen Eingeschlossenen so schnell wie möglich herauszuholen und das Dach abgerissen, um die Flammen zu bekämpfen und die Toten aus dem Feuer zu holen.  Hier gibt es auch ein Video des Grossfeuers.