COVID-Pressebriefing: Tracking-App, Tourismusmitarbeiter an vorderster Front

Covid 19 Þríeykið

Die heutige Pressekonferenz zum Thema Landesöffnung und COVID-Testung am Flughafen wurde von Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir geleitet und eröffnet.
Am kommenden Montag den 15. Juni wird das erste Flugzeug mit regulären Reisenden aus dem Schengengebiet erwartet, gleichzeitig wird die Zahl der erlaubten Personen, die zusammenkommen dürfen, von 200 auf 500 erhöht.

COVID-19 ist ein Langstreckenlauf
Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason wies einmal mehr darauf hin, dass die ersten zwei Wochen der Landesöffnung und Flughafentestung ein beispielloses Versuchsprojekt während einer zuvor nicht aufgetretenen Pandemie seien. Diese zwei Wochen dienten auch der Sammlung von Daten und Erfahrungen für die Zeit, wenn die Grenzen für Länder ausserhalb von Europa geöffnet werden, in denen die Pandemie noch akiv ist.

Alle Einreisenden müssen sich entweder in eine 14-tägige Quarantäne begeben, die an einem festen Ort stattfinden muss und deren Einhaltung von den Behörden stichprobenartig kontrolliert werden soll, oder sich einem PCR-Test am Flughafen oder an den anderen Orten der Einreise in Island unterziehen. In den ersten 14 Tagen zahlt der Staat die Kosten für den Test (15.000 ISK), danach hat der Einreisende die Kosten selber zu tragen. Kinder bis zum Alter von 16 Jahren müssen nicht getestet werden.

Þórólfur sagte, bis heute gebe es keine internationalen Anweisungen oder Regeln, wie man nach einer solchen Pandemie ein Land wieder öffnet. Niemand kenne auch die Antwort auf Fragen zur Wahrscheinlichkeit von Ansteckung, daher habe man sich in Island dazu enschieden, lieber zu Anfang scharf zu kontrollieren, und dann möglicherweise die Zügel zu lockern. Sobald sich herausstellt, dass Infizierte ins Land kämen, müssten die Massnahmen wieder verschärft werden.

Ausländische Atteste oder Testergebnisse werden nicht akzeptiert, weil sie die Abfertigung der Passagiere verzögern.
Der Kampf gegen die COVID-19 Krankheit sei ein Langstreckenlauf aus Zusammenhalt und wissenschaftlicher Untermauerung, jetzt mehr denn je.

Tracking-App für Touristen keine Pflicht, aber unentbehrlich
Alma Möller, die Leiterin des isländischen Gesundheitsamtes, erklärte, die Rückverfolgungsapp, die in der Vergangenheit wichtige Dienste bei der Lokalisierung von Infizierten gespielt hat, sei jetzt wichtiger als je zuvor. Touristen könnten nicht gezwungen werden, diese App auf ihr Smartphone herunterzuladen, doch hoffe sie auf die Vernunft der Leute.

Die App gibt es ab Montag in einer neuen Version, in unterschiedlichen Sprachen (u.a. in deutsch), mit noch mehr Informationen und der Möglichkeit, sich durch die App mit der nächsten Arztpraxis in Verbindung zu setzen. Eine neue Bluetooth-Funktion stellt sicher, dass Nachrichten an Personen geschickt werden können, die möglicherweise in Kontakt mit einer infizierten Person gekommen sind. Auch das Testergebnis soll durch die App übermittelt werden.
Bei der Schaffung der App sei vor allem an Personenschutz und Datenschutz gedacht worden. Für jede Datennutzung von aussen muss der Betreffende seine Genehmigung erteilen, nach 14 Tagen werden alle Daten automatisch gelöscht.
Informationen dazu gibt es auf COVID.is

Mitarbeiter in der Tourismusbranche nun in vorderster Front
Víðir Reynisson, der Leiter des Zivilschutzes der isländischen Polizei, formulierte eine Befürchtung aus der Tourismusbranche, dass das Testvermögen von 2000 Tests pro 24 Stunden nicht ausreichen würde, um alle Einreisenden abzufertigen. Die ersten Buchungen bis 30. Juni erreichten die 2000 bei weitem nicht, in manchen Maschinen sässen nur 30 oder 100 Personen, von daher gehe er davon aus, dass das Aufkommen bearbeitet werden könne. Es könne zu bestimmten Zeitpunkten aber durchaus zu Engpässen in der Abfertigung kommen.

Wie schon am Montag ging Víðir darauf ein, dass mit Öffnung der Landesgrenzen für den internationalen Tourismus nun die Mitarbeiter der Tourismusbranche jetzt in vorderster Linie stünden, anstatt bisher die Mitarbeiter des Gesundheitswesens.

Das bedeute, diese Leute müssten sich nun intensiv zum Thema COVID-19 informieren, was Symptome und Vorgehensweise im Krankheitsfall angehe, sie müssten den Gesundheitszustand ihrer Kunden mitverfolgen, sie müssten das isländische Gesundheitssystem kennen, entsprechend richtige Hinweise für möglicherweise Erkrankte geben können, und in der Lage sein, sofort zu handeln, um das Umfeld vor einer Ansteckung zu bewahren.

In einer weiteren Ankündigung hiess es, dass Kneipen und Diskotheken auch weiterhin nur bis 23 Uhr geöffnet haben sollen. Þórólfur Guðnason zufolge ist die Ansteckungsgefahr dort am grössten, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen.

 

Neuer Elektrokraftstoff soll Energiewende vorantreiben

Gestern ist in Grundartangi im Westen Islands ein Kooperationsvertrag zur Entwicklung und Produktion von Kraftstoff für Elektrofahrzeuge unterzeichnet worden. Þórdís Kolbrún Reykfjörð Gylfadóttir, Islands Ministerin für Tourismus, Industrie und Innovation, sowie Ólafur Adolfsson, der Vorsitzende des Entwicklungsvereins Grundartanga stellten die Entwicklungspläne vor, die mit 50 Mio. ISK vom Staat unterstützt werden, berichtet skessuhorn.

Bei dem geplanten Verfahren soll nicht nur Kohlendioxid aus Industrieabgasen in Grundartangi aufgefangen werden, sondern zusammen mit industrieller Abwärme und zuviel produzierter erneuerbare Energie in ein neuartiges Produktionssystem zusammengeführt werden. Der daraus entstehende Kraftstoff soll dann aus Wasserstoff und Kohlendioxid bestehen, und für herkömmliche Verkehrsmittel ohne technische Veränderungen nutzbar sein.

Mit der geplanten Produktionsstätte möchten die Initiatoren Islands CO2-Spur in der Atmosphäre verringern.
Die vorhandene Infrastruktur von Kraftstoffvorratstanks, Verteilerstrukturen und Zapfsäulen würde für den neuen Kraftstoff genutzt werden können, der sich auch in das bisherige Vorschriftenumfeld einfügt. Damit würden keine grossen Investitionen in ein neues Infrastrukturnetz notwendig.

Island könnte durch dieses Projekt den Wandel zu einer kohlendioxidneutralen Gesellschaft vollziehen, hin zu mehr erneuerbaurer Energie, weg von der Prodution von Treibstoffgasen, die den Klimawandel vorantreiben. Die Nutzung der geplanten Energieform soll durch Einspeisung von Überproduktion in das neue System verbessert und die Energiewende erleichtert werden. Die Pläne beinhalten neben der Entwicklung von Technologien auch die Herstellung neuer Geräte und deren Export ins Ausland.