Wikingerhof im Scrapie-Grab freigelegt

Eine alte und bislang nicht bekannt gewesene Hofstätte ist während einer Keulungsaktion der Veterinäraufsichtsbehörde MAST in Grófargili bei Varmahlíð entdeckt worden. Dort fanden sich bei Grabungen in einem Aschehaufen eine Messerklinge, ein Messerschaft, verschiedene Gegenstände aus Eisen, Tierknochen, Handspindelsteine und Steinbrocken aus einer Kochstelle.  Man geht nach Beurteilung der Ascheschicht davon aus, dass die Fundstücke aus der Zeit von vor dem Jahr 980 stammen, berichtet bbl.is.

Das an Scrapie erkrankte Vieh war gekeult und verbrannt worden, vor Ort sollte nun allerlei Material, welches die Krankheit übertragen könnte, vergraben werden. MAST hatte den Ort bei einer Ruine ausgesucht, die namentlich in der Umgebungskarte eingetragen ist. Oberhalb der Ruine befand sich ein alter Bullenstall, den man abriss, an der Stelle sollte das Scrapiegrab entstehen.

MAST informierte vorab die Archäologen des Naturhistorischen Institutes von der Grabung, die sich das Gelände vor dem Bagger anschauten und tatsächlich den alten Aschehaufen entdeckten. Aus der Scrapiegrabung wurde daraufhin eine wissenschaftliche Grabung, wo die obengenannte Gegenstände das Licht des Tages erblickten. Sie werden zur archäologischen Abschlussarbeit ins Nationalmuseum verbracht.

Pressekonferenz zum Thema Einreise und Testung

COVID-19 Iceland

Islands Premierministerin Katrín Jakobsdóttir hatte am Mittag zur Pressekonferenz gebeten, wo weitere Informationen zum Thema Testung und Einreise erteilt wurden.
Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason wies darauf hin, dass Einreisenden ab dem 15. Juni nur zwei Möglichkeiten zur Verfügung stehen – eine 14-tägige Quarantäne, oder ein PCR-Test am Ort der Einreise, also am internationalen Flughafen in Keflavík, im Fährhafen Seyðisfjörður und an den kleineren Flughäfen Akureyri und Egilsstaðir, sowie am Inlandsflughafen in Reykjavík, wo die Maschinen aus Grönland landen.
An kleineren Einreiseorten kann es sein, dass der Betreffende zur Probenentnahme an das örtliche Gesundheitszentrum verwiesen wird.

Keine Attests aus dem Heimatland
Ein Attest zu überstandener Krankheit oder Testergebnis aus dem Heimatland wird nicht akzeptiert, wie Þórólfur erklärte, weil es bislang keine international einheitliche Form eines solchen Dokumentes gebe.
Vor der Einreise muss zudem ein Formular zu persönlichen Daten und Aufenthaltsorten ausgefüllt werden, ausserdem werden Reisende aufgefordert, die Rückverfolgungsapp auf ihr smartphone herunterzuladen, um im Fall eines positiven Fundes im Umfeld benachrichtigt werden zu können. Der App kann man auch wichtige Informationen und Adressen zum isländischen Gesundheitswesen entnehmen.

Þórólfur wies darauf hin, dass jeder negativ Getestete durchaus nach einigen Tagen ansteckend sein könne, und dass es sich bei dem Einreiseverfahren um ein Experiment handle, welches einen Weg weise, wie man weiter vorgehen könne. Man könne nur Wissen mehren und lernen, wenn man teste, sagte er. Das Verfahren sei ein Instrument zur Steuerung. Nach einer Weile sei es dann vielleicht möglich, sich auf bestimmte Länder zu konzentrieren und andere aus der Testung zu nehmen.

Gesundheitsamtsleiterin mahnt zu äusserster Vorsicht
Die Leiterin des isländischen Gesundheitsamtes, Alma Möller, mahnte ebenfalls, bei der Öffnung vorsichtig vorzugehen. Das Gesundheitssystem habe zwar in den vergangenen Wochen seine Stärke, was Zusammenhalt und Einsatzkraft angehe, bewiesen, aber die Schwäche des Systems liege in seiner geringen Grösse, daher müsse man die Gefahr einer Neuinfektion durch Einreise gering halten. Alle Massnahmen befänden sich ständig auf dem Prüfstand und würden der Situation angepasst.

Die Bekämpfung der COVID-Krankheit sei in Island vor allem durch Quarantäne, Isolation, Rückverfolgung und Testung gelungen. Sie fordert vor allem isländische Heimkehrer zur Vorsicht auf, da die Gefahr einer Ansteckung innerhalb des gesellschaftlichen Umfeldes grösser sei als die durch Touristen.

Der Leiter des Zivilschutzes der Polizei, Víðir Reynisson, wies darauf hin, dass die Rückverfolgung per App nach der Grenzöffnung besonders wichtig sei, weil diesmal der Tourismus betroffen sei. Alle Mitarbeiter in der Tourismusbranche seien jetzt die Leute in vorderster Reihe, die sich um ihre Gäste kümmern müssen, und es gelte da, mit vielen Beteiligten gemeinsam zu agieren, zum Schutze aller.
Zur Zeit sei man dabei, das grosse Projekt fertigzustellen, die Rückverfolgungsapp zu verbessern, gesetzliche Grundlagen zu schaffen, Formblätter für die Touristen zu entwerfen und vieles mehr.

Gesamttestvolumen bei 2000 Personen pro Tag
Die Premierministerin sagte, Island als Insel müsse ein solches Projekt anders angehen als andere Länder. Zunächst gelten die Regelungen für sechs Monate ab dem 15. Juni, doch soll die Lage alle 14 Tage überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Am Flughafen in Keflavík sind zehn Entnahmestationen vorgesehen, wo 200 Personen pro Stunde getestet werden können. Das Gesamtvolumen für die Flughafentestung soll nach einem Monat bei 2000 Proben in 24 Stunden liegen. Es werden nur soviele Einreisende akzeptiert wie Tests durchgeführt werden können. Der Test kostet, wie bereits bekannt wurde, 15.000 ISK, in den ersten beiden Juniwochen ist er kostenfrei.

Nach der Testung kann der Einreisende in seine Unterkunft fahren und das Testergebnis abwarten, dort soll er auch weitere Informationen erhalten. Wie RÚV schreibt, geht der Chefepidemiologe davon aus, dass der Einreisende sich bis zum vorliegenden Testergebnis so verhalten soll, als ob er sich in Quarantäne befindet. Die letzten Tests eines Tages werden um 19 Uhr durchgeführt, danach geht es erst am Morgen weiter. Nachts soll es auch keine Laboranalysen geben.

Personen, die sich für eine 14-tägige Quarantäne entscheiden, sollen an ihrem behördlich registrierten Aufenthaltsort stichprobenartig kontrolliert werden.
Am Mittwoch findet eine weitere Pressekonferenz unter Vorsitz der Gesundheitsministerin statt, am Freitag wird sich die Justizministerin zu Wort melden.

 

Kirche will Pfarrhaus am Pfarrer vorbei verkaufen

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Die Pfarrerin in der Gemeinde Laugarland im Eyjafjörður findet es ausgesprochen merkwürdig, dass ein Pfarrer aus seinem Pfarrhaus ziehen müsse, der den Willen und das Vermögen habe, dieses Haus käuflich zu erwerben. Für den Pfarrer der Útskála-Pfarrei in Suðurnes kam es als echter Schlag, als ihm verkündet wurde, dass er das Pfarrhaus zum Ende seiner Amtszeit verlassen müsse. Er hat darum gebeten, die Entscheidung zurückzunehmen, berichtet RÚV.
Die Briefe der beiden Pfarrer waren im April übersendet worden und im Kirchenrat Mitte Mai beraten worden.

Jóhanna Gísladóttir, die Pfarrerin in der Gemeinde Laugarland, bittet darum, das Wohnhaus, den Pferdestall auf dem Grundstück und das Land ringsum kaufen zu dürfen. Sie sagt, die Entscheidung des Kirchenrates, dass Pfarrer nicht mehr in der Gemeinde wohnen müssen, sei im November sehr überraschend gekommen, damals war auch bekannt gegeben worden, dass Pfarrhaus und Grundstück zum Verkauf stünden. Seitdem habe sie keine weiteren Informationen mehr erhalten.

Die Familie habe sich im Pfarrhaus eingerichtet, dort befinde sich auch das Büro, wo Gemeindemitglieder hinkommen könnten. In der Kirche in Akureyri sei kein Platz für Büroräume.
“Ausserdem finde ich es inakzeptabel, einer Gemeinde zu dienen, ohne dort selbst zu wohnen.” schreibt sie in ihrem Brief. In der Region herrsche Wohnungsnot, wie in den meisten anderen ländlichen Regionen.

Kaufanfragen für Immobilie
Jóhanna betont, dass sie auf keinen Sonderpreis hoffe, sondern einfach nur Haus und Grund nach der Preisschätzung eines unabhängigen Gutachters kaufen wolle. “Wir würden den Preis zahlen, den beide als reell und vergleichbar mit einer solchen Immobilie auf dem allgemeinen Markt einschätzen.”
Sie fordert den Kirchenrat auf, ihre Bitte zu überdenken und eine Entscheidung mit den Interessen der Gemeinde im Hinterkopf zu treffen.

Informationen aus dem Amt des Bischofs zufolge sind Anfragen zum Kauf von Pfarrhaus und Grundstück eingegangen. Die Angelegenheit soll bei der nächsten Ratssitzung im September besprochen werden. Im Fall eines Verkaufs muss eine förmliche Genehmigung erteilt werden.

Möchte nach der Amtszeit nicht ausziehen
Auch für Pfarrer Sigurður Grétar Sigurðsson in der Gemeinde Útskáli in Suðurnes kam die Nachricht, dass er zum Ende der Amtszeit ausziehen müsse, als Schock.
Auch wenn es noch ein Weilchen hin ist, so macht er sich jetzt schon Sorgen. “Ich verlange dass diese Entscheidung zurückgezogen wird und ich ohne Sorge im Pfarrhaus wohnen kann, während ich der Gemeinde Útskáli diene,” schreibt er in seinem Brief. Bislang darf er in dem Haus wohnen, solange er als Pfarrer der Gemeinde tätig ist.

Auch in Island werden aus Kostengründen immer mehr Gemeinden zusammengelegt, und Pfarrer halten ihre Messen abwechselnd in der einen oder anderen Kirche eines Bezirkes. Daher sind nicht alle Pfarrhäuser bewohnt.