Kein Umweltgutachten für Badelagune an der Brúará

In Efri-Reykir im Bláskógabyggð soll eine neue Badelagune mit Hotel gebaut werden. Das isländische Planungsbüro entschied nun, dass der Entwurf kein Umweltgutachten benötigt, berichtet Kjarninn.
Der im vorvergangenen Sommer vorgelegte Entwurf sieht auf 30 Hektar Land des Hofes Efri-Reykir am Ufer des Flusses Brúará den Bau eines dreistöckigen Hotels mit 200 Zimmern auf einer Gesamtfläche von 10.000 qm vor, sowie zwei Badelagunen auf einer Fläche von 6000 qm.
Die Bauherren erwarten bei voller Auslastung des Hotels eine durchschnittliche Besucherzahl von 1200 Personen pro Tag.
Ausserdem soll auf einer Fläche von 6000 qm ein zweistöckiges Gästezentrum zwischen Hotel und Lagune errichtet werden, sowie fünf Wohnhäuser für Beschäftigte auf 750 qm, eine asphaltierte Strasse zum Hotel und ein Parkplatz für 200 Fahrzeuge und sieben grosse Reisebusse.

Hotelentwurf am Naturdenkmal

Im ersten Entwurf waren Hotel und Lagune kleiner ausgefallen, und die Lagune sollte gechlort werden. Auch sollte das gesamte Projekt näher am Ufer der Brúará und dem beliebten Wasserfall Brúaráfoss liegen. Im neuen Entwurf wurden Hotel und Lagune dann doppelt so gross wie zuvor geplant, aber etwas weiter vom Flussufer weggeholt, und auch die Abwasserpläne sind überarbeitet worden.

Der Fluss Brúará steht mit jeweils 200 Metern auf beiden Flussufern auf der Liste der Naturdenkmäler, wegen seiner zahlreichen Wasserfälle, seiner artenreichen Flora und Vogelvorkommen und der vielschichten Landschaft in der Quellschlucht Brúaráskörð.

Nach Angaben des Bauherren hätten seit langem Pferde auf dem anliegenden Land geweidet und Wiesen waren trockengelegt worden, daher sei das Gebiet bereits in grossen Teilen komplett zerstört. Das Bauvorhaben würde an einzelnen Stellen durchaus negative Auswirkung auf den Schutzstatus des Flusses haben, obwohl der Schutzstatus eigentlich nur für die Quellschlucht gelte, die weit vom Bauland entfernt liege. Man plane jedoch die Zerstörungen am Flussufer zu beseitigen, den Verkehr zu regeln, das Weideland zu schützen und die Gebiete, die nicht bebaut werden, zu begrünen.

Gemeindeleitung und Umweltbehörde wollten Umweltgutachten

Aus einem Schreiben der Gemeinde Bláskógabyggð geht hervor, dass die Gemeindeleitung der Ansicht ist, das Bauvorhaben müsse vor Baubeginn ein Umweltgutachten durchlaufen, weil es sich hier um ein Gebiet auf der Liste der Naturdenkmäler handle, und zudem ein weitreichendes Quellwassergebiet.

Die isländische Umweltbehörde gab an, es handle sich um umfangreiche Bauvorhaben. Wenn alles nach Plan verläuft, wird sich in dem neuen Lagunenkomplex die grösste Anzahl von Badegästen im ganzen Land befinden. Die Umweltbehörde gab zu bedenken, dass die geplanten Bauwerke am Ufer eines der grössten Quellflüsse des Landes stattfinden sollen, und dass der Fluss einen Schutzstatus nicht nur im Inland geniesse, sondern auch in internationalem Kontext.

Das Amt für Fischerei weist in seinem Schreiben auf die denkbar negativen Auswirkungen auf die Fauna der Brúará hin und hält es für normal, dass das Vorhaben ein Umweltutachten benötigt.

Auch das Naturkundeinstitut hatte sich zu Wort gemeldet. In dem Schreiben heisst es, man habe vorgeschlagen, dass die Achse Laugarvatn – Apavatn und Bruárá in die B-Kategorie der Naturdenkmäler gesetzt wird. Wenn Frischwasser und Vögel geschützt und Erdwärme genutzt würden, sehe das Institut nicht, dass die Bauvorhaben besondere Auswirkungen auf die Umwelt haben würden, solange man grössten Wert auf Verschmutzungsprävention und anderen Naturschutz lege und die Badelagune soweit vom Fluss wie nur möglich entfernt gebaut werde.

Baugebiet sei ohnehin schon zerstört

Das Planungsbüro hatte, wie oben bereits erwähnt, ein Umweltgutachten für nicht nötig erachtet.
Es sei unwahrscheinlich, dass der Bau von Hotel und Badelagune den Schutzstatus des Wasserfalls Brúaráfoss oder die Landschaft an der Brúaráskörð bedrohe, weil beides zu weit entfernt sei.
Das Baugebiet sei ohnehin bereits durch Beweidung, Trockenlegung und Materialentnahme in grossem Stil zerstört.
Ausserdem gebe es im umliegenden Gebiet bereits Tourismus und eine Sommerhaussiedlung, und die Landschaft trage Spuren davon.
Auch gebe die Erdwärmenutzung auf Efri-Reykir der Landschaft mit ihrer Dampfsäule bereits ein entsprechendes Gesicht. Das geplante Baugebiet befinde sich zwischen Laugarvatn und dem Geysir im Haukadalur, und dort sei das Verkehrsaufkommen ohnehin bereits hoch.

Das Planungsbüro verlangt in seinem Gutachten nur eine verbesserte Ausführung der Abwasserlösungen in Zusammenarbeit mit dem südisländischen Gesundheitsamt, sowie eine Untersuchung der Fauna im Nachbarbereich der geplanten Bauarbeiten.
Nach Einschätzung des Planungsbüros ist es unwahrscheinlich, dass das Bauvorhaben besondere irreversible Auswirkungen auf die Umwelt mit sich bringe, die man nicht vermeiden oder mit Gegenmassnahmen mindern kann. Daher wird für das Vorhaben kein Umweltgutachten benötigt.
Die Einspruchsfrist gegen das Vorhaben war am 10. April abgelaufen.

Auch das geplante Hotel mit Badelagune im Þjórsárdalur (500 qm Laune, 50 Hotelzimmer in den Berg hineingebaut, geplante Gästezahl 82.500 im Jahr 2027) benötigte nach Einschätzung des Planungsbüros kein Umweltgutachten.

Icelandair fliegt mit Herz nach Hause

Die Piloten der Icelandair Maschine, die gestern Abend per Direktflug aus China heimkamen, wo sie medizinische Ausrüstung abgeholt hatten, beendeten ihren langen Flug auf bemerkenswerte Weise.
Wie das Flugradar zeigte, beschrieb das Flugzeug ein Herz über der Hauptstadt, und in der Mitte des Herzens befinden sich die Universitätskliniken an der Hringbraut und im Fossvogur. Die Aktion sollte Unterstützung und Dankeschön an die Pflegenden und Beschäftigten der Kliniken ausdrücken, berichtet Vísir.

Der Flug war der letzte von drei Flügen, mit denen insgesamt 50 Tonnen gekauftes Schutzmaterial, wie etwa Mundschutz und Schutzanzüge, nach Island gebracht worden war.
Die Maschine war im Direktflug nach Shanghai geflogen, wo die in China hergestellten Güter geladen wurden, danach flog sie ohne Verzögerung wieder auf direktem Wege nach Hause. Für den Schichtbetrieb der Direktflüge hatten sich Crews mit elf bzw zwölf Mann Besatzung, darunter Piloten und Maschinisten an Bord befunden.

Bárðarbunga bebt mit 4,8

In der vergangenen Nacht hat es im Vulkan Bárðarbunga ordentlich gebebt. Heute Morgen korrigierte die Erdbebenabteilung des isländischen Wetterdienstes die Stärke des Bebens auf 4,8 hoch, damit gehört das Beben zu den stärksten, seit der Vulkan im Jahr 2014 im alten Lavafeld Holuhraun ausgebrochen war. Der Ausbruch dort hatte ein halbes Jahr angedauert und nicht nur Lava sondern auch riesige Gaswolken freigesetzt.

Die ersten Zahlen in der Nacht wiesen auf eine Stärke von 3,5 hin, später wurde sie auf 4,5 korrigiert. Die Katastrophenschutzexpertin des Wetteramtes, Kristin Jónsdóttir, sagte im Gespräch mit RÚV, dass Erdbeben in dem speziellen Gebiet global gesehen einzigartig seien, daher müsse man stets nachrechnen, um die korrekte Stärke beziffern zu können. Es sei jedoch klar, dass es sich um ein starkes Beben gehandelt habe, welches die Messinstrumente in der Region hatte ausschlagen lassen.

“Wir glauben, dass dort in der Bárðarbunga eine Magmaansammlung im Gange ist. Das kann über eine lange Zeit gehen. Während das passiert, dehnt sich das Gebiet aus,”erklärte Kristin. Es sei daher schwierig, etwas über eine vermehrte vulkanische Aktivität zu sagen.
“Man weiss nie, was als nächstes passiert, aber eine solche Bebentätigkeit gab es beispielsweise im letzten Jahrhundert über eine längere Zeit.”

Zuletzt war ein Beben ähnlicher Stärke am 5. Januar diesen Jahres aufgezeichnet worden. Die Erdbebentätigkeit in Island kann man auf dieser Karte mitverfolgen.