Passagiermaschine holt Schutzmaterial aus China

Heute morgen hat sich eine Boing 767 der Icelandair auf den Weg nach Shanghai gemacht, um dort 17 Tonnen medizinische Ausrüstung für das isländische Gesundheitswesen abzuholen. Ein weiterer solcher Flug soll in der kommenden Woche stattfinden, bestätigte Gunnar Már Sigurfinsson, der Geschäftsführer von Icelandair Cargo.

An Bord der Maschine befinden sich sechs Piloten, drei Cargo-Mitarbeiter und zwei Maschinisten, allesamt Angestellte der Icelandair. Diese Form der Besatzung war gewählt worden, um einen Direktflug zu ermöglichen und die Flugzeit so kurz wie möglich zu halten, berichtet RÚV.

Die Abholaktion war von langer Hand vorbereitet worden. Die Transportgüter  – Schutzausrüstung und andere zur Bekämpfung von COVID-19 wichtige Materialien – waren in China produziert und durch DB Schenker für die isländische Regierung gekauft worden. Die Organisation hatte sich als kompliziert erwiesen, weil die Waren in ganz China hergestellt werden und alle nach Shanghai transportiert werden mussten. Zudem waren allerlei Genehmigungen nötig gewesen.

Cargo auf Passagiersitzen

“Ungewöhnlich bei diesem Flug war, dass wir noch nie die Passagiersitze für Waren genutzt haben. Dafür gab es in diesem Fall eine besondere Ausnahmegenehmigung.” sagt Gunnar Már. “Die Maschine fliegt leer nach China, und die Fracht wird dann in das Gepäckabteil und in die zusammengeschobenen Sitzreihen gepackt.”

In diesen Tagen ist es schwierig medizinische Ausrüstung von Asien nach Island zu ransportieren, weil die meisten Länder einen Ausfuhrstopp für Schutzausrüstung verhängt haben.
“Das ist sehr schwierig, die Waren nach Europa zu bringen, und dies galt als bester Weg um sicherzustellen, dass sie auch zur rechten Zeit in Island ankommen.”

Ein weiterer Flug soll in der kommenden Woche nach Shanghai stattfinden, um die gleiche Menge an Ausrüstung abzuholen. Gunnar bezeichnete die Umstände als sehr speziell.
“Ich kann versichern, dass wir in jüngerer Zeit keinen derartigen Transport durchgeführt haben. Ich arbeite seit vielen Jahren bei Icelandair und kann mich nicht an einen solchen Flug erinnern.”