Geld für sechs Sauerstoffgeräte in nur 30 Minuten gesammelt

Neskaupstaður

Schwere Zeiten rufen nach ungewöhnlichen Massnahmen, wie etwa der Aufruf eines Pflegeheimes in der Gemeinde Fjarðabyggð im Osten des Landes, wo gestern um Spenden für den Kauf von Sauerstoffgeräten aufgerufen worden war.
Wie Austurfrétt berichtet, war die finanzielle Lage des Heimes zuletzt immer schwieriger geworden, nach dem veränderte Dienstregeln und das Besuchsverbot die Arbeit erschwert hatten. Um für eine Ausbreitung des SRAS-coV2 Virus bestmöglich vorzubereitet zu sein, entschied die Heimleitung, in der Öffentlichkeit um Unterstützung zu bitten.
Nach nur 30 Minuten war das Geld für sechs Sauerstoffgeräte zusammengekommen.
Ragnar Sigurðsson, der Geschäftsführer des Pflegeheimes sagte im Gespräch mit Austurfrétt, dass auch nach Erreichen der nötigen Summe noch viele lokale Unternehmen, Vereine und auch Einzelpersonen Geld zugesichert hätten. Er sei über diese Unterstützung sehr glücklich.
Die zusätzliche Finanzspritze soll nun dazu genutzt werden, Fitnessgeräte und anderes Gerät für die Heimbewohner anzuschaffen.

Erstes Todesopfer nach COVID-19 in Island

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Eine Isländerin um die 70 Jahre ist gestern in der Universitätsklinik in Reykjavík an den Folgen der Infektionskrankheit COVID-19 verstorben. Die Frau, die an einer chronischen Vorerkrankung gelitten hatte, ist damit die erste Staatsbürgerin, die der Seuche zum Opfer fiel.

Wie RÚV berichtet, hatten drei Familienangehörige die Gelegenheit gehabt, sich vor ihrem Tod von ihr zu verabschieden. Zwei von ihnen hatten sich mit dem Virus bereits angesteckt. In einem Facebookbeitrag drängte der Sohn der Verstorbenen die Isländer, sich an die Massgaben der Behörden zu halten, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

In der vergangenen Woche war ein australischer Tourist in Húsavík gestorben, er war positiv auf das Virus getestet worden. Eine vorläufige Obduktion hatte ergeben, dass COVID-19 sehr wahrscheinlich die Todesursache gewesen ist.

 

Trend geht zur Camperübernachtung im Tunnel

In diesem Winter hat es nicht wenige Touristen in Campervans gegeben, die die Nacht in dem neugeschaffenen Tunnel Vaðlaheiðargöngur verbrachten. Der Tunnel verbindet die nordisländischen Städte Akureyri und Húsavík. Dafür hat der Geschäftsführer des Tunnels RÚV zufolge vollstes Verständnis.

Auch wenn nur wenige Touristen derzeit noch unterwegs sind, ist doch die Anzahl derer, die Campervans benutzen, stark gestiegen. Und so gab es in den vergangenen Monaten immer öfter Berichte von Campern, die den Tunnel als Übernachtungsmöglichkeit genutzt haben.
Er sei sicher dass die Touristen dort Schutz vor dem schlechten Wetter suchten, sagt Valgeir Bergmann. “Ich denke, das ist nun vor allem das Wetter da draussen, was soll ich sagen, wo es nicht besonders angenehm ist, zu übernachten, neben der Wetterlage, die hier im Norden in diesen Tagen herrscht,” meint der Geschäftsführer.
Doch auch wenn er Verständnis dafür habe, rate er davon ab. Die Luft im Tunnel sei zwar warm, 20 Grad und trocken, aber ziemlich verschmutzt.

Hinzu komme, dass die Touristen Müll und andere Hinterlassenschaften einfach stehenliessen.
“Da gab es diese Überraschungskiste, da wurde ein Weinkarton zurückgelassen, von dem wir glaubten, dass den einer vergessen hat, aber das war kein Weinkarton, das war das Morgengeschäft von einem aus dem Lieferwagen.”
Das Abstellen von Campervans über Nacht unterliegt in ganz Island bestimmten Regeln, wildes Campen ist in bewohnten Gegenden nicht erlaubt.