Flugverkehr könnte Ende März gestoppt werden

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Flüge nach Island und von der Insel weg könnten gegen Ende des Monats März ganz zum Erliegen kommen, warnte der isländische Aussenminister Guðlaugur Þór Þórðarson.
Die Massnahme wird, wenn sie in Kraft tritt, Teil der nationalen und internationalen Anstrengung, die Ausbreitung der COVID-19 Pandemie zu drosseln, berichtet RÚV in seiner englischsprachigen Ausgabe.

In einer Ankündigung auf seiner Facebookseite drängte der Minister alle Isländer im Ausland, die ihre Rückreise ohnehin planen, dies sofort zu tun, da alle Flüge ins Land zum Ende des Monats hin durchaus abgesagt werden könnten.
In der Mitteilung wird, wenn auch nicht wortwörtlich, nahegelegt, dass auch alle Personen, die Island in nächster Zeit verlassen wollten, dies so schnell wie möglich tun sollten, um zu vermeiden, dass sie in Island für eine unbestimmte Zeit festhängen.

Bereits seit dem Freitag durften Passagiere, die von ausserhalb der EU oder der EFTA-Zone anreisten, für 30 Tage nicht mehr ins Land kommen. Nur noch EU-Bürger und Ausländer mit festem Wohnsitz in Island sind erlaubt, Ausnahmeregelungen gelten ebenfalls für Angehörige des Gesundheitswesens und für Mitarbeiter im Frachtverkehr.

Uniklinik bekommt Beatmungsgeräte aus den USA geschenkt

Wohltäter aus den USA haben dem isländischen Universitätskrankenhaus Landspitali 15 Beatmungsgeräte geschenkt, berichtet RÚV. Die Sendung war am Freitag mit einem Frachtflugzeug angekommen.
Das Geschenk ist von grosser Wichtigkeit, nachdem Mitarbeiter des Krankenhauses Schutzausrüstung und lebensrettende Geräte von überall her zusammensuchen, um sich für einen Ansturm von Patienten zu wappnen. Zuvor hatte Island nur über 26 Beatmungsgeräte verfügt, einige von ihnen waren bereits in Benutzung und eine ganze Reihe von ihnen stand zum Austausch an, bevor die Pandemie alles änderte.

“Das sind Geräte, die halten, auch wenn sie mehr Wartung benötigen als neuere Geräte,” sagte der Jón Hilmar Friðríksson, der technische Leiter des Krankenhauses.
Die Klinik verfügt noch über einige nicht so starke Beatmungsgeräte, die Patienten mit weniger schwerer Luftnot trotzdem helfen können, ausserdem gibt es einige Narkosegeräte, die in Beatmungsgeräte umgewandelt werden können, führt der technische Leiter aus. Man hoffe, so schnell wie möglich noch mehr Beatmungsgeräte auftreiben zu können.
“Wir hoffen, dass wir sehr bald 40 bis 50 Beatmungsgeräte haben,” sagt Jón Hilmar,” wir sind im Gespräch und haben unsere Fühler ausgestreckt.”

Auch wenn sich Voraussagen täglich ändern, so rechnet man mit einem steigenden Bedarf an Beatmungsgeräten. Einem Modell von Universität, Gesundheitsamt und Klinik zufolge ist es hochwahrscheinlich, dass die Seuche Mitte April in Island ihren Höhepunkt erreicht. Die bislang pessimistischste Annahme sieht 200 Patienten in stationärer Behandlung und 50 Patienten auf der Intensivstation am Beatmungsgerät.

Für den heutigen Tag meldet die Universitätsklinik 14 mit COVID-19 infizierte Personen in Isolierung, ein Patient liegt auf der Intensivstation. Es ist nicht bekannt, ob einer von ihnen ein Beatmungsgerät benötigt. Vier Patienten konnten entlassen werden, 36 fühlen sich besser. Von den Krankenhausmitarbeitern sind 26 mit dem SARS-coV2 Virus infiziert, 262 befinden sich in Quarantäne, die Zahlen sind gleichgeblieben.
Das vierte und letzte Ausbildungsjahr der Krankenschwestern soll ausgesetzt werden.

 

Rentiere mit GPS Sendern ausgerüstet

A reindeer in East Iceland

Das Naturforschungsinstitut in Ostisland hat kürzlich 20 Rentieren im Osten des Landes GPS Sender angelegt, berichtet RÚV. Die Fangaktion war Teil einer Massnahme des Institutes, um den Rentierbestand in der Region zu überwachen. Die Bänder mit den Sendern wurden am Hals der Tiere befestigt und sollen über mehrere Monate getragen werden.

Auch wenn die Halsbänder als sicher gelten, so war es doch eine Herausforderung, die Bänder anzubringen, denn Rentiere können mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h rennen. Die Forscher benuzten daher Schneemobile und spezielle Netzkanonen, mit denen ein Fangnetz über das Tier geschossen wurde. Im Netz gefangen wurde das Tier am Boden gehalten, um Verletzungen zu vermeiden, das Halsband wurde befestigt, dann entfernte man das Netz und das Tier konnte zu seiner Herde laufen. Insgesamt wurden 22 Rentiere in allen Rentiergebieten solcherart markiert

Im Nachrichtenlink gibt es einen Film dazu.

Die Halsbänder sind seit etwa einen Jahrzehnt in Gebrauch. Vor dieser Zeit mussten die Forscher die Tiere mehrmals im Jahr eigenhändig zählen, per Flugzeug oder per Autofahrt durch die Weidegebiete, erzählt Skarphéðinn G. Þórisson vom Naturforschungsinstitut. “Aber heute, mit diesen Geräten, bekommen wir Informationen vn den Tieren an jedem Tag.

Die Daten sind Tag und Nacht erhältlich, damit ist es viel einfacher, die Verbreitung und den Zustand der Herden zu überwachen, ihr Fressverhalten und vieles mehr. Die Technologie werde auch immer günstiger, sagt Skarphéðinn. “Das ist eine richtige Revolution in der Überwachung von wild lebenden Tieren.”

Screenshot via RÚV

Die gesammelten Daten kann man im Rentier Web finden (in isländischer Sprache), wo gesammelte Informationen rund um Wanderungsmuster und Fressverhalten bis zurück ins Jahr 2010 gespeichert sind. Man hofft, dass die Seite einmal ein nützliches Werkzeug darstellen kann, um Autofahrer vor Rentierherden auf den Strassen zu warnen.