Corona-update 14.3.: neue Zahlen, neue Risikogebiete

Mit dem heutigen Tage sind 156 Ansteckungen mit dem SARS-coV2 Virus in Island festgestellt worden, seit gestern Abend sind damit 18 hinzugekommen.
Von den 156 Infizierten sind 31 Infizierte zweiten Grades, haben sich also in Island angesteckt, fünf Personen sind Infizierte dritten Grades, haben sich also bei Infizierten zweiten Grades angesteckt.
Bei vier positiv Getesteten ist der Ansteckungsweg unklar.

Auf der Pressekonferenz des Zivilschutzes hiess es, dass heute 1526 Speichel- und Nasensekretproben genommen wurden. Die Reihenuntersuchung wird vom Genforschungsinstitut deCODE in Zusammenarbeit mit den Behörden durchgeführt.

Der Chef des Zivilschutzes, Víðir Reynisson, sagte, dass die Zahl der Personen, die sich in Quarantäne befinden, nun rasch ansteigt. Am Ende des Tages rechne man mit mehr als 1500 Personen.
Die Liste der Gebiete mit hohem Ansteckungsrisiko wurde um Deutschland, Frankreich und Spanien erweitert. Auf der Liste befinden sich nun China, Südkorea, Iran, Italien, die Skigebiete der Alpen, Deutschland, Frankreich und Spanien.
Einige Länder haben ihre Grenzen ganz geschlossen oder das Reisen stark eingeschränkt. Das Reiseverbot von Europa in die USA trat in der Nacht in Kraft, Dänemark hat heute Mittag seine Grenzen dicht gemacht für alle Personen die keinen triftigen Grund haben, sich dort aufzuhalten, wie Vísir schreibt.

Víðir Reynisson sagte, der isländische Zivilschutz habe keinen Grund gesehen, seine Haltung in Bezug auf Einschränkungen an den Landesgrenzen zu ändern. Weder er noch Alma Möller, die Leiterin des Gesundheitsamtes, wollten die Massnahmen der Länder kommentieren, die das Reisen eingeschränkt haben, und verwiesen darauf, dass jedes Land für sich seine eigenen Voraussetzungen für Massnahmen habe.

Auf die Lage der isländischen Gemeinschaft in Spanien angesprochen, wo die Zahl der Ansteckungen in den letzten Tagen stark zugenommen hatte, sagte Víðir, dass man die Situation dort intensiv beobachte. Etwa 1000 Isländer halten in Spanien einen festen Wohnsitz über längere Zeit. Nachrichten von einer hohen Belastung des spanischen Gesundheitssystems durch die Pandemie spielten eine Rolle bei der Aktualisierung der Risikogebiete, die heute veröffentlicht worden ist.
Alma Möller sagte, sie könne keine Auskunft darüber geben, wann die Quarantäne keine brauchbare Massnahme mehr sei, um die Ausbreitung der Seuche zu verlangsamen. Sie hoffe, dass die gestern begonnene Reihenuntersuchung den Behörden Wege aufzeichnen könne, wie man weiter verfahre. Der Chefepidemiologe bewerte die Lage immer wieder neu.

Aktuelle Informationen  findet man auf der Seite des Gesundheitsamtes.

Aussenministerium empfiehlt Isländern vorzeitige Heimreise aus dem Ausland

Alþingi Icelandic parliament

Die isländische Regierung rät allen Isländern, die sich derzeit im Ausland auf Reisen befinden, ihre Heimreise vorzuverlegen, berichtet RÚV.
Die Empfehlung von Aussenminister Guðlaugur Þór Þórðarsson erfolgt im Lichte der drastischen Massnahmen, zu denen andere Länder greifen, um die Ausbreitung der COVID-19 Pandemie zu verlangsamen, und die Auswirkungen auf isländische Reisende im Ausland haben können.

Der Aussenminister weist darauf hin, dass seit gestern viele Staaten ihre Grenzen gesperrt haben und alle im Land befindlichen Personen in Quarantäne schicken.
“Man kann nicht ausschliessen, dass in den kommenden Tagen noch weitere Nationen zu ähnlichen Massnahmen greifen. Nach Einschätzung des Aussenministeriums in Abstimmung mit der Premierministerin, dem Gesundheitsminister, dem Chefepidemiologen und dem isländischen Zivilschutz ist es jetzt angebracht, Isländern formell eine vorgezogene Heimreise anzuraten. Isländer auf Reisen im Ausland werden auch gebeten, sich im Hinblick auf die oben genannten Fakten zu informieren, ob sie ihre Heimreise vorverlegen können. Isländer, die ihren Wohnsitz im Ausland haben, werden aufgefordert, ihre Rechte auf medizinische Versorgung zu prüfen,” heisst es in der Mitteilung des Ministeriums.

“Mit diesen Ratschlägen wird auf die Situation reagiert, die sich in vielen anderen Ländern durch die zur Zeit herrschende Pandemie ergeben hat, und die natürlich grosse Auswirkungen auf unsere Gemeinschaft und auf die Lage der Isländer hat, die im Ausland unterwegs sind,” sagte Premierministerin Katrín Jakobsdóttir.

“Vielerorts laufen Isländer Gefahr, eingesperrt zu werden und unter schwierigen Bedingungen in Quarantäne zu landen. Es ist unklar, wie der Zugang und das Recht von Isländern auf medizinische Versorgung ist, zudem kann das Gesundheitswesen in vielen Ländern dem Ansturm gar nicht Herr werden,” erklärte Guðlaugur Þór Þórðarsson.
“Daher haben wir entschieden, Isländern von Auslandsreisen abzuraten, und empfehlen jenen, die im Ausland unterwegs sind, ihre Heimreise so rasch wie möglich anzutreten.”

Auch weiterhin gilt die Liste der Risikogebiete sowie die Empfehlung, dass alle aus den Risikoregionen Anreisenden in Quarantäne gehen. Die Liste kann jedoch täglich erweitert werden.
Man rechnet nicht damit, dass die Einreise für ausländische Touristen eingeschränkt wird.

Aussenministerium und Botschaft stellen derzeit Informationen darüber zusammen, in welchen Ländern der Verkehr auch grenzübergreifend wie gehandhabt wird, um sicherzustellen, dass im Ausland befindliche Isländer nach Hause kommen. Es gibt eine Hotline, Anfragen kann man per Email an [email protected] senden. Ausserdem haben im Ausland befindliche Isländer die Möglichkeit, sich unter utn.is zu registrieren, damit relevante Informationen weitergegeben und im Notfall über die Botschaft Kontakt zu ihnen aufgenommen werden kann.