Krisenzustand wegen erster Ansteckung innerhalb der Bevölkerung verhängt

COVID-19 Press conference Þórólfur Guðnason Alma Möller V'iðir Reynisson

Die isländische Polizei hat in Zusammenarbeit mit dem Chefepidemiologen der Universitätsklinik den Krisenzustand ausgerufen, nachdem die ersten beiden Fälle von Ansteckung mit dem COVID-19 Virus innerhalb der Bevölkerung bekannt geworden sind. Insgesamt sind in Island derzeit 43 Fälle bestätigt.
Auf einer Pressekonferenz hatten Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason, die leitende Ärztin des Gesundheitsamtes, Alma Möller, und der Chef des Zivilschutzes, Viðir Reynisson, aktuelle Informationen zur Entwicklung der COVID-19 Seuche gegeben.

Insgesamt sind etwa 400 Personen nach Kontakt mit Infizierten auf das Virus getestet worden, bei 43 bestätigte sich der Verdacht einer Ansteckung.
Zwei Personen hatten sich mit COVID-19 innerhalb Islands angesteckt, ein Mann und eine Frau um die 60, beide leben in Reykjavík und waren in Kontakt mit Leuten gewesen, die aus Skiorten in Norditalien und Österreich heimgekehrt waren. Die beiden sind nur leicht erkrankt.
Am 27. Januar war die Ungewissheitsstufe verhängt worden, am 28. Februar folgte die Gefahrenstufe des Zivilschutzes. Heute nun ist sie auf den Krisenzustand erhöht worden. Beim Krisenzustand im Seuchenfall ist die öffentliche Gesundheit bedroht und die Ausbreitung einer Infektion verläuft rasch anwachsend und gilt als gefährlich.

Diese Änderung hat keine direkte Auswirkung auf die Allgemeinheit, sie ist aber von Bedeutung für die Zusammenarbeit der Behörden. Regierung und Gesundheitsbehörden hatten schon zuvor nach Notfallplänen eng zusammengearbeitet, und einige weitergehende Massnahmen waren bereits durchgeführt worden, wie etwa die verstärkte Überwachung, die Reiserückverfolgung von Personen und eine vermehrte Kooperation von Institutionen.
Alle sind aufgefordert, besonders auf ihre persönliche Hygiene zu achten, wie etwa häufiges gründliches Händewaschen und die Verwendung von Handdesinfektionsmittel. Bislang gibt es kein Versammlungsverbot, obwohl dies nur eine Frage der Zeit ist, bemerkte Viðir Reynisson. Ein Versammlungsverbot ist das stärkste Mittel zur Ausbreitungsvermeidung. Dazu will man jedoch erst greifen wenn noch mehr Ansteckungsfälle innerhalb der Bevölkerung bekannt werden, da solch ein Verbot eine grosse Auswirkung auf die Allgemeinheit hat.
Gefährdete Personen sollten dennoch Menschenansammlungen meiden.

Alma Möller bezeichnete die Lage in Italien als ernst, sie zeige, dass man das Risiko sehr ernst nehmen müsse. “Das Gesundheitssystem ist bereit. Die Krankenhäuser stehen in vorderster Front, und erledigen ihre Aufgaben auf bewundernswerte Weise.”

Die Küstenwache hat die Aufgabe alle Schiffe zu überwachen, die in isländischen Häfen anlegen wollen. Zu normalen Zeiten genügte es, eine Meldung an die Küstenwache zu schicken, dass alle Besatzungsmitglieder gesund sind. Nun müssen Kapitän und Schiffsarzt ein spezielles Formular ausfüllen und Auskunft zur COVID-Lage an Bord erteilen. Das Schiff darf erst anlegen, wenn dieses Formular bei den Behörden eingegangen ist.

Für die kommende Woche wird das erste Kreuzfahrtschiff in Reykjavík erwartet. Die Küstenwache hat eine Mitteilung veröffentlicht, in der es heisst, dass sie eine ausreichend Grundlage dafür sieht, Kontrollmassnahmen zu verschärfen, in Zusammenarbeit mit dem Seuchenfacharzt, dem Verkehrsamt, der Hafenmeisterei und anderen beteiligten Institutionen.
Besteht der Verdacht einer COVID-19 Infektion an Bord, muss die Küstenwache dies dem Seuchenfacharzt mitteilen. Der möglicherweise Erkrankte darf nicht von Bord und das Schiff darf auch nicht vor Anker gehen, solange die Diagnose noch nicht feststeht. Nach Diagnosestellung entscheidet der Seuchenfacharzt die weiteren Schritte.

update 18.30 Uhr

Zwei weitere Fälle von Ansteckung innerhalb der Bevölkerung sind inzwischen bestätigt, insgesamt sind es nun vier Fälle, berichtet Vísir. Alle stehen in Zusammenhang mit den Skifahrern aus Italien. Viðir Reynisson geht davon aus, dass sich die Zahl noch weiter erhöhen wird.

 

Zwei Skilangläufer aus dem Hochland gerettet

Das Rettungsteam Dalbjörg im Eyjafjörður in Nordisland musste heute zwei Skiläufern zu Hilfe eilen, die sich auf einer Hochlandüberquerung befanden und nicht weiterkamen. Wie RÚV berichtet, hatten die Skiläufer ihre Reiseroute von Nord nach Süd bei Safetravel registriert, so konnten die Retter sie leichter orten und in Sicherheit bringen.

Am Dienstag war der eine nass und sehr kalt geworden, damit war eine Weiterreise ganz gleich in welche Richtung unmöglich geworden. Sie schickten eine Nachricht an ihren Kontakt in Kanada, der sich mit den isländischen Behörden in Verbindung setzte, um für die beiden um Unterstützung zu bitten. Die Information, die die ICE-SAR Retter von dem Kontakt in Kanada erhielten, war etwas unklar, doch die Skiläufer hatten ihre Reiseroute genau bei Safetravel registriert, sodass man sie ohne Schwierigkeiten orten konnte.

Zwei Retter verliessen den Eyjafjörður am Donnerstagnachmittag auf Schneeschlitten, um die beiden Skiläufer zu suchen, die sich in einem Zelt östlich des Urðarvatn befanden. Am späten Nachmittag waren alle auf dem Weg nach Akureyri.