Männer dürfen Mitglied im Frauenverein sein

Die isländischen Frauenvereine sind nicht ausschliesslich den Frauen vorbehalten. Im Südland gibt es mindestens zwei Männer, die Mitglied in jeweils einem Frauenverein sind, schreibt Vísir.

In Island gibt es innerhalb des nationalen Verbands der Frauenvereine KÍ 154 aktive Frauenvereine in 17 Distrikten mit tausenden von Mitgliedern. Alleine im Südland sind etwa 1000 Frauen in 26 Frauenvereinen aktiv. Und eben mindestens zwei Männer.

Hier im Südland sind Männer in mindestens zwei Frauenvereinen aktiv. Sie dürfen in den Vereinen Mitglied sein, solange sie sich an den Aktivitäten des Vereins beteiligen und nach den Regeln des Vereins arbeiten,” bestätigt Elinborg Sigurðardóttir, die Vorsitzende des Verbands isländischer Frauenvereine. Männer seien in den Frauenvereinen willkommen, wenn sie etwas Gutes beisteuern wollten.

Der Verband isländischer Frauenvereine (Kvenfélag Íslands, KÍ) war mit Unterstützung des isländischen Landwirtschaftsverbands am 1. Februar 1930 gegründet worden und feiert in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag. Bis auf den heutigen Tag übernehmen die Vereine viele karitative Aufgaben in der isländischen Gemeinschaft und engagieren sich für Zusammenhalt und Solidarität unter den Frauen. In ländlichen Gegenden richten sie zB den Leichenschmaus (erfidrykkja) bei grossen Beerdigungen aus.

Am Anfang der langen Reise stand der dringende Wunsch der Frauen, in ihrer Gesellschaft etwas bewirken zu können. Nur im nationalen Zusammenschluss war es möglich, die Themen voranzubringen, die ihnen wichtig waren. Dazu gehörte Ausbildung von Frauen, Gesundheitsfürsorge, Sauberkeit, Arbeitsvereinfachung im Haushalt, Einsparung, Kindererziehung, Ackerbau und Gartenbau, Fachausbildung, gegenseitige Hilfe und vieles mehr, welches sie politisch und gesellschaftlich auf den Weg bringen wollten. Der erste regionale Frauenverein war im Jahr 1869 im Rípuhreppur gegründet worden.

Hildur Guðnadóttir gewinnt Oscar für die Filmmusik zu Joker

Die isländische Komponistin Hildur Guðnadóttir hat gestern Abend den Oscar für die beste Filmmusik im Spielfilm Joker verliehen bekommen, berichtet Kjarninn

Der Oscar war der Höhepunkt einer ganzen Reihe von internationalen Preisen, die Hildur im vergangenen Jahr erhalten hatte: Emmy, Grammy, Golden Globe und zuletzt den BAFTA für die Filmmusik zu Joker und zu Chernobyl.

Hildur ist die erste Frau seit 22 Jahren, die den begehrten Preis verliehen bekommt. Zuletzt hatte ihn Anne Dudley für die Musik zu Full Monty erhalten. Hildurs Konkurrenten gelten als alte Hasen der Filmmusik, darunter Randy Newman, der bereits zwei Oscars gewonnen hatte, Alexandre Desplats, und John Williams, der 52 Mal nominiert wurde und fünf Mal den Oscar gewann. Hildurs Hauptkonkurrenz, so schreibt RÚV, war Thomas Nowman, der 15 Mal nominiert worden war, aber nie einen Oscar mit nach Hause nehmen konnte.

Hildur ist auch die erste Isländerin, die den begehrten Preis erhält. Vor ihr waren Friðrik Þór Friðriksson, Björk Guðmundsdóttir, Sjón, Rúnar Rúnarsson, Þórir Snær Sigurjónsson und Jóhann Jóhannsson nominiert worden, doch keiner von ihnen war mit dem Preis ausgezeichnet worden.

“An die Mädchen, an die Frauen, an die Mütter und Töchter, die die Musik in sich pulsieren hören, bitte sprecht lauter. Wir müssen eure Stimmen hören,” sagte Hildur in ihrer Dankesrede.

Hildur Guðnadóttir wurde am 4. September 1982 geboren und stammt aus Hafnarfjörður. Seit Jugendjahren ist die ausgebildete Cellistin in der isländischen Musikszene aktiv, unter anderem in den Bands Woofer, Rúnk, Múm und Nix Noltes. Sie hat vier Soloalben herausgegeben und sich in der jüngeren Vergangenheit auf die Komposition von Filmmusik und Serienmusik konzentriert.

Die Oscar-Verleihung hat in diesem Jahr zum 92. Mal stattgefunden.

Hier gibt es einen Trailer mit der Filmmusik zu Joker.