Lawinenunglück an der Esja, ein Mann wurde verschüttet

Mehr als einhundert freiwillige Retter, Polizisten, Sonderinsatztruppe und Feuerwehrleute sind gegen 12.30 Uhr heute Mittag ausgerückt, nachdem Augenzeugen eine Schneelawine am Berg Esja vor den Toren Reykjavíks beobachtet und sofort gemeldet hatten.

Drei Personen waren von der Lawine am Móskarðshnúkur östlich des Berges betroffen gewesen, ein Mann wurde unter den Schneemassen begraben, ein zweiter landete im Schnee, der dritte entkam der Lawine, berichtet RÚV.

Der verschüttete Wanderer wurde sofort mit dem Hubschrauber ins Universitätskrankenhaus transportiert. Die beiden anderen wurden mit dem Krankenwagen in die Klinik gebracht.

Wie Lárus Steindór Björnsson im Interview bei RÚV angab, wurde der Verschüttete recht schnell gefunden, weil sein Gefährte die entscheidenen Hinweise gab. Die Suche sei trotzem sehr anstrengend und anspruchsvoll gewesen, es habe grosse Kälte geherrscht, ausserdem hätten die Schneemassen an einem Fluss gelegen, was die Suche zusätzlich erschwert habe.

Insgesamt sei die Lawine eher klein ausgefallen und auf einem begrenzten Gebiet abgegangen. Nach Abschluss des Einsatzes sei im gleichen Gebiet eine weitere kleine Lawine abgegangen. Wie Lárus sagt, müsse man sich auf alles einstellen, wenn so etwas passiere.

An den Bergen Mosfell und Skálafell wurden ebenfalls Schneelawinen gemeldet.

Das isländische Wetteramt hat für den Südwesten des Landes die gelbe Warnstufe für Schneelawinen herausgegeben und bittet Wanderer, äusserste Vorsicht in verschneitem Gelände walten zu lassen. Die Gefahr von Lawinen in der Region sei zur Zeit sehr hoch, bestätigte auch die Polizei am Nachmittag.

Isländische Post entlässt 30 Mitarbeiter

Die isländische Post hat 30 Mitarbeitern in der Hauptstadt, In Reykjanes, Akranes und Selfoss gekündigt. Die Mitarbeiter waren alle im Sektor Sortieren und Austragen beschäftigt, berichtet RÚV.

Ausserdem sollen einer Mitteilung des Unternehmens zufolge in dem genannten Gebiet ab dem ersten Mai keine Wurfsendungen ausgetragen werden. Die Einsparungen durch diese beiden Massnahmen belaufen sich auf 200 Mio. ISK pro Jahr.

Die Massnahmen betreffen 40 Mitarbeiter, jedoch heisst es in der Mitteilung, dass man zehn Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens versetzen könne. Etwa 30 Leute erhalten heute ihre Kündigung. Das Unternehmen will psychologische Unterstützung und Hilfe bei der Jobsuche bieten, heisst es in der Mitteilung,

Wurfsendungen sind in vielen Haushalten heute oft die einzige Post, daher sieht das Unternehmen keine Betriebsgrundlage für die Verteilung. Auch wollten viele Leute aus Umweltschutzgründen gar keine Wurfsendungen mehr erhalten, oder weil das Internet gedruckte Sendungen abgelöst hat. Damit lande eine grosse Menge Papier aus der Postverteilung wieder bei der Post, verkompliziere den Betrieb und schaffe Kosten und Unannehmlichkeiten, schreibt die Post in ihrer Mitteilung.

Im Jahr 2018 hatte die isländische Post einen Verlust von 293 Mio. ISK hinnehmen müssen. Im Jahr davor hatte man noch ein Plus von 216 Mio. ISK verzeichnet. Ende 2018 hatte das Unternehmen einen Notkredit von 1,5 Mrd. ISK vom Staat beantragt, der Kredit war vom Parlament mit der Auflage bewilligt worden, eine wirtschaftliche Umstrukturierung anzugehen und das Parlament vom Gang der Dinge zu unterrichten.

Im vergangenen Jahr hatte die Post bereits 43 Mitarbeitern gekündigt und wollte den Stellenplan um 80 Stellen reduzieren. Damals hatte es gehiessen, dies geschehe, um den selbstständigen Betrieb des Unternehmens aufrechterhalten zu können und zu modernisieren. Auch von zwei Tochterunternehmen hatte die Post sich getrennt.

Die Entlassungen des heutigen Tages sind nach Aussage von Postdirektor Birgir Jónsson Teil der Umstrukturierung.