Seehund am Kai von Grafarvogur

Die Bewohner im Hafengebiet von Grafarvogur in Reykjavík haben in den vergangenen Tagen einen ungewöhnlichen Besucher am Kai bemerkt: ein Seehund, der den Hafen offenbar regelmässig besucht und sich es an der Bootsanlegestelle gemütlich macht.

Hjörtur Geir Björnsson, einer der Bewohner des Viertels, hat das Video im Nachrichtenlink mit einer Drohne aufgenommen. Dem Seehund schien weder das Gerät noch der Krach etwas auszumachen.

Seehunde sind seit Mai letzten Jahres an den Stränden und Flussmündungen in Reykjavík geschützt, nachdem der städtische Natur- und Gesundheitsausschuss dem Schutzstatuts zugestimmt hatte. Auch die Jagd auf die beiden Seehundearten, die in Island vorkommen, ist innerhalb der Hauptstadtgrenzen seitdem verboten.

Seehund und Kegelrobbe stehen beide auf der Liste der bedrohten Tierarten, ihre Zahlen sind in den vergangenen Jahren beträchtlich zurückgegangen.

Seehunde wurden in Island seit der Besiedelung gejagt. Sauer eingelegte Seehundflossen galt als Delikatesse, aber auch Speck und Fleisch wurden verzehrt.

Eine regelmässige Zählung des Marineforschungsinstitutes hatte ergeben, dass der Bestand von 33.000 Tieren im Jahr 1980 auf 8000 Tiere im Jahr 2016 zurückgegangen war. Die entsprechende Grafik dazu findet man im Nachrichtenlink.

Fast alle Flüge heute abgesagt

Keflavík Airport

Sämtliche Inlandsflüge und die meisten internationalen Flüge heute haben entweder Verspätung oder sind abgesagt worden, weil im ganzen Land sehr schlechtes Wetter herrscht. Für die Westfjorde gilt die orangefarbene Warnstufe, für die anderen Landesteile mit Ausnahme des Südostens ist die gelbe Warnstufe ausgegeben. Zum Abend hin soll sich im Südwesten die Wetterlage etwas bessern. Morgen soll es in auch in den anderen Landesteilen ruhigeres Wetter geben, bevor es dann morgen Abend überal wieder auffrischt.

Ein Grossteil der Flüge aus und ins Land ist in Keflavík heute abgesagt worden. Die Inlndsfluglinie Air Iceland Connect hatte alle Morgenflüge abgesagt und will die Bedingungen für den Nachmittagsbetrieb prüfen.

Im Westen und Norden des Landes muss mit Sturmböen von 65 bis 90 km/h gerechnet werden, hinzu kommen fast überall Schneeschauer. Wie RÚV berichtet, muss auch im Süden jederzeit damit gerechnet werden, dass Abschnitte der Ringstrasse wetterbedingt gesperrt werden.

Reiserelevante Informationen gibt es auf vedur.is, road.is, sowie aktuelle Warnmeldungen auf safetravel.is.

Mountaineers spielt gelbe Warnstufe herunter

Haukur Herbertsson, der Geschäftsführer von Mountaineers of Iceland, sagt, es sei zuviel Wind darum gemacht worden, dass die isländische Wetterbehörde eine gelbe Warnstufe an dem Tag ausgegeben hatte, als man mit einer Gruppe Touristen auf Schneeschlitten zum Langjökull gefahren sei, berichtet Vísir.

An jenem 7. Januar hatten 300 freiwillige Helfer der nationalen Rettungsorganisation Landsbjörg bei Schneesturm und schlechtem Wetter ausrücken müssen, um die 39 Touristen und 10 Tourleiter vom Gletscher zu holen. Die Aktion hatte die ganze Nacht gedauert, nachdem der Notruf um 20 Uhr eingegangen war. Die letzten Teilnehmer der Tour waren am frühen Morgen in die Auffangstation des Roten Kreuzes am Gullfoss gelangt.

Das ist nichts an der gelben Warnstufe, welches suggeriert, dass man kategorisch alle Touren absagen soll, auch wenn natürlich betont werden muss, dass in solchem Wetter Wachsamkeit bei der Organisation von Touren in verschiedenen Gegenden vonnöten ist.” sagte Haukur in einem Interview mit dem Morgunblaðið.

Wir waren uns über die Wetterlage bewusst und planten, die Region verlassen zu haben, bevor das schlechte Wetter kommt.”

Ursprünglich hatte die Tour beendet sein sollen, bevor sich das Wetter verschlechterte. Sie habe sich allerdings hingezogen. Sie hätte um 14 Uhr beendet sein sollen, doch hatte sie bis 15.20 Uhr gedauert. Der Reiseleiter habe gesagt, dass durch die Verzögerungen möglicherweise Massnahmen nötig sein würden. Zu dem Zeitpunkt war die Gruppe auf dem Weg von der Eishöhle im Langjökull zum Geldingarfell, wo sich der Stützpunkt der Mountaineers of Iceland befindet.

Haukur sagt auch, dass man möglicherweise schon früher anrufen und um Hilfe hätte bitten müssen. Die Mitarbeiter des Unternehmens hätten jedoch keine Notwendigkeit dafür gesehen. Das Pistenfahrzeug des Unternehmens sei allerdings kaputtgegangen, und ein weiteres Fahrzeug ebenfalls. Es bedurfte einer Planierraupe, um den Weg zu den Leuten freizuräumen, damit die Geländewagen, die noch übrig waren, zu den Touristen gelangen konnten.

Wir gingen davon aus, dass wir alles technische Gerät und Leute vor Ort haben, die es braucht, um die Leute am schnellsten in den sicheren Schutz unseres Quartiers zu bringen. Wir gingen immer davon aus, dass wir beste Chancen hätten, die Leute so schnell wie möglich zurückzubringen.”

Es gelang den Mountaineers einigen Stunden danach, mit der Planierraupe und zwei Geländewagen zu den Leuten und dem dritten Geländewagen zu kommen. Kurz darauf waren auch die freiwilligen Retter bei der Gruppe angelangt.

Unternehmenssprecher hatten mit den meisten Tourteilnehmern gesprochen, die Gespräche hatten gleich am Tag nach der Fahrt stattgefunden.

Wir bedauern diesen Vorfall sehr. Es tut uns leid, dass unsere Kunden das erleben mussten, und dass sie mit uns in solch einer problematischen Situation gelandet sind,” sagte Haukur Vísir gegenüber.

Die isländische Tourismusbehörde hatte nach dem Vorfall den Sicherheitsplan des Unternehmens überprüft. Nach Angaben der Behörde enthält er formal alle im Gesetz vorgeschriebenen Kapitel, berichtet mbl.is.

Einige Punkte in dem Sicherheitsplan müssten nach Ansicht der Behörde jedoch besser ausgearbeitet und deutlicher sein, darunter die Ausführungen zu Wetter und Voraussetzungen, die Bekanntmachung von Sicherheitsvorschriften und -massnahmen für Tourteilnehmer und Mitarbeiter, die Auswahl der Routen und äussere Umstände.

Das Unternehmen bekam von der Behörde einen Monat Zeit, die angemahnten Punkte auszubessern.