Süsswasserlagune durch Dammbruch versalzt

Ein stehendes Gewässer an der Küste im Þistilfjörður hat sich möglicherweise in eine Meereslagune verwandelt, nachdem der Damm beim grossen Adventsturm im letzten Dezember gebrochen war und Meereswasser in die Süsswasserlagune eingedrungen war. Die Bewohner der Region sprechen von einer Naturkatastrophe und fürchten um den Forellenfang in dem Gewässer.

Das Nachrichtenmagazin Stöð 2 zeigte Fotos von dem Süsswassersee Kollavíkurvatn auf der Strecke zwischen Raufarhöfn und Þórshöfn. Ein Damm hatte das Süsswasser vom Meer getrennt, die Lagune war ein beliebter Ort für den Forellenfang gewesen. Fotos der Lagune findet man im Nachrichtenlink.

Vigdís Sigurðardóttir, die Bäuerin auf dem benachbarten Hof Borg, sagt, das Wasser in der Lagune sei nun so salzig wie das Meer. Die Lücke im Damm war zunächst auf 50 bis 100 Meter geschätzt worden, inzwischen hat sie sich auf 200 Meter verbreitert. Vigdís Mann, Eiríkur Kristjánsson, glaubt, dort könnte in Zukunft möglicherweise ein Hafen entstehen.

Drei schwere Lawinenabgänge in den Westfjorden

Avalanche in Iceland February 2014.

Drei schwere Lawinen sind letzte Nacht kurz bevor Mitternacht kurz hintereinander in den Westfjorden abgegangen, berichtet RÚV. Zwei gingen in Flateyri nieder, die dritte in Suðureyri im Súgandafjörður. Letztere verursachte eine Flutwelle, welche die kleine Stadt traf. Es gab keine Verletzten, aber beträchtlichen Sachschaden.

Ein Mädchen wurde in Flateyri von den freiwilligen Helfern gerettet, sie war eine halbe Stunde eingeschlossen gewesen, nachdem die Lawine auf einen Teil des Hauses gefallen war und ihr Kinderzimmer mit Schnee gefüllt hatte. Ihre Geschwister, eine Fünfjährige und ein Neunjähriger, konnten sich mit ihrer Mutter aus dem Fenster retten. Das Küstenwachschiff Þór transportierte die Kinder mit ihren Angehörigen nach Íafjörður. Der Zustand des Mädchens wird als den Umständen entsprechend gut beschrieben.

Die zweite Lawine, die auf Flateyri gefallen war, hat beträchtlichen Schaden am Hafen angerichtet. Magnús Einar Magnússon, der Leiter der freiwilligen Helfertrupps in Flateyri, sagte im Interview auf Vísir:

Der Yachthafen ist weg. Alle Boote sind gesunken. Wir schätzen dass sieben Boote gesunken sind oder fast verloren,” sagte er. “Der kleine Leuchtturm, alles weg.”

Gísli Jón Kristjánsson, der Besitzer der Alda ÍS, dem einzigen Boot welches nicht zerstört worden war, sagte RÚV, die Lawine sei offenbar ziemlich kraftvoll gewesen: “Die gesamte Flotte ist verschwunden, und auch der Anlegekai. Das muss eine riesige Wucht gehabt haben, da ist auch sehr viel Schnee im Hafen. Eine Katastrophe.”

Einwohner kamen einander sofort zu Hilfe, so mancher erinnerte sich an das schwere Lawinenunglück vor 25 Jahren, als am 26. Oktober 20 Menschen bei einem ähnlich schweren Lawinenabgang in Flateri ums Leben kamen.

Die Flutwelle, die durch die Lawine im Súgandafjörður ausgelöst worden war, verursachte nicht annähernd so schwere Schäden in Suðureyri. Hier drang Meerwasser nur in ein einziges Haus ein und verlief sich dann auf der Strasse.

Experten des isländischen Wetterdienstes prüfen derzeit die Aufzeichnungen aus dem Lawinenradar, um herauszufinden, wo noch weitere Lawinen abgegangen sind und wieviel Schnee sie mitgebracht haben. Wichtig ist auch, herauszufinden, wo und mit wieviel Schneemassen die Lawinenverbauungen überwunden wurden. Die Lawinen haben ihren Angaben zufolge eine Geschwindigkeit von 150 bis 200 km/h gehabt.

Bestätigt sind auch Lawinenabgänge im Önundarfjörður und im Skutulsfjörður. In Ísafjörður sind am Morgen vier Häuser wegen Lawinengefahr geräumt worden. Zur Zeit ist die Þór wieder auf dem Weg nach Flateyri, an Bord befindet sich ein Team für Traumahilfe, sowie Lebensmittel, die in dem Ort seit dem Wochenende knapp geworden waren.