Hildur Guðnadóttir für Oscar nominiert

Die isländische Komponistin Hildur Guðnadóttir ist für ihre Filmmusik für den Spielfilm Joker für den Oscar nominiert worden, berichtet RÚV.

Weitere Nominierungen in der Kategorie Filmmusik gingen an Alexander Desplat für die Musik zu Little Women, an Randy Newman für die Musik zu Marriage Story, an Thomas Newman für die Musik zu 1917 und an John Williams für die Musik zu The Rise of Skywalker.

Hildur ist die zweite Isländerin, die für den Preis nominiert wurde. Erster Isländer war Jóhann Jóhannsson für die Musik zu The Theory of Everything im Jahr 2015 und für die Musik zu Sicario in 2016.

Hildur ist auch die einzige weibliche Komponistin in der Kategorie in diesem Jahr, und die siebte Frau in der Geschichte des Oscar, die für eine Filmmusik nominiert wird.

Schon zuvor hatte sie eine ganze Reihe von Preisen für ihre Filmmusik zu Joker erhalten, unter anderem den Golden Globe und gerade erst den Critics Choice Preis.

Der Spielfilm Joker ist in diesem Jahr der Film mit den meisten Nominierungen, elf an der Zahl, darunter für den besten Film, für den besten Hauptdarsteller und den besten Regisseur.

Zwei weitere Isländer waren für eine Nominierung in Frage gekommen: Heba Þórisdóttur und Fríða Aradóttir für ihre Arbeit als Maskenbildner in den Filmen Once upon a time in Hollywood und in Little women. Leider wurden sie wegen Kürzungen nicht berücksichtigt.

Die Oscarpreise werden in diesem Jahr am 9. Februar vergeben, die Veranstaltung wird live bei RÚV übertragen.

Nächstes Unwetter sorgt für Sperrungen

Cars trapped on the road

Für heute gilt für beinahe das ganze Land die orangefarbene Warnstufe, in weiten Teilen des Landes muss mit Strassensperrungen gerechnet werden. Heute ist kein Reisewetter.

Vor allem im Südosten des Landes muss mit Orkanböen von bis zu 50 m/s gerechnet werden, schreibt RÚV. In den Westfjorden sind bislang über 40 Lawinen abgegangen, für die kommenden Tage besteht dort, sowie auf der Halbinsel Tröllaskagi und in den Ostfjorden Gefahr für weitere Lawinenabgänge.

Schon gestern hatte sich eine Vielzahl an Unfällen ereignet und Autos waren von der Fahrbahn abgekommen. Besonders schlimm traf es die Ausfallstrasse nach Keflavík, dort legte gestern Abend ein Schneesturm den Verkehr komplett lahm. Ein Mann starb, nachdem sein Fahrzeug in der Nähe des Aluminiumwerkes mit einem Schneepflug zusammengeprallt war, berichtet Vísir. Der Strassenabschnitt zwischen Hafnarfjörður und Reykjanes hatte wegen Bergungsarbeiten für mehrere Stunden gesperrt werden müssen.

Einige Fluggäste wollten besonders clever sein und liessen im Schneesturm gestern Abend ihre Fahrzeuge auf der Reykjanesbraut einfach stehen, stattdessen versuchten sie zu Fuss den Flughafen zu erreichen. Die Polizei von Suðurnes veröffentlichte einen Beitrag auf Facebook, wo sie davor warnte, das Fahrzeug zu verlassen. Andere Autofahrer hatten die Wanderer eingesammelt und zum Flughafen mitgenommen.

Am Flughafen selbst war es stundenlang nicht möglich gewesen, Passagiere von Bord zu lassen, weil Gefahr bestand, dass die Austiegstreppen davonfliegen. Am Ende sassen um die 4000 Fluggäste im Flughafengebäude fest. Die Flughafengesellschaft Isavia hatten Decken und Wasserflaschen an die Gäste verteilt. Freiwillige Retter aus Reykjanes und der Hauptstadt kümmerten sich ebenfalls um die Leute. Nicht allen ging es gut im Flughafengebäude, schreibt Vísir, manche hatten Platzangstgefühle nach den langen Stunden, die sie im Flugzeug hatten ausharren müssen. Ein freiwilliger Retter sagte Vísir gegenüber, es habe nicht viel gefehlt, dass die Lage dramatisch würde, weil sich viele wegen fehlender Informationen und der Menschenmassen ausgeliefert gefühlt hätten.

Das Rote Kreuz hatte in Reykjanesbær eine Auffangstation eröffnet, wo all jene Zuflucht suchen konnten, die vom Wetter auf den Strassen erwischt worden waren. In der Sporthalle von Keflavík wurde ausserdem ein Bettenlager für all jene Fluggäste errichtet, die keinen von den Fluggesellschaften gezahlten Platz in Hotel oder Gasthaus gefunden hatten. Das schlechte Wetter soll bis morgen andauern, Urlauber werden gebeten, sich über den Fortgang der Wetterlage zu informieren. Mit weiteren Strassensperrungen muss wetterbedingt jederzeit gerechnet werden. Informationen gibt es auf vedur.is, road.is und safetravel.is.