Vier Schwertwale schwammen von Island nach Genua

orca iceland italy

Vier Schwertwale, die in den Jahren 2014 bis 2017 vor der Küste von Snæfellsnes gesichtet worden waren, sind nun in Genua in Italien aufgetaucht. Dies ist der erste Bericht von Schwertwalen, die zwischen den beiden Ländern unterwegs sind. Gleichzeitig ist dies mit 5200 Kilometern auch die längste Migrationsroute, die je aufgezeichnet worden ist, berichtet RÚV.

Die vier Wale mit den Nummern SN113, SN114, SN115 und SN116 waren zuerst im Jahr 2014 von der Walschutzorganisation Orca Guardians Iceland gesichtet worden. Im gleichen Jahr wurden die Schwertwale vor der Halbinsel Snæfellsnes dann identifiziert und katalogisiert. Die Vierergruppe tauchte zuerst im Jahr 2014 auf und besuchte im Folgejahr die Region sechsmal. Danach wurden sie erst wieder im Jahr 2016 gesehen.

In Westisland ist es für uns keine Neuigkeit, dass eine Gruppenzusammensetzung über Jahre stabil bleibt, und dass die gleiche Gruppe in der gleichen Region zur ungefähr gleichen Jahreszeit gesehen wird,” schreibt die Orca-Gruppe in einem Beitrag auf ihrer Facebookseite.

Im Jahr 2017 tauchte die Vierergruppe dann mit einem neugeborenen Kalb auf. Nun, zwei Jahre später, tauchten die Wale im Hafen in Genua auf. Forscher konnten die vier Wale anhand von Fotos und genauen Beschreibungen von Flossen und Augenpartien identifizieren.

Sorge bereitet den Forschern, dass die vier Wale, seit sie das erste Mal in Genua gesichtet worden seien, deutlich an Gewicht verloren haben. Das Kalb welches beim ersten Mal gesehen worden war, ist inzwischen gestorben. Nun wollen sich die Wissenschaftler mit den regionalen Behörden zusammensetzen und überlegen, wie den Schwertwalen geholfen werden kann.

Bebenschwarm auf der Halbinsel Reykjanes

Reykjanes earthquake swarm

Mehr als 1000 Erdbeben uind Nachbeben sind in einem Bebenschwarm auf der Halbinsel Reykjanes seit vorgestern aufgezeichnet worden. Neun der Beben lagen in einer Stärke von zwischen 3,0 und 3,7. Vukanische Aktivität wurde nach Angaben des Erdbebenüberwachungsdienstes nicht festgestellt.

Der Bebenschwarm hatte um 7 Uhr am Sonntagmorgen begonnen, um 8 Uhr ereignete sich ein Beben der Stärke 3,5. Die Aktivität beruhigte sich danach etwas und frischte gegen 20 Uhr wieder auf. Die stärksten Beben lagen bei 3,6 und 3,7. Gestern bebte es dort den ganzen Tag, deutlich von Hauptstadtbewohnern zu spüren, aber auch von Bewohnern in Akranes.

Die Halbinsel Reykjanes ist eine hochaktive geologische Region, durch die Tektonik der eurasischen und nordamerikanischen Erdplatten,” erklärte Elísabet Pálmadóttir, eine Expertin für Naturkatastrophen beim isländischen Wetterdienst, Iceland Review gegenüber. “Die Erdbebenaktivtät kann durch vulkanische oder durch tektonische Aktivität verursacht werden. In diesem Fall glauben wir, dass es an einer tektonischen Unruhe liegt, die sich durch die Erdbeben entlädt.”

Es sei bekannt, dass solche Beben für Stunden, Tage und sogar Wochen andauern könnten. “Wir sehen keine Zeichen für vulkanischen Tremor, aber wir überwachen das sehr engmaschig, zumal die Region ja in der Nähe von bewohnten Gegenden liegt.”

Nach Schneesturm erschöpfte Pferde sind immer noch sehr krank

Ingunn Reynisdóttir, die Bezirkstierärztin in Húnavatnssýsla im Norden des Landes, sagte heute Mittag im Interview auf Rás 1, dass zahlreiche Pferde durch das Unwetter der letzten Woche verendet sind, mehr als einhundert werden auch eine Woche nach dem Adventsturm noch vermisst. Viele Pferde seien erschöpft und litten an Organversagen.

Bislang sind immer noch nicht alle Folgen der Katastrophe sichtbar. Bei ihr in Hvammstangi gebe es den zweiten Tag in Folge wieder keinen Strom, sagt Ingunn, doch viel mehr Sorge habe sie um die erkrankten Pferde. Mehr als 100 Pferde würden nach Aussage der freiwilligen Retter von Landsbjörg im Ostteil des Bezirks immer noch vermisst, sechs seien bislang tot,

Ein Grossteil der Pferde sei völlig erschöpft. Da sehe ich Fälle, die ich bislang noch nicht erlebt habe. Das sind Pferde, die weder Wasser lassen noch Kot absetzen können, wo der Schlauch gelähmt herunterhängt, geschwollen und blau. Dann gibt es Lungenentzündungen und Koliken und alles mögliche,” sagte Ingunn im Telefoninterview. Vor allem Fohlen litten an Lungenentzündungen. Pferde, die sich abgelegt hätten, seien verschüttet worden, die meisten hätten jedoch die ganze Zeit gestanden.

Am schlimmsten habe es ältere und junge Pferde getroffen, und es gebe auch Fälle, wo sich die Pferde nicht erholten und weder fressen noch saufen, und euthanasiert werden müssten. Wasser und Futter sei daher das Allerwichtigste in den kommenden Tagen, sowie eine intensive Überwachung aller Pferde.

Nach dem Unwetter hatte es im In- und Ausland scharfe Kritik an der Pferdehaltung gegeben. Ingunn bezeichnete diese Kritik als sehr verletzend für die Leute im Norden, die alles in ihrer Macht Stehende getan hätten, doch habe niemand geahnt, wie hart das Wetter am Ende wirklich zuschlagen würde. Die Kritiker träten hier einen am Boden liegenden Mann.

Ingunn sagt, es habe keinen Sinn, alle Pferde in Stallungen und Scheunen zu bringen, weil sich dort Schlägereien durch die Platznot ergeben würden. Auch die geforderten Windschutze hätten an einigen Stelle die Lage sogar verschlimmern können, weil sich gerade dort Schnee sammelt. Pferde seien an vermeintlich windgeschützten Plätzen und auch in Gräben gefunden worden. Am sichersten seien sie in solch einer Wetterlage tatsächlich auf grosser freier Fläche aufgehoben.

In den Milchbetrieben geht es vor allem um wirtschaftliche Schäden. Es habe, so sagt sie, weniger Euterentzündung gegeben als erwartet. Doch wenn Kühe nicht mehr gemolken werden, geht ihre Milchleistung zurück, oder die Milch versiegt ganz. Eine solcherart betroffene Kuh wird nie wieder ihre alte Milchleistung erreichen. Es sei realistisch, von bis zu 25 Prozent weniger Milch in den Bezirken zu sprechen.

Die Schafe hätten das Unwetter von allen am besten überstanden, die allermeisten waren in Ställen untergebracht, weil die Deckperiode vor der Tür steht, nur vereinzelt seien Schafe draussen gefunden worden.

Ingunn arbeitet auch nach dem Drama alleine in ihrem Bezirk und fährt alleine zwischen den Höfen im Skagafjörður und Húnavatnssysla.

update

In den Abendnachrichten auf RÚV hiess es, dass 90 Pferde gestorben sind. Die Tierärztin Sigríður Björnsdóttir sagte im Interview, auf vielen Höfen seien jeweils einzelne Pferde im Unwetter verendet, das Wetter sei so schlecht gewesen, dass man einfach nicht zu ihnen hätte hingelanden können.