Neue Karte zur Reisesicherheit vorgestellt

Die Internetplattform Safetravel.is hat eine neue Karte zur Reisesicherheit im Netz zugänglich gemacht. Die Karte, die von Tourismusministerin Þórdís Kolbrún Gylfadóttir in der vergangenen Woche in der Touristeninformation What’s On in Reykjavík vorgestellt wurde, vereint alle relevanten Information zu Wetterlage und Strassenbedingungen auf einer Seite.

Zuvor hatte der Reisende die Links vedur.is (Wetter), vegagerðin.is (Strassennetz) und safetravel.is (Reisesicherheit) einzeln aufrufen müssen. Die neue Karte, so die Ministerin, sei “ein grosser Schritt vorwärts, um die Sicherheit von Reisenden in Island zu gewährleisten.”

Auf der Karte sind aktuelle Informationen zu Wetter, Strassenbedingungen, Bedingungen an touristisch interessanten Orten (zB vereister Weg etc), Windböen an exponierten Strassenabschnitten, Lawinenwarnungen und vieles mehr zu finden.

Das Projekt ist Ergebnis einer Zusammenarbeit vom Ministerium für Tourismus, Industrie und Innovation, der isländischen Rettungsorganisation ICE-SAR und der Versicherung Sjóvá. Die finanziellen Mittel für das Safetravel-Projekt waren vom Ministerium kürzlich erhöht worden.

Die neue Karte dürfte sich für Touristen wie für Einheimische als hilfreich erweisen, da sie nun mit einem Klick alle relevanten Reiseinformationen bietet. Sie stellt damit einen wichtigen Service dar in einem Land, wo sich bekanntermassen das Wetter schnell ändert.

Steuerfahndung eröffnet Fall gegen Samherji

Im Bestechungsskandal um den Fischereiriesen Samherji in Namibia haben die isländische Steuerbehörde und die Staatsanwaltschaft Ermittlungskontakt zu dem Unternehmen aufgenommen, berichtet RÚV. Samherji will seine Aktivitäten in Namibia in ein paar Monaten einstellen, und damit früher als zuvor angekündigt.

Das Unternehmen war nach Aufdeckung eines Bestechungsskandals um Fischereiquoten in dem afrikanischen Westküstenstaat im vergangenen Monat in die Schlagzeilen geraten.

Der amtierende Geschäftsführer Björgólfur Jóhannsson sagte RÚV gegenüber, sein Unternehmen habe im Jahr 2017 beschlossen, seine Aktivitäten in Namibia einzustellen, doch nun beschleunige man die letzten Schritte dieses Prozesses. Er gab an, dass es nun Kontakt zwischen dem Unternehmen und der Steuerfahndung, sowie der Staatsanwaltschaft gebe.

Die sechs Namibier, die unter dem Verdacht von Betrug und Geldwäsche im Zusammenhang mit dem Samherji-Fall stehen, sind gestern vor Gericht erschienen, wo die Anklage vorgetragen wurde. Die Zeitung The Namibian berichtet, dass ihnen Betrug, Steuerhinterziehung und Geldwäsche zur Last gelegt werden.

Die isländischen Magazine Kveikur und Stundin, sowie zuletzt Al Jazeera hatten vor einem Monat offengelegt, wie Samherji sich in Namibia durch Bestechungsgelder Fischquoten gesichert hatte. Die finanziellen Mittel dafür waren über ein Konto der norwegischen Staatsbank DNB geflossen welches in der Steueroase Marshall Islands registriert war.

Der ehemalige Geschäftsführer in Namibia, Jóhannes Haraldsson, hatte mit Kveikur und Stundin zusammengearbeitet und die Aktivitäten seines Unternehmens aufgedeckt. Er hatte angegeben, dass sämtliche Geldbeträge, die er persönlich in bar überbrachte hatte, auf Anordnung von Samherji-Chef Þorsteinn Már Baldvinsson gezahlt worden seien. Þorsteinn Már hingegen wälzte die gesamte Verantwortung auf seinen ehemaligen Mitarbeiter ab.

Wikileaks zufolge habe es Versuche gegeben, Jóhannes Ruf zu schädigen. Jóhannes selbst sagte RÚV gegenüber, er habe den Verdacht, nach seiner Kündigung vergiftet worden zu sein.