Vergewaltigungszahlen steigen laut Polizeistatistik

Im vergangenen Jahr sind der Polizei in Island mehr Vergewaltigungsfälle gemeldet worden als zuvor: insgesamt 263 Fälle im ganzen Land. Das sind 20 Prozent mehr als noch im Jahr 2017.

Wenn man die Bevölkerungszahlen vergleicht, dann passieren die meisten Fälle im Polizeidistrikt der Westmännerinseln, obwohl dies sehr wahrscheinlich mit dem Volksfest Þjóðhátíð im August zu tun hat, wenn die Besucherzahl die der Einwohner bei weitem übersteigt, berichtet RÚV.

Die isländische Polizei veröffentlicht in jedem Jahr eine Straftatenstatistik, die nach Art der Straftat und der Region unterteilt ist. Etwa 550 Straftaten waren für das ganze Land im vergangenen Jahr gemeldet worden, die Hälfte davon waren Vergewaltigungen.

Bei den 263 Vergewaltigungsfällen aus dem letzten Jahr waren dies 50 Fälle mehr als im Jahr 2017. Für das Jahr 2010 sind nur 90 Vergewaltigungsfälle registriert.

Für die Hauptstadtregion wurden im letzten Jahr 181 Vergewaltigungsfälle gemeldet, im Jahr 2017 waren es 140, und 71 Fälle im Jahr 2014.

Aus den meisten anderen Regionen des Landes liegen für die Jahre 2018 bis zurück ins Jahr 2010 ähnliche Zahlen vor, mit Ausnahme der Westmännerinseln. Dort waren im Jahr 2014 zwei Vergewaltigungen gemeldet worden, im Folgejahr sechs, danach fünf. Für das Jahr 2017 liegen der Polizei zehn Meldungen vor, und acht für das vergangene Jahr.

In Südisland wurden im letzten Jahr 23 Vergewaltigungsfälle gemeldet, im Nordosten 21 Fälle, in Suðurnes im Südwesten 15 Fälle.

Die niedrigsten Zahlen, jeweils drei bzw vier Fälle, sind für den Osten des Landes, die Westfjorde und Westisland registriert.

Die Polizei berechnet auch die Zahlen der Straftaten auf 10.000 Einwohner in jedem Polizeidistrikt. Da sehen die Zahlen etwas anders aus.

Auf den Westmännerinseln gab es danach 19 gemeldete Vergewaltigungsfälle auf 10.000 Personen – die hohe Zahl ist mit Sicherheit durch das Volksfest bedingt. Neun Vergewaltigungsfälle auf 10.000 Personen sind für das Südland gemeldet, und acht für die Hauptstadtregion. Die niedrigste Zahl, zwei Fälle auf 10.000 Personen, kommt aus Westisland.

Die Zahlen erklären nicht den Anstieg der Fälle. Eine negative Interpretation der Zahlen würde suggerieren, dass Vergewaltigung in der Gesellschaft immer üblicher wird, eine positive Auslegung würde darauf hinweisen, dass die Leute sexuellen Missbrauch immer weniger tolerieren und ihn eher melden als zuvor. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte.

 

Weltberühmter Burger feiert 10. Geburtstag

Hamburger and fries in Iceland

So manches Essen kann man echt vergessen. Einen Hamburger von McDonalds zum Beispiel. Der, von dem die Rede ist, wanderte vor gut zehn Jahren für ein paar Kronen über die Theke der McDonalds Filiale auf der Suðurlandsbraut, kurz bevor die Fastfood Kette in Island ihre Tore für immer schloss.

Dabei hatte Hjörtur Smárason gar nicht vorgehabt, den Burger zu verzehren. Er hatte gehört, dass die berühmten Fleischfladen nicht verrotten und wollte nur schauen, ob an der Mär was dran ist. Drei Jahre später fand er im Rahmen seines Umzugs nach Dänemark den Burger in der Originalpapiertüte in seiner Garage. Er sah noch aus wie am Tag des Kaufs, berichtet RÚV.

Der war eigentlich schon ein legendäres Ding geworden. Sowohl als Zeichen für die Zeiten in Island nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch, als auch dafür, dass McDonalds hatte schliessen müssen,” sagt Hjörtur. “Was macht man mit so einem historisch relevanten Ding? Ich rief das Nationalmuseum an und fragte, ob sie den Hamborger haben wollten. Und sie sagten, ja danke.”

Ein Jahr lag der Hamborger im Nationalmuseum, danach befand ein dänischer Experte, das Museum sei nicht in der Lage, Lebensmittel aufzubewahren. Wobei vieles dafür spricht – der Hamburger hält sich nämlich von selber.

Doch musste er weg aus dem Museum, und erhielt eine neue Bleibe im Bus Hostel in Reykjavík. Dort wurde eine Webkamera installiert, damit man live dabei sein konnte, wie der Fladen schimmelte (oder eben auch nicht). Ausser einem dreisten Langfinger und der allgemeinen Verwunderer der Hostelgäste erhielt er recht wenig Beachtung, bis im Jahr 2015 ein Journalist den Burger entdeckte. Das Morgunblaðið berichtete, doch erst durch die englischsprachige Berichterstattung des Reykjavíker Grapevine erlangte der Fladen internationale Bekanntheit, und auf das Hostel hagelten Anfragen ausländischer Medien nur so nieder.

Der Burger hatte Millionen von Clicks,” erzählt Sigurður Smári Gylfason, der vormalige Besitzer des Bus Hostel. “Irgendwann fiel die Übertragung der Webcam aus und eine Familie aus den USA kontaktierte uns deswegen. Das war eigentlich Pflicht, den anzuschauen, ein Beispiel für etwas, das man nicht essen sollte.”

Als Sigurður das Hostel verkaufte, gehörte der Hamburger nicht zur Verkaufsmasse. Stattdessen wanderte er mitsamt den Umzugskisten und der Portion Pommes ins Südland ins Hotel Snótra nach Þykkvabær. Hier kann man den unsterblichen Burger immer noch in Liveübertragung bewundern, und so mancher Tourist fährt den langen Umweg von der Ringstrasse um ihn mit eigenen Augen zu sehen.

Obwohl die Sternemahlzeit dieser Tage zehnjährigen Geburtstag feiert, sieht sie gar nicht so alt aus. Die Pommes sind ein wenig trocken geworden, und auch weniger, weil so mancher Hotelgast etwas hat mitgehen lassen, doch sowohl Fleischfladen als auch Käse und Brot sahen, so befand der isländische Journalist, der den Burger vor fünf Jahren zuletzt besuchte, sogar fast besser aus. Die Mahlzeit könnte durchaus auch eine Woche alt sein.

Nicht ein einziger Schimmelfleck ist zu sehen, viel eher sieht man der Verpackung inzwischen ihr Alter an. Wie lange der Burger sich wohl noch hält?

Das ist natürlich ein Forschungsprojekt, wie er nach weiteren zehn Jahren aussieht,” meint Sigurður, der überhaupt nicht daran denkt, seinen wundersamen Burger wegzuwerfen. “Der wird hier hoffentlich noch lange liegen.